Kronach
Einsatz

THW Kronach kämpft sich durch die Schneemassen

Das Technische Hilfswerk zieht angesichts der Schneemassen im südlichen Bayern seine Einsatzkräfte zusammen. Auch Helfer aus dem Kreis Kronach stehen der Bevölkerung dort zur Seite.
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Das Kronacher THW hilft den Menschen im Süden Bayerns nach Kräften. Foto: THW
Das Kronacher THW hilft den Menschen im Süden Bayerns nach Kräften. Foto: THW
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Die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks aus dem Landkreis Kronach haben bei ihrem Dienst schon viel gesehen, seien es Hochwasser, Orkanschäden oder Schneemassen. Der Anblick, der sich den Aktiven zurzeit in Südbayern bietet, wird bei ihnen dennoch einen bleibenden Eindruck hinterlassen - und an ihren Kräften zehren.

"Für uns als Oberfranken ist diese Lage schon ungewohnt", stellt Zugführer Alexander Blüml fest. Übers Handy berichtet er unserem Reporter in die Kronacher THW-Zentrale - direkt aus dem Einsatzgebiet. Am Montag war das Mittenwald, zuvor Oberammergau, am Dienstag geht's nach Krün. Überall in der vom Winter gebeutelten Region haben die über 1000 Hilfskräfte, die alleine das THW vor Ort hat, alle Hände voll zu tun. Alexander Blüml spricht von Schneemassen sowie von reichlich Regen und Schneeregen, der das Weiß auf den Dächern immer schwerer werden lässt; er erzählt von abgeschnittenen Orten und unbefahrbaren Straßen.

Blüml gehört zum ersten Trupp, den das Kronacher THW wegen des Schneechaos' abgestellt hat. Seit dem Wochenende sind die Helfer im Einsatz. Ein zweiter Trupp ist gestern ausgerückt und wurde schon dringend erwartet. Ein dritter steht in Bereitschaft.

"Der Einsatz wird mindestens bis zum Ende der Woche dauern", richtet sich Udo Höfer darauf ein, dass der Winter im gebirgigen Süden nicht von heute auf morgen den Rückzug antreten wird. Höfer koordiniert als stellvertretender Ortsbeauftragter des Kronacher THW den Einsatz seiner Kameraden mit und ist daher immer am Puls des Geschehens. "Unsere Hauptaufgabe ist es, die Einsatzkräfte zu organisieren, die Helfer zu disponieren und zu entscheiden, welche Fahrzeuge optimal sind", erklärt er, was logistisch in Kronach gestemmt werden muss. Und dort musste dieses Mal besonders schnell reagiert werden.

Am Freitag gegen 18 Uhr wurden die ersten Kronacher THW-Kräfte angefordert - bereits zwei Stunden später sind sie ausgerückt. Ohne das Verständnis der Familien und der Arbeitgeber wäre so etwas nicht zu bewerkstelligen, dankt Höfer diesen für ihre große Unterstützung.

Gehörigen Respekt nötigt ihm natürlich das ab, was seine Kameraden vor Ort schon geleistet haben. Einen Knochenjob. Eine Hauptaufgabe war es bisher, Dächer von den Schneemassen zu befreien. In Oberammergau ging es beispielsweise um eine große Halle. "Wenn man zwei Meter hohen Schnee von einem Dach räumt, dann ist man nach zwei Tagen platt", weiß Höfer und spricht von Hunderten Kilos der regendurchnässten Masse, die jeder einzelne Helfer aus dem Weg räumen musste.

"Es ist anstrengend und wird jeden Tag anstrengender. Der Schnee wird immer schwerer und die Dächer werden immer rutschiger", bestätigt Blüml diesen Eindruck. Wegen solcher Anstrengungen werden die Einsatzkräfte alle paar Tage abgelöst. "In der Regel haben wir einen Zehn-Stunden-Arbeitstag", so Blüml, der den großen Zusammenhalt im Team und zwischen allen Helfern vor Ort ebenso lobt wie die Versorgung durch die Gemeinde Oberammergau. Danach falle man müde ins Bett. Gegen 7.30 Uhr früh geht es schließlich wieder weiter. Dann werden wieder die Schneehexen in die Hand genommen und die Dächer von ihrer frostigen Hülle befreit.

"Auch 2009 hatten wir viel Schnee", erinnert sich Höfer. Aber mit der aktuellen Situation sei das nicht vergleichbar. Deshalb kann der stellvertretende THW-Ortsbeauftragte auch nur hoffen, dass auf die Schneemassen kein weiterer Einsatz folgen muss. Dann nämlich, wenn das Tauwetter einsetzt und sich das ganze Wasser seinen Weg bahnen wird.



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