Steinberg
Rathaussturm

Tina und Dominik regieren in Steinberg

Beim Rathaussturm wurde das neue Steinberger Prinzenpaar - Prinz Dominik (Münzel) I. und Prinzessin Tina II. (Görtler) - ins Amt eingeführt. Die beiden haben bis vor wenigen Wochen nichts von ihrem Glück gewusst. Ja gesagt haben sie nach kurzer Bedenkzeit aber doch.
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Das Steinberger Prinzenpaar mit dem Elferratspräsidenten
Das Steinberger Prinzenpaar mit dem Elferratspräsidenten
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Es war eine große Schar wackerer Narren, die nach einem beherzten Rathaussturm die Schlüsselgewalt an sich riss. Ein Prinzenpaar wie aus dem Bilderbuch, das im Nu die Herzen seiner Untertanen gewann und ein Bürgermeister, der seine Entmachtung bis zum Aschermittwoch vielleicht auch mit einem "lachenden" Auge begleitet; ist er doch langjähriger Elferratspräsident der Staaberche Fousanocht. Pünktlich zum Faschingsauftakt ging es am Sonntag um 11.11 Uhr in der Faschings-Hochburg Staaberch rund. Ab sofort herrscht dort die Zeit des Frohsinns und der Glückseligkeit.

Dem revolutionären Umsturz voraus ging ein Faschingszug - bestehend aus Fousanochtlern, der großen und kleinen Prinzengarde und natürlich dem scheidenden Prinzenpaar, Prinz "Mücke" I. und Prinzessin Eva I. Gemeinsam setzte sich die holde Narrenschaft von der Hofwiese aus Richtung Rathaus in Bewegung. Angeführt wurden die "Revoluzzer" vom örtlichen Musikverein, der für die stimmungsvolle Umrahmung des Spektakels sorgte.

Bis zuletzt herrschte über das neue - nunmehr siebte - Prinzenpaar größte Geheimhaltung in Steinberg. Als sich schließlich das chice Cabrio seinen Weg durch das gemeine Fußvolk bahnte, wurde die Überraschung gelüftet. Ab sofort wird Staaberch durch ihre entzückende Lieblichkeit, in verschiedenen Zungen sprechende, Bälle schmetternde, einkaufswütige, trinkfeste Gardistin, Prinzessin Tina die Zweite aus dem in der grauen Gasse ansässigen göttlichen Geschlecht sowie seine Tollität in der Feuerwehr Pressluft schnüffelnde, Johannisfeuer aufbauender, an Werkzeugen montierender Bühnenschieber, bei den Orgelsachern kickender, durchmachender Prinz Dominik der Erste aus dem edlen Geblüt der Vüägelseppern vertreten.

Das Amt gerne übernommen

"Spontan homm wir die Regentschaft oh uns genumma, um unser Narrenvolk sicher durch die fünfte Johreszeit zu bekumma. Obwohl me beide sen genuch eigspannt, sen mer ez trotzdem oh dem Fenster geland. Obe do wir bei jeder Feier eh mit kumma, hom mer des Amt ja gänn übernumma", versicherten die neuen Regenten bei ihrem ersten Auftritt. Kaum an der Macht, hatten sie auch schon die ersten Befehle an ihre Untertanen für die Faschingszeit, nämlich Feiern, Lachen und Heiterkeit. Das neue Prinzenpaar trat in die Fußstapfen von Prinz "Mücke" I. und Prinzessin Eva I., die "tränenreich" ihren treu ergebenen Untertanen auf Wiedersehen sagten.

Sehr erfreut über die "Regierungsübernahme" war dagegen Elferratspräsident Wolfgang Förtsch. "Der nächste Narrenzauber stett vo dä Tür, denn doudrauf freu mer uns alla hier. Hinte die Kulissen me scho emsig spinnt, wie me euch 2013 zenn Lachen bringt. Als Motto hot me ausgespäht, däss seit 100 Johr unne Kering steht. A Thema, wie ihr dann höht und seht, ihr Lieben - woss die Heiligenschrubbe ist auf den Leib geschrieben", war er sich sicher.

Die neuen Hoheiten wurden unter lautstarkem Jubel ihrer Steinberger Untertanen und dem dreifach donnernden Schlachtruf "Staaberch Schrubb Schrubb" in ihre ruhmreichen Ämter eingeführt. Diese machten gleich deutlich, wer jetzt in Steinberg das Sagen hat, nämlich sie. "Im Feuewehbunke fang mehr o und im ,Frack‘ genn mer donn k.o.", kündigten sie an. Diese Aufforderung ließen sich die Feiernden natürlich nicht zweimal sagen, und so wurde die Faschingssaison "begrüßt".

Beide Regenten sind seit vielen Jahren Aktivposten der Staaberche Fousanocht. Tina Görtler gehört der Steinberger Prinzengarde an, früher war sie in der Tanzgruppe "The Nameless". Dominik Münzel wirkte bei den Büttenabenden ebenfalls tatkräftig mit, agierte aber eher im Hintergrund. So half er in Reihen der örtlichen Feuerwehr unter anderem beim Auf-, Ab- und Umbau auf der Bühne zwischen den Darbietungen.

"Wir haben vor vier Wochen noch nichts von unserem Glück gewusst", verrät das neue Prinzenpaar. Dann habe sie Faschingsbeauftragter Herbert Agel gefragt und nicht locker gelassen, bis sie ja gesagt haben. "Das war schon überraschend. Vier Wochen ist nicht viel Zeit, das ist schon knapp. Schließlich braucht man ja beispielsweise auch das richtige Outfit", erzählt die neue Prinzessin. "Viel Zeit zum Überlegen blieb da nicht", erklärt auch ihr Prinz. Beide hatten sich erst einmal Bedenkzeit ausgebeten, da sie sehr aktiv im örtlichen Vereins- und Dorfleben eingebunden sind, dann aber trotzdem zugestimmt - und zwar voller Freude, wie sie betonen. "Ich freue mich sehr auf die kommende Zeit - auf den Spaß, das Feiern und das Durchmachen", meint Tina. Ihr Prinz feiert ebenfalls gerne.

"Das war eine sehr schöne Zeit. Ich bin schon etwas traurig, dass sie so schnell vergangen und nun vorüber ist. Aber ich werde mich immer gerne daran erinnern", so die scheidende Prinzessin Eva I. Auch Seine Tollität Prinz Mücke I. hatte viel Spaß beim Feiern und auch er hätte gerne noch weitergemacht. Das neue Prinzenpaar finden beide toll. "Das war eine sehr gute Wahl", freut sich Eva und sagt: "Ich würde das im Nachhinein jederzeit wieder machen. Und ich würde jeder und jedem nur zuraten. Das hat wirklich viel Spaß gemacht."

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