Tettau
Gemeinderat

Tettau meldet neue Förderprojekte an

In den Ortsteilen sollen mehrere Gebäude abgebrochen werden, in Schauberg könnte ein Dorfgemeinschaftshaus geschaffen werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Anwesen Talstraße 7 soll auf Vorschlag des Bürgermeisters zu einem Dorfgemeinschaftshaus umfunktioniert werden. Das Projekt wurde nun für die Förderoffensive Nordostbayern angemeldet. Veronika Schadeck
Das Anwesen Talstraße 7 soll auf Vorschlag des Bürgermeisters zu einem Dorfgemeinschaftshaus umfunktioniert werden. Das Projekt wurde nun für die Förderoffensive Nordostbayern angemeldet. Veronika Schadeck

Der Marktgemeinderat Tettau will seine Ortsteile aufwerten. Deshalb sollen nun weitere Projekte bei der Regierung von Oberfranken angemeldet werden. Man hofft dabei auf Gelder aus der Förderoffensive Nordostbayern.

Konkret handelt es sich dabei um den Abbruch der Anwesen 34 und 36 sowie um das Gebäude in der Langenauer Straße 1 in Schauberg. Weiterhin ging es auch darum, das Anwesen Talstraße 7 für eine Umnutzung zu melden. Die Idee des Bürgermeisters ist es, dieses Gebäude in ein Dorfgemeinschaftshaus umzugestalten. Zudem soll auch das Gebäude "Am Berg 14" in Langenau abgerissen werden. Dort soll ein "Feiergarten" entstehen.

"Die alten Dinger gehören weg!", so Willi Güntsch (SPD). Seine Zweifel äußerte er aber über die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses in Schauberg. Dieser Ortsteil habe eine schöne Gastronomie und diese sollte erhalten werden. Peter Ebertsch meinte, dass man nie wisse, wie sich ein Wirtshaus entwickele. Außerdem handele es sich hierbei lediglich um die Anmeldung von Projekten. "Die Gemeinde sollte sich alle Türen offenhalten, zumal man nie weiß, wie lange es diese Förderung gibt!" Und er stellte klar: "Wenn die Schauberger ein solches Haus wollen, dann bekommen sie es."

Zustimmung fand auch das Vorhaben des Bäckermeisters Carsten Löffler. Dieser will seine Geschäftsräume umfunktionieren. Er hofft, dabei in den Genuss von Fördermitteln im Rahmen der "einfachen Dorferneuerung" in Kleintettau zu kommen. "Ich bin positiv angetan", so der Bürgermeister. Statt zu jammern, stelle sich der junge Unternehmer dem Wandel.

Kritik an aufgebackenen Semmeln

Der Bäckermeister und Gemeinderat Hubert Ruß (SPD) meinte, dass nicht nur schöne Worte fallen dürfen, sondern auch gehandelt werden sollte. Als Beispiel erwähnte er die Einweihung des Grenzdenkmals vergangene Woche und die anschließende Einkehr in der Wanderhütte am Rennsteig. Statt Bratwürste und Semmeln aus der Region zu nehmen, wurden Brötchen aufgebacken.

In die gleiche Kerbe schlug sein Kollege, der Bäckermeister Gerhard Löffler (FW). "Wir sprechen von einer Genussregion und verzehrt werden Teiglinge aus Polen!" Der Bürgermeister stellte klar, dass er dem Betreiber der Wanderhütte keine Vorschrift über den Bezug seiner Waren machen könne.

Ohne Gegenstimme sprach sich das Gremium dafür aus, die Putzarbeiten für den Neubau des Feuerwehrhauses an die Firma Hofmann GmbH in Ludwigsstadt zu vergeben. Wie Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) erklärte, lagen die Kostenschätzungen bei 13 300 Euro. Abgegeben wurden lediglich zwei Angebote. Das günstigste kam von der Hofmann GmbH in Höhe von 21 780 Euro. Ebertsch sprach von einer Bauhochkonjunktur und fehlenden Handwerkern. Er wies darauf hin, dass beim Hofmann-Angebot auch der Innenputz enthalten sei.

Verschleiß in der Kläranlage

Zustimmung fand auch die Erneuerung der Hardwarekomponenten bei der Kläranlage in Sattelgrund. Ebertsch bezog sich bei seiner Begründung auf die Stellungnahmen seiner "fachkundigen" Klärwärter, in denen von Verschleiß und Defekten der 27 Jahre alten Anlage die Rede ist. Vor der Anschaffung sollte man die Anlage nochmals prüfen, schlug Willi Güntsch (SPD) vor. Letztendlich sprach sich das Gremium mit einer Gegenstimme dafür aus, den Auftrag an die Firma Seitec/Oberköditz für 11 890 Euro unter Vorbehalt zu vergeben. Der Vorbehalt deshalb, weil Willi Güntsch als Elektroniker die Anlage noch mal besichtigen wollte.

Ebenso wie bereits andere Kommunen stimmte auch der Markt Tettau dem Beitrag der Kommunalen Zweckvereinbarung für einen gemeinsamen Datenschutzbeauftragten zu. "Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen!", so Ebertsch. In diesem Zusammenhang galt sein Dank Landrat Klaus Löffler, dessen Behörde zwei Personalstellen schaffen will. Diese Mitarbeiter sollen sich der Thematik "Datenschutz" widmen. Wie bereits berichtet, übernimmt der Landkreis 50 Prozent der Kosten, den Rest teilen sich die Gemeinden anteilmäßig nach ihrer Bürgerschaft.

Einstimmig wurde für die bevorstehenden Kommunalwahlen im März 2020 Katharina Morgenthum als Wahlleiterin bestellt. Ihre Stellvertreterin wird Katharina Stein.

Aus dem Gemeinderat

Verkehr Hubert Ruß (SPD) kritieierte, dass während der Baumaßnahme der Staatsstraße am Rennsteig das "obere Dorf" in Tettau von einem absoluten Halteverbot betroffen war - mit Nachteilen für die ansässigen Geschäftsleute. Er kritisierte die Polizei, die an parkenden Autos Strafzettel anbrachte. Die Inhaber der Fahrzeuge seien nur wenige Minuten in seinem Geschäft gewesen, um sich Proviant zu holen. Ruß fragte nach dem Wahrheitsgehalt von Gerüchten, wonach in der gesamten Ortsdurchfahrt ein absolutes Halteverbot angebracht werde. "Das ist nicht mein Zuständigkeitsbereich!", so Bürgermeister Ebertsch. Man sollte diesbezüglich bei der Polizei oder dem Staatlichen Bauamt nachfragen. Ihm sei daran gelegen, vor dem Rathaus zwei Parkmöglichkeiten offen zu halten. Es gehe um die Bürger, die gesundheitlich eingeschränkt seien und im Rathaus Behördengänge erledigen müssten.

Borkenkäfer Dietmar Schmidt (SPD) sprach die vom Borkenkäfer befallenen Bäume oberhalb der Friedhofshalle an. Es sollten die Besitzer zum Handeln aufgefordert werden.

Straßenschäden Schmidt forderte zudem den Bürgermeister auf, das Staatliche Bauamt auf die Schäden bei der Staatsstraße 2201 zwischen Alexanderhütte und Sattelgrund aufmerksam zu machen. Das sei mehrmals passiert, so Ebertsch. Er wies darauf hin, dass der Freistaat nur 100 Millionen Euro für den Ausbau von Staatsstraßen ausgebe. Allein die Rennsteigstraße habe Kosten von mehr als zwei Millionen Euro verursacht. Das bedeute, dass nur etwa 50 Staatsstraßen bayernweit saniert werden könnten. "Das ist nicht viel!"

Förderung Erfreut war der Bürgermeister über Fördermittel bei der Sanierung von Wasserleitungen in Kleintettau, die bereits vor zwei Jahren durchgeführt wurde. Es handele sich um einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent. Künftig könne man 80 Prozent erwarten.

Bauanträge Das gemeindliche Einvernehmen erteilt wurde der Fa. Morgenthum, Alexanderhütte, Bau einer Lagerhalle; Gemeinde Tettau: Bau Bistro am Tropenhaus; Gerresheimer Tettau: Anbringung einer Lackiermaschine; Fam. Karl: Fertiggarage mit Unterkellerung.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.