Kronach
Afrikafest

Trommeln, Tanz und Akrobatik

Auf dem Gelände des Jugend- und Kulturtreffs "Struwwelpeter" breitete der schwarze Kontinent seinen kulturellen Reichtum aus.
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Schüler der Grund- und Mittelschule Windheim führten akrobatische Übungen vor.Heike Schülein
Schüler der Grund- und Mittelschule Windheim führten akrobatische Übungen vor.Heike Schülein
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Bunt und vielfältig - das war das siebte Kronacher Afrikafest am Samstag und Sonntag auf dem Gelände des Jugend- und Kulturtreffs "Struwwelpeter". Den vielen Gästen bot sich ein kurzweiliger Einblick in die Kultur des fernen Kontinents.

Turnen, schwingen, fliegen und hohe Pyramiden - was für atemberaubende akrobatische Figuren! Von Mittwoch bis Freitag hatte einTanz- und Akrobatik-Workshop für Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund an der Grund- und Mittelschule Windheim stattgefunden. Beim Afrikafest zeigten nun die bunt gemischten Jahrgangsstufen in der Struwwelpeter-Scheune, was sie von der Gruppe "Afrobatic Entertainment" alles gelernt hatten - zum großen Erstaunen ihres Publikums!

Zu den jungen Artisten und Tänzern zählten auch Mika und Maxi. "Tommi und seine Gruppe kamen zu uns an drei Tagen nachmittags an die Schule. Das war voll cool", schwärmt Maxi. Mit seiner Begeisterung steckte er Mika an, der einen Tag später hinzu stieß. "Schwer ist das nicht, aber anstrengend - gerade bei den Pyramiden, da müssen die Beine schon einiges aushalten", sagt Mika.


Begeistert von den Trainern

Der Workshop hat beiden riesigen Spaß gemacht - die Akrobatik wie auch das Tanzen. Von ihren aus Ghana stammenden Trainern sind sie begeistert: "Die waren so nett. Hoffentlich kommen sie nächstes Jahr wieder!" Dass die Kinder und Jugendlichen total hin und weg waren, bestätigt auch Struwwel-Mitarbeiterin Natascha Christmann, zugleich Motor des ehrenamtlichen Afrikafest-Organisationsteams. "Die Kinder wollten immer mehr ausprobieren - auch solche, die das sonst sicherlich nie machen würden", freut sie sich. Besonders schön sei es gewesen, dass die Schüler keinen Unterschied zwischen den Kulturen und Herkunftsländern gemacht hätten. Eine Intention, die auch das Afrikafest verfolgt - als Einladung zum kulturellen Austausch und zur Verständigung!

Beim atmosphärischen Brückenschlag wollten auch heuer wieder unzählige Afrika-Begeisterte dabei sein. Das Struwwel-Gelände sowie die angeschlossene Scheune wurden zur bunten Begegnungsstätte mit einer einzigartigen Atmosphäre. Djembén und Basstrommeln, wohin das Auge schaute; kraftvolle afrikanische Klänge; tanzende und singende Menschen jeden Alters, jeder Herkunft, jeder Kultur! Das Publikum war eingeladen mitzumachen, zu feiern und zu tanzen, die spirituelle Energie Afrikas zu spüren. Dafür gab es jede Menge Mitmachaktionen und Workshops, Infostände sowie einen bunten Basar mit schönen Artikeln aus Afrika als auch eine große Tombola für den guten Zweck mit vielen attraktiven Preisen.


Partystimmung mit "Joe Rain"

Verschiedene Hilfsprojekte stellten sich und ihre Arbeit vor. Es duftete nach landestypischen Speisen. Zum bunten Programm in der Struwwelpeter-Scheune gaben sich auch heuer namhafte Gruppen und Künstler der Region wie auch aus Afrika die Ehre. Highlight war das große Samstagabend-Konzert mit der Band "Joe Rain" aus Konstanz, die für ausgelassene Partystimmung sorgte.

Atemberaubende Überschläge, waghalsige Sprünge und kraftvolle Hebefiguren: Eine einzigartige Bühnenshow mit Tanz, Akrobatik, Jonglage und Humor präsentierten die Tänzer und Akrobaten von "Afrobatic Entertainment. Auf dem Höhepunkt der Show wurden einige Kinder sowie Erwachsene auf die Bühne geholt und in die spektakulären Akrobatiknummern einbezogen, wofür diese großen Applaus ernteten.

Vor überbordender Lebensfreude sprühten die Auftritte der Band "Herald Voices" aus Bamberg sowie des Musikers "Hamza Hasan" aus Bad Staffelstein. Den Groove der afrikanischen Trommelrhythmen entfesselten einmal mehr die Lokalmatadore "Kummazamm". Neu war das "Zelt der Kulturen", in dem Menschen verschiedener Kulturen ehrenamtlich über zwei Tage zahlreiche Programmpunkte gestalteten. Mit dabei waren unter anderem Evi und Günther, die von ihren Hilfsprojekten für Benin berichteten, während Lars Hofmann von seinen Afrika-Reisen erzählte. Auch für die Unterhaltung der jüngsten Besucher war bestens gesorgt.

Am Sonntag fand wieder ein - gesanglich stimmungsvoll umrahmter - ökumenischer Gottesdienst statt. Für das Gelingen des Afrikafests zeichnete wieder ein Organisationsteam rund um Natascha Christmann verantwortlich. Entsprechend stolz auf ihr Team zeigte sich diese bei der Begrüßung am Samstagmittag. Sie alle brächten sich mit großem Herzblut in vielen Stunden Arbeit in das Festival ein - und das ehrenamtlich! Ein großer Dank galt auch dem Struwwel für die wertvolle Unterstützung bei der Umsetzung der vielen Ideen. Dessen stellvertretende Leiterin, Kristina Fritz, hieß die Besucher ebenso willkommen wie Roya aus Tansania, der derzeit sein soziales Jahr in Kronach verbringt.


Lob für den "Struwwel"

Peter Witton brachte in seiner Ansprache als Mitglied des Kronacher Stadtrats seine Freude über das bunte Fest zum Ausdruck. Es sei gut, dass die Fairtrade-Stadt Kronach durch das Angebot fair gehandelter Produkte zu einer gerechten Entlohnung beitrage. Indem man deren Lebensbedingungen verbessere, leiste man im Kleinen einen Beitrag zur Einschränkung der Migration. "Das ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung", würdigte Witton, der - mit seiner Ehefrau Christine - Roya für ein halbes Jahr als Gastsohn in der Familie aufgenommen hatte. Auch in diesem Zusammenhang galt sein großer Dank dem Struwwelpeter, der Roya soviel Möglichkeiten geboten habe, Deutschland und seine Kultur kennenzulernen. "Ohne den Struwwel wäre das Angebot für Jugendliche viel ärmer in Kronach. Er ist nicht mehr wegzudenken. Wir können in Kronach froh sein, dass es dieses Angebot gibt", lobte Witton. Man spüre, wie viel Herzblut und Energie das Team in die verschieden Aufgaben dieses Treffpunktes und in die Organisation des Afrikafestes stecke.


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