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Wallenfels
Stadtrat

Tourismus im Rodachtal ist noch ausbaufähig

In Wallenfels berichtete Sandra Heinz von der touristischen Entwicklung im Oberen Rodachtal. Die Auslastung der Unterkünfte liegt bei 33 Prozent.
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Die Kapelle am Reupoldsberg weist verschiedene Schäden auf und muss durch die Stadt Wallenfels saniert werden.Michael Wunder
Die Kapelle am Reupoldsberg weist verschiedene Schäden auf und muss durch die Stadt Wallenfels saniert werden.Michael Wunder
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In Wallenfels will man den Tourismus weiter ausbauen. In der letzten Stadtratssitzung des Jahres drehte sich vieles um den gemeinsamen Tourismusverband und die Flößerei. Bürgermeister Jens Korn (CSU) meinte, dass man seitens der Verantwortlichen fest überzeugt sei, dass dies für die Region notwendig ist. Nachdem sich seitens der Mitglieder niemand bereiterklärte, den Vorsitz des Tourismusverbandes zu übernehmen, haben dies die drei Bürgermeister des Oberen Rodachtals getan. Das Förderprogramm Landaufschwung sei zur rechten Zeit gekommen und ermöglichte die Anstellung von Sandra Heinz.

Diese zog eine Zwischenbilanz über ihre einjährige Tätigkeit im Rodachtal. Demnach gehören dem Verband 73 Mitglieder, davon 38 Vermieter an. Die abgefragten Übernachtungszahlen lagen von Januar bis Oktober bei 32 000 Übernachtungen, was einer Auslastung von 33 Prozent entspricht. Als reines Zahlenspiel bezeichnete sie die Hochrechnung von rund 50 000 Übernachtungen auf das ganze Jahr gesehen. Der Großteil der Übernachtungen ist im Hotel in Steinwiesen, welches mit seinen 180 Betten weit ausstrahlt. Dort tue sich derzeit wahnsinnig viel, so dass man künftig von konstanten Zahlen ausgehen kann.

Erfolg mit "Gstopften Rumm"

In Wallenfels haben insbesondere die "Gstopften Rumm" eingeschlagen, die Nachfrage sei riesengroß. Der Frankenwald sei als "Wanderbares Deutschland" zertifiziert. Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen, sondern müsse weiter am Ball bleiben. Sandra Heinz bedauerte, dass die "Gastronomierunde" wieder eingestellt wurde. "Es fehlte einfach die Dynamik, die Gastronomen haben leider nicht das notwendige Interesse gezeigt", sagte sie.

Ausgebaut werden sollen die Trekkingplätze im Wald, dabei stehe man mit den Bayerischen Staatsforsten in Verbindung. Ausbaufähig sei auch das im zweijährigen Turnus in Steinwiesen stattfindende Genussfest. Es wäre denkbar, dies im dazwischenliegenden Jahr in Wallenfels oder Nordhalben durchzuführen.

Im Zuge des Walderlebnisprogramms habe man 34 Veranstaltungen durchgeführt und von der Öffentlichkeit ein sehr positives Feedback erhalten. Dieses Projekt soll im kommenden Jahr fortgeführt und ausgebaut werden.

Darüber hinaus habe man sich der Schaffung von Wohnraum und dem Leerstandsmanagement angenommen. Es gelte die Qualität der Häuser weiter zu entwickeln und diese auch wesentlich besser zu präsentieren. Gerade im Onlinebereich hinken da manche Vermieter noch hinterher, sagte Sandra Heinz. Nachdem die bisherige Mitarbeiterin Barbara Kremer die Stadt verlässt und sich beruflich neu orientiert wurde im Dezember Ines Simon-Graf eingestellt. Sie, die vorwiegend die Flößerei im Haus bearbeitet, stellte sich dem Stadtrat vor.

Befürwortet wurde ein Antrag des katholischen Kindergartens, welcher den Gewichtsfaktor für Kinder unter drei Jahren geändert haben wollte. Geschäftsleiter Frank Jakob informierte über die Zusammenhänge zwischen Kinderkrippe und Kleinkindgruppe. Der Sonderfall mit der Kleinkindgruppe erhöht den Aufwand für den Träger. Hochgerechnet geht es um 14 000 Euro, die durch eine höhere Förderung durch den Freistaat wieder refinanziert werden könne. Durch die bestehende Defizitvereinbarung habe die Stadt kein Risiko, so Jakob.

Thema Hundesteuer vertagt

Vertagt wurde die Änderung der Satzung über die Erhebung der Hundesteuer zu. Demnach sollen die Halter für Hunde im jagdlichen Gebrauch befreit werden. Diesen Punkt will der Bürgermeister vorher im Gemeindetag auf Landkreisebene diskutieren.

Noch weitere Gespräche sind auch aufgrund des Antrags von Jürgen Fabritzek, der eine Erweiterung des Sanierungsgebietes für die Stadtsanierung beantragt hatte, nötig. Er hat ein Haus erworben, welches knapp außerhalb des Gebietes liegt. Bevor man an die Regierung tritt, sollte eine Bedarfsermittlung für den gesamten Randbereich durchgeführt werden, meinte der Bürgermeister.

Der Stadtrat genehmigte zwölf Einzelmaßnahmen, welche im Zuge des interkommunales Förderprogramm beantragt wurden. Frank Jakob stellte diese bereits im Vorfeld abgesprochenen Maßnahmen, welche jetzt als "Sammelnachweis" an die Regierung gehen, vor. Die Auszahlung der Förderung erfolgt dann an die Stadt, welche sie an die Hauseigentümer weiter leitet. Der Bürgermeister sprach von einen Erfolgsmodell, man könne sehen, wie sich das Ortsbild positiv verändert.

Die Stadt Wallenfels hat vom Freistaat Bayern eine Stabilisierungshilfe in Höhe von 450 000 Euro bekommen. Der Bürgermeister informierte, dass dies mit strengeren Auflagen verbunden sei. Das Haushaltskonsolidierungskonzept müsste fortgeschrieben und die Gewerbesteuer angehoben werden. Bis Ende 31. März müsse alles nachwiesen werden, sagte Korn.

Riss geht durch die Kapelle

Der Bürgermeister informierte, dass es Probleme im Bereich Heimatpflege und Denkmalschutz gibt. Betroffen ist die Kapelle am Reupoldsberg, welche auf Grund und Boden der Stadt Wallenfels steht.

Architekt Kersten Schöttner stellte die Probleme vor. Demnach ist die Kapelle in der Mitte durchgerissen und auf der Vorderseite am Bogen ebenfalls eine starke Rissbildung aufgetreten.

Ursache für den durchgehenden Riss auf der Seite sei die fehlende "Frostfreiheit" und vorne drücken die Dachkräfte auf dem Bogen, sagte Schöttner. Auf die Schnelle sei da nichts zu machen, im Frühjahr müsste man dann an die Fundamente und auch beim Dach müsste ein "Ringanker" angebracht werden. Der Bürgermeister appellierte schon jetzt an freiwillige Helfer und Spender, er hofft, dass sich da viele Wallenfelser angesprochen fühlen.

Der Bauantrag der Stadt zur Sanierung der Alten Schule in Wolfersgrün wurde befürwortet und dem Landratsamt zugeleitet. Wie Architekt Schöttner berichtete, soll dort ein Multifunktionsgebäude entstehen.

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