Kronach
Tierseuche

THW probt für die Schweinepest

Der Vormarsch der Afrikanischen Schweinepest in Nachbarländern veranlasste die zuständigen Abteilungen des Landratsamtes Kronach nun zum Handeln.
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Die zuständigen Behörden probten zusammen mit Kräften des THW Kronach den Aufbau und Betrieb einer Desinfektionsschleuse für Großfahrzeuge.  Foto: Heike Schülein
Die zuständigen Behörden probten zusammen mit Kräften des THW Kronach den Aufbau und Betrieb einer Desinfektionsschleuse für Großfahrzeuge. Foto: Heike Schülein

Letztendlich ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Afrikanische Schweinepest auch unsere Region erreichen könnte. Der wahrscheinlichste Fall eines Ausbruches würde im Wildbestand erfolgen. Hier müssten verendete Wildschweine im Wald aufgenommen und in eine Übergabestelle verbracht werden. Alle Einsatzkräfte und Fahrzeuge, die an einer solchen Aktion beteiligt wären, müssten vor dem Verlassen der Übergabestelle zuverlässig desinfiziert beziehungsweise dekontaminiert werden.

Den Aufbau und Betrieb einer solchen Desinfektionsschleuse für Großfahrzeuge probten am vergangenen Samstag die zuständigen Behörden zusammen mit Kräften des Technischen Hilfswerks (THW) Kronach. Was sich im ersten Moment recht banal anhört, ist doch eine gewaltige Herausforderung. Die Schleuse zur Fahrzeugdekontamination hat eine Länge von 30 Metern und eine Höhe und Breite von jeweils vier Metern. So kann ein kompletter 40-Tonner in einem Durchgang von oben bis unten gereinigt und desinfiziert werden.

Tragende Säule der Konstruktion ist im wahrsten Sinne das sogenannte "Einsatzgerüstsystem" des THW, kurz EGS genannt. Dieses System hat gewisse Ähnlichkeit mit einem normalen Baugerüst; kann aber viel mehr. Neben dem Bau von Abstützungen, Stegen, Brücken und Arbeitsplattformen lassen sich damit auch Türme und Arbeitsbrücken errichten, um beispielsweise die Lkws von oben bis unten reinigen zu können. Der Bau von Konstruktionen aller Art aus diesem Einsatzgerüstsystem, ist eine THW-Standardaufgabe und wird regelmäßig geübt, wie der stellvertretende Ortsbeauftrage Udo Höfer erklärte.

Um die Fahrbahn mit mindestens vier Metern Durchfahrtshöhe zu überbauen, mussten die THW-Helfer in einer Höhe von bis zu sieben Metern über dem Boden arbeiten. Dass dabei die Sicherheit des eingesetzten Personals obererste Priorität hat, versteht sich von selbst, wie Zugführer Alexander Blüml ausführte: "Auch wenn die Zeit oft drängt, aber in dieser Höhe darf nur mit angelegter Absturzsicherung gearbeitet werden."

Im Notfall sofort verfügbar

Beim Aufbau der Schleuse wurden die THW-Kräfte von Mitarbeitern des Kreisbauhofes unterstützt, während sich die Vertreter des Landratsamtes - Markus Heckel, Klaus Dressel und Herbert Eisentraudt - ein Bild vom technischen Ablauf des Aufbaus und späteren Betriebs dieser Schleuse machten. "Es ist wichtig, dass wir im Bereich Tierseuchenbekämpfung gut und rechtzeitig vorbereitet sind", bestätigte der Leiter des Sachgebietes Veterinärwesen, Markus Heckel. Das komplette Material zum Bau der Desinfektionsschleuse ist beim THW-Ortsverband Kronach eingelagert und daher im Notfall sofort verfügbar.

Bei Bedarf kann die Schleuse auch komplett autark, das heißt ohne externe Energieversorgung, betrieben werden, da das THW über entsprechende Notstromkapazitäten verfügt, um sich selbst zu versorgen. Klaus Dressel und Herbert Eisentraudt vom Landratsamt Kronach zeigten sich nach Abschluss der Übung tief beeindruckt vom Ausbildungs- und Leistungsstand des THW und bedankten sich für die gute und professionelle Zusammenarbeit mit ihrer Behörde.

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