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Ziegelerden
Denkmal

Tappenmacher-Platz offiziell eingeweiht

Mit der Einweihung des Tappenmacher-Platzes fand in Ziegelerden ein wichtiges Projekt der Dorfgemeinschaft seinen krönenden Abschluss. Die Einwohner und die Stadt Kronach haben die Arbeiten mit großem Aufwand umgesetzt.
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Pater Johannes Effern und Pfarrerin Susanne Treber nahmen die Einweihung des neuen Platzes und des Denkmals vor. Foto: ck
Pater Johannes Effern und Pfarrerin Susanne Treber nahmen die Einweihung des neuen Platzes und des Denkmals vor. Foto: ck
Das Bild des beschaulichen Ziegelerden hat sich verändert. Der Bereich, wo einst das ehemalige Tropfhaus wegen einer Engstelle ein Unfallschwerpunkt war, erstrahlt in neuem Glanz. Drei große Tafeln schmücken die sanierte Fassade. Doch der größte Blickfang ist ein Denkmal aus Sandstein. Zwei "Tappen" sind darauf zu sehen, aus Stein gemeißelt.

"Nur wer weiß, wo er herkommt, der weiß wer er ist", mit diesen Worten eröffnete Stadtrat Johannes Hausmann (CSU) die Einweihung des Tappenmacher-Platzes. Damit sprach er die vielen Ziegelerdener an, die ihre Wurzeln in Tappenmacher-Familien haben. Mit viel Arbeit und Mühe hätten diese Handwerker über Jahrzehnte ihr tägliches Brot verdient. "Nur wer weiß, wie hart es die Leute früher hatten, der schätzt heute - trotz Problemen - wie gut es uns geht", so Hausmann.

Gefährliche Engstelle entschärft


Stadtrat Ralf Völkl (SPD) gab zu Bedenken, wie gefährlich die Engstelle war, bevor das Tropfhaus abgerissen wurde. Sein Dank galt allen ehrenamtlichen Helfern.

Nur mit der Entschärfung der Gefahrenstelle begnügten sich die Ziegelerdener jedoch nicht. Anschließend wurden die Fassade des angrenzenden Hauses sowie der neu entstandene Platz von der Vereinsgemeinschaft Ziegelerden mit großer ehrenamtlicher Eigenleistung und in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Kronach gestaltet.
Man wollte einen heimatgeschichtlichen Identifikationspunkt schaffen, dessen Herzstück das Denkmal aus ortstypischem Sandstein ist - mit den Tappen, die durch Manfred Fößels Können entstanden.

Die ortsgeschichtlichen Tafeln neben dem Denkmal geben jedem Interessierten ausführliche Informationen. "Die Tafeln wurden in Zusammenarbeit mit dem Heimatpflege-Verein Gehülz/Seelach/Ziegelerden erstellt", erklärte Völkl. Und er betonte, dass das Handwerk der Tappenmacher heute zwar keinen wirtschaftlichen Stellenwert mehr habe und es über die Jahre in Vergessenheit geraten sei, "es ist aber nicht aus der Erinnerung der Ziegelerdener Bevölkerung gewichen."

Vergangenheit und Zukunft


Mit dem Denkmal gehen seiner Ansicht nach noch weitere positive Aspekte einher. So schlägt es eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Von Seiten der Dorfgemeinschaft kann man sich zudem freuen, dass das Miteinander durch die Zusammenarbeit im Ort noch weiter verbessert wurde und nicht zuletzt auch die Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und den Bürgern.

"Zunächst war ich nicht begeistert. Steinerne Tappen?!", verriet der Knellendorfer Bildhauer Manfred Fößel bei der Einweihung. "Wo bleibt die Kunst?", fragte er sich immer wieder. Es bleibe bei so einer Arbeit wenig Interpretations-Spielraum. Doch jetzt sei er zu dem Schluss gekommen, dass dieses Werk eine Metapher für die häusliche Geborgenheit sei. Und genau diese Wärme und Häuslichkeit, so könne man meinen, übertrügen die steinernen Tappen beim Ansehen auf den Betrachter.

Bürgermeister ist begeistert


"Ich bin in der Tat begeistert", versicherte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW). "Ein großer Wunsch der Bevölkerung ist in Erfüllung gegangen." Zudem sei ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit geleistet worden. Die Stadt habe schon immer hinter diesem Vorhaben gestanden. Sie habe mit 10 000 Euro zum Abriss und zur Fassadengestaltung beitragen und mit weiteren 5000 Euro zum Platz selbst. Dazu müssten noch die Leistungen der Stadtwerke in vergleichbarer Höhe gezählt werden.

"Doch das alles wäre nicht zu realisieren gewesen ohne die freiwilligen Helfer, die alle tüchtig mit angepackt, sich eingebracht sowie ihr Wissen und ihre Technik bereitgestellt haben", lobte der Bürgermeister. "Die Mühe hat sich gelohnt." Nun wirke dieser Platz wie ein Eingangstor. Matthias Horner reflektierte anschließend den Verlauf der Bauarbeiten.

Der Musikverein Ziegelerden umrahmte die Veranstaltung. Der neue Platz wurde ökumenisch von Pater Johannes Effern und Pfarrerin Susanne Treber gesegnet. ck

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