Wallenfels
Aufführung

Traumfänger retten die Fantasie

Die "Traumflieger" der "Angels" begeistern das Publikum bei der Premiere in Wallenfels.
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Der böse "Monitorus" (Linda Kräußel) will auch die  beiden Traumfängerinnen Sira (Nina Zeuß, links) und Ayla (Tanja  Kotschenreuther) fangen. Foto: Susanne Deuerling
Der böse "Monitorus" (Linda Kräußel) will auch die beiden Traumfängerinnen Sira (Nina Zeuß, links) und Ayla (Tanja Kotschenreuther) fangen. Foto: Susanne Deuerling
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"Prädikat: Wertvoll" - so würde das Urteil einer unabhängigen Jury lauten, wenn sie das Musical "Traumflieger - werden Wünsche wahr", bewerten müssten, das die "Angels" aus Wallenfels auf die Bühne gebracht haben. Wertvoll deshalb, weil es topaktuell und zeitgemäß die Probleme der modernen Welt darstellt. Aber nicht nur mit erhobenen Zeigefinger, sondern auch in spaßigen Szenen, 17 tollen, fetzigen, träumerischen, aber auch inhaltlich anspruchsvollen Liedern und Darstellern, die sich mit ihren Rollen identifizieren. Und so waren die Standing Ovations am Ende nicht nur Ausdruck des Begeistertseins sondern auch Ausdruck des Dankes für die Mitwirkenden, die solche Themen so grandios umgesetzt haben.

Das Musical geht ganz schön unter die Haut, erzählt es doch auf märchenhafte Weise, wie die Träume und die Fantasien der Menschen durch zu viel Medienkonsum verloren gehen. Smartphone, Computer, Fernsehen, Playstation und vieles mehr lassen Kinder und Erwachsenen ihre Träume vergessen, sie können nicht mehr in Fantasiewelten, in ihren Träumen und auch in der Natur versinken. Nur die Traumflieger geben sich diesem Konsum nicht hin.

Doch der böse Monitorus (Linda Kräußel) hat mit seinen Helfern fast alle Traumflieger gefangen und sie im gruseligen Skelettwald eingesperrt. Nun kann sich kein Kind oder Erwachsener mehr an seine Träume erinnern oder gar seiner Fantasie freien Lauf lassen. Der Mond (Holger Scholz) und der Abendstern (Anna-Sophia Beyer) bemerken das Unheil als erstes und erkennen, dass nur die einzigen verbliebenen Traumfliegerinnen Ayla (Tanja Kotschenreuther) und Sira (Nina Zeuß) die Gefangenen aus dem Verlies befreien können. Und sie haben Helfer zur Unterstützung. Da ist der kauzige Wurzelzwerg Kalli (Thomas Weiß), der zwar eine Lösung weiß, aber die Arbeit gerne andere machen lässt und seine Waldgeister (Nina Stumpf, Fabienne Müller, Lea Bauer). Die Grille Elli (Eva Bergmann) und die Elster Dorothea (Elena Wich), die alles mitgehen lässt, was glitzert, helfen ebenso wie die Feldmaus Mathilde (Leonie Schlee), die mit einem Affenzahn auf der Bühne dahin saust. Lustig anzusehen sind die kleinen Angels, die als "Maulwurfbrigade" aufmarschieren und mit viel Getöns die Mauer zum Verlies der Monitore einreißen.

Sorgloser Umgang mit der Natur

Doch nicht nur der Medienkonsum steht im Vordergrund, sondern auch die Umwelt. Die Menschen gehen viel zu sorglos mit der Natur um, immer mehr Bäume werden aus Profitgier gefällt und dann entstehen solche Wälder wie der Skelettwald des Monitorus, der tot und gruselig, finster und ohne Tiere und Bäume alle ängstigt. Nur gemeinsam gelingt es den Traumfliegerinnen Ayla und Sira und ihren Helfern, die anderen Traumflieger zu befreien und die Träume der Menschen nicht sterben zu lassen. "I have a dream" ist die Botschaft, die am Schluss von Mond, Abendstern und Wurzelzwerg verkündet wird. "Ich habe einen Traum" - von einer besseren Welt, in der man noch an seine Träume glauben und jeder seine Träume leben kann. Nur gemeinsam und mit viel Begeisterung geschieht es, dass Träume und Wünsche wahr werden.

Über 50 Mitwirkende auf und hinter der Bühne, eine choreigene Band und eine fantastische Lichtshow mit einer LED-Videoleinwand verwandeln das "Kulti" in eine Traumwelt. Der "Wald" vor dem Eingang stimmt bereits auf die Aufführung ein, Lichtspiele signalisieren etwas Geheimnisvolles und jeder große und kleine Zuschauer fiebert mit und hofft, dass wirklich alles gut ausgeht und Träume und Wünsche wieder wahr werden. Ein Lichtermeer aus Knicklichtern, die alle Zuschauer und Mitwirkenden zum Schlusslied in die Höhe strecken, gibt auf jeden Fall Hoffnung, dass in dieser schnelllebigen, Medien orientierten Welt die Träume doch noch überleben werden.

Für Bürgermeister Jens Korn (CSU) galt es nun, ein herzliches Dankeschön zu sagen, an alle Mitwirkenden, ob groß oder klein. Besonders aber an Annegret Hümmrich-Korn, ohne deren Engagement solche Aufführungen nicht zustande kommen würden. Professionalität auf der einen und viele Charme auf der anderen Seite verleihen dem Musical sein einzigartiges Flair. "Die Angels haben uns heute auch deshalb begeistert, weil viele einen Traum hatten, den sie sich verwirklicht haben", betonte Korn.

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