Teuschnitz
Auszeichnung

Teuschnitzer Bücherei ist "Gold" wert

Die Bibliothek in Teuschnitz erhielt das "Büchereisiegel" in Gold. Auch die Grundschule weiß den Lesespaß vor Ort zu schätzen.
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Nach dem Basteln ist für die Schüler Schmökern angesagt. Heike Schülein
Nach dem Basteln ist für die Schüler Schmökern angesagt. Heike Schülein
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Feuerdrache Kokosnuss und Fressdrache Oskar möchten allein im Dschungel im Zelt übernachten. Tagelang liegen sie ihren Eltern damit in den Ohren! Als die den Übernachtungsausflug endlich erlauben, stellt sich bei den Freunden ein flaues Gefühl ein. Warum für die beiden die Nacht im Dschungel dann tatsächlich recht unheimlich wird - das erfahren an diesem Donnerstagvormittag die Jungen und Mädchen der Teuschnitzer Grundschule, die wie gebannt an den Lippen des Montagteams, Ellen Zapf und Irene Goihl, hängen.

Die beiden Mitarbeiterinnen der Teuschnitzer Bibliothek im Alten Torhaus lassen sich für die erste und zweite Jahrgangsstufe, die einmal im Monat die Bücher-Oase besuchen, immer etwas Besonderes einfallen. Zunächst kommen die Kids stets in den Genuss einer spannenden Geschichte, wofür sie es sich auf weichen Kissen auf dem Teppich der Kinder-Ecke gemütlich machen können. Im Anschluss daran wird - passend zu der zuvor gehörten Geschichte - gebastelt oder gemalt.

Dieses Mal entschieden sich die beiden Bücherei-Mitarbeiterinnen für das Buch "Die Mutprobe" aus der Reihe "Der kleine Drache Kokosnuss", das altersgerecht die Themen Mut und Angst beleuchtet. Hierzu durften die Schüler einen tollen Bilderrahmen mit Tigermotiv gestalten, wofür Ellen Zapf und Irene Goihl - wie immer - für jedes Kind ein startfertiges Bastel-Set vorbereitet hatten. Nach getaner Arbeit dürfen die kleinen Leseratten in der Bibliothek nach Herzenslust schmökern und sich Bücher aussuchen, die später von ihren Eltern zur Ausleihe abgeholt werden können.

Mit der Aktion möchte man die Lust der Kinder auf Lesen wecken und sie mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt bringen. Die jungen Bücherfreunde erfahren, wie viel Spaß Bücher machen können und was für ein interessanter Ort eine Bücherei ist. Sie lernen, wo man welche Medien findet und wie die Ausleihe funktioniert.

Begeistert von der Kooperation zeigt man sich auch seitens der Grundschule, an der Lesen und Lesekompetenz ein großer Stellenwert zukommt. Einen sehr guten Kontakt pflegt man seitens der Bücherei auch zu Kindergartenkindern, die im "Alten Torhaus" beispielsweise ihren Bibliotheks-Führerschein machen können - und die "Büchergeister" dürfen spannende Bilderbücher kennenlernen.

Auch im elften Jahr des Bestehens zeichnet das Team alleine verantwortlich für die Einrichtung der 200 Quadratmeter großen Räumlichkeiten, den Aufbau einer modernen Bibliothek und das Betreiben einer kontinuierlichen Kulturarbeit. Dabei liegen nicht "nur" Planung und Durchführung des Bibliotheksbetriebs und der Highlights in ehrenamtlichen Händen. Vielmehr leisten die Mitarbeiterinnen sogar die Beschaffung der Gelder für den kostenintensiven Betrieb größtenteils durch viele verschiedene Veranstaltungen selbst - so gerade auch 2018, als man mit einem vielseitigen Jahresprogramm Zehnjähriges feierte.

Weihbischof verleiht Siegel

Nun durfte sich das Team erneut über eine hohe Auszeichnung freuen: Das "Büchereisiegel in Gold", das den sehr guten Qualitätsstandard der Bücherei bestätigt. Das Siegel wurde von Weihbischof Herwig Gössl im Bistumshaus St. Otto an 42 ehrenamtlich geleitete Büchereien aus dem Erzbistum verliehen. Die Ehrenamtlichen wurden für ihre hervorragende Arbeit vor Ort in den Pfarreien ausgezeichnet. "Sie machen aus reinen Bücherdepots eine Bücherei - einen Ort, der zum Lesen einlädt", bekräftigte Gössl. Gerade die Menschen vor Ort seien besonders wichtig.

Heinrich Hohl, Diözesanvorsitzender des St. Michaelsbundes Bamberg, zeigte sich höchst zufrieden: "Wir sind stolz auf unsere 100 Büchereien im Bistum und die wertvolle Arbeit, die dort gleistet wird." Stefan Eß, Direktor des St. Michaelsbundes, betonte die Bedeutung von Büchereien für die Gesellschaft. "Öffentliche Büchereien sind ,in‘ und gehören zu den meistbesuchten Einrichtungen in Bayern." Seit dem 1. Januar 2018 greifen 15 Mindestanforderungen, die der Büchereifachverband St. Michaelsbund, Landesverband Bayern e. V., für ehren- und nebenamtlich geführte Büchereien in Orten bis zu 10 000 Einwohnern formuliert hat. Die Standards beziehungsweise Mindestanforderungen betrachten die Bücherei hinsichtlich ihrer Ausstattung und ihres Leistungsumfangs - beginnend mit der Auffindbarkeit, den Öffnungszeiten, dem Raum- und Medienangebot über ihre Finanz- oder EDV-Ausstattung bis hin zu bestimmten statistischen Leistungsdaten oder Veranstaltungen mit Kooperationspartnern.

2000 ehrenamtliche Stunden

Entsprechend stolz zeigt sich das Teuschnitzer Team, das sich auch für die gute Zusammenarbeit und die finanzielle Unterstützung des Trägers - der Katholischen Kirchenstiftung - und der Stadt Teuschnitz bedanken möchte. "Mit viel Herzblut und persönlichem Einsatz wird unser Team auch heuer alles dafür tun, dass sich unsere großen und kleinen Leser bei uns wohlfühlen. Im vergangenen Jahr wurden wieder über 2000 ehrenamtliche Stunden geleistet", würdigt Mathilde Grüdl.

Und was wünschen sich die Helferinnen? "Natürlich weiterhin viele Besucher, die bei uns stöbern und schmökern oder einfach nur mal eine Tasse Kaffee in unserer Lese-Ecke trinken, während die Kids in der Kinder-Ecke die Zeit verbringen dürfen. Denn bei uns geht's schon recht fröhlich zu, da muss niemand leise durch die Bücherregale schleichen. Eigentlich sind wir das optimale Ziel für einen Familienausflug", geben die tüchtigen Damen den berühmten Wink mit dem Zaunpfahl.



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