Kronach
Neubau

THW bekommt in Kronach ein neues Zuhause

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit ist das neue Gebäude des Technischen Hilfswerks (THW) nun fertig. Höchste Zeit, wenn es nach Udo Höfer und Hajo Badura geht.
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Hajo Badura (links) und Udo Höfer freuen sich über das neue THW-Gebäude.
Hajo Badura (links) und Udo Höfer freuen sich über das neue THW-Gebäude.
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Was er in der Küche entdeckt hat, gefällt Udo Höfer gar nicht. "Was macht denn die Sockelleiste für eine Welle?", fragt der stellvertretende Leiter des THW-Ortsverbands Kronach und legt die Stirn in Falten. Da müsse der Lieferant nacharbeiten, denn eigentlich ist der THW-Neubau, der "Im Eichicht" liegt, schon offiziell von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) abgenommen.

Diese mietet die Räumlichkeiten von einem Privatinvestor. Das THW wiederum mietet von der Bima. Hajo Badura, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungsbeauftragter, schaut auf die Welle und nickt. Das muss ordentlich gemacht werden. Weiter geht es in den nächsten Raum.


"Alt und beengt"

Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit steht Höfer und Badura bei ihrem Rundgang die Vorfreude ins Gesicht geschrieben.
Bald kann das Kronacher THW seine alte Bleibe in der Kronacher Joseph-Haydn-Straße verlassen. Höchste Zeit, sagt Udo Höfer, denn das alte Gebäude habe nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorschriften entsprochen. "Für Altbauten gibt es zwar einen Bestandsschutz, aber auch der läuft irgendwann aus." Doch nicht allein deshalb freut sich das THW Kronach auf sein neues Zuhause. "Unsere alte Unterkunft war alt und beengt", sagt Hajo Badura. Allein die Küche sei jetzt "gut sechs Mal so groß wie unsere alte", sagt Höfer. "So können wir uns jetzt wesentlich besser verpflegen und unser Verpflegung für überörtliche Einsätze vorbereiten." Außerdem gebe es jetzt einen eigenen Raum für die Jugend. Da es den bisher nicht gab, sagt Udo Höfer, "haben wir die Jugend und die Erwachsenen gar nicht gleichzeitig unter gebracht".

Weiter geht es zu den beiden Leitungs- und Koordinationsräumen (LUK), die das THW bei großen Einsätzen braucht, um beispielsweise mit der Polizei in Verbindung zu bleiben. Im alten THW-Gebäude gab es die gar nicht. Bislang habe der LUK-Raum im Landratsamt zwar ausgereicht, aber beim Sturm "Kyrill" im Jahr 2007 "hätten wir einen eigenen LUK-Raum gebraucht", erzählt Höfer.

Weiter zu den Duschen. Die seien im alten Gebäude nicht zu benutzen gewesen. Unangenehm, betont Badura, "denn nach einem Einsatz in einer Kläranlage will man duschen und sich nicht stinkend ins Auto setzen". Außerdem bekommen die Frauen nun ihren eigenen Bereich. Im alten Gebäude mussten sie sich mangels Platz die Umkleide mit den Männern teilen. In der Praxis hieß das: zuerst die einen, dann die anderen. Das habe alles funktioniert, sagt Udo Höfer, aber bequem sei es nicht gewesen.

Gut doppelt so viel Platz hätten die 120 Mitglieder des THW-Ortsverbands Kronach in dem Neubau. Platz, der mit Möbeln gefüllt werden möchte. Früher brauchten sie zwei Schreibtische, heute sind es zwölf. "Wir mussten jeden Stuhl, jeden Tisch und jeden Seifenspender selbst beschaffen, weil das alte abgenutzt war. Die meisten unserer Stühle waren älter als die Leute, die darauf sitzen."


"Bis an die Belastungsgrenze"

Das musste der Ortsverband selbst bezahlen, weswegen sie bis an ihre Belastungsgrenze gehen habe müssen, sagt Höfer, "denn wir haben dafür eigentlich kein Budget." Hajo Badura ergänzt: "Unser Glück war, dass wir vergangenes Jahr viele Einsätze hatten, bei denen es einen Kostenträger gab." Jemand also, dem das THW seinen Einsatz in Rechnung stellen konnte.

In der Abendsonne treten Hajo Badura und Udo Höfer auf den Hof des neuen THW-Geländes. Größer sei der, als der alte, betont Badura. Praktisch zum Rangieren. Überhaupt, die Nähe zur Bundesstraße 173 sei ein großer Vorteil. "Unser altes Gebäude liegt direkt in einem Wohngebiet", erklärt Hajo Badura, "da sind wir manchmal sogar zugeparkt worden". Höfer nickt und zeigt auf sein persönliches Highlight. "Die Lkw-Hallen des ehemaligen Autohaus Endres sind für mich das Zuckerl." Viel Platz für die THW-Fahrzeuge. Abgasabsauganlage, Druckluftversorgung - all das ist vorhanden, damit die Bremsen der Lastwagen immer versorgt sind und man im Ernstfall sofort ausrücken kann.

Das alles gab es nicht in der Joseph-Haydn-Straße. Im Gegenteil: Auch hier herrschte Platznot.Vor zwei Jahren bekam das Kronacher THW gar einen neuen Lkw, der nicht in die Halle passte. "Unser neuestes Pferd war also zwei Jahre im Freien gestanden", sagt Udo Höfer.

Am Ende des Rundgangs, als so viele Nachteile des alten Gebäudes gewälzt wurden, kommt bei Udo Höfer und Hajo Badura doch ein bisschen Wehmut auf. "Das Kuschelige, Kameradschaftliche" falle jetzt weg, da die Büros der Ortsverbandsleiter nicht mehr so nah an den Mannschaftsräumen liegen. "Das hatte alles ein wenig Sportheim-Charakter und das hier wirkt wie ein Behördengebäude", sagt Badura.

Doch bei aller Nostalgie, werde die Arbeit für das THW in Kronach nun leichter, unterstreicht Udo Höfer. "Die Sicherheit der Bevölkerung wird durch so ein Gebäude gesteigert."
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