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Kronach
Trendsportart

Struwwelpeter Kronach: Balanceakt auf der Slackline

Im Kronacher Jugend- und Kulturtreff Struwwelpeter findet jede Woche - organisiert vom Actionteam des Treffs - eine besondere Aktion statt. Dieses Mal ging es auf die Slackline.
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Beim Slacklining kommt es auf Balance und Konzentration an. Die 17-jährige Lea schlug sich dabei am besten. Organisiert hatte den Slackline-Nachmittag das Actionteam des Kronacher Jugend- und Kulturtreffs Struwwelpeter. Foto: Rebecca Vogt
Beim Slacklining kommt es auf Balance und Konzentration an. Die 17-jährige Lea schlug sich dabei am besten. Organisiert hatte den Slackline-Nachmittag das Actionteam des Kronacher Jugend- und Kulturtreffs Struwwelpeter. Foto: Rebecca Vogt

Lea hält ihre Arme nach oben, ihr rechtes Bein schwingt in der Luft - etwa einen halben Meter über dem Boden. Ihr linkes Bein steht auf einem circa handbreiten, gelben Band. Immer wieder pendeln ihr Oberkörper und das rechte Bein hin und her. Lea ringt mit dem Gleichgewicht. Ihren Blick hat sie dabei konzentriert auf die Wand vor sich gerichtet.

Eine Minute und zehn Sekunden - solange schafft es die 17-Jährige sich auf der Slackline - dem dünnen Band, auf dem sie steht - zu halten. Dann landet sie auf den dicken, blauen Sportmatten, die zur Absicherung auf dem Boden unter der Slackline liegen.

Knapp zehn Jugendliche haben sich an diesem Nachmittag in der Scheune des Kronacher Jugend- und Kulturtreffs Struwwelpeter eingefunden, um sich im Slacklining zu versuchen. Die Trendsportart ähnelt dem Seiltanzen. Zwischen zwei Befestigungspunkten wird ein Band gespannt, auf dem dann balanciert wird.

Eine Aktion pro Woche

Organisiert hat den Slackline-Nachmittag das "Actionteam" des Struwwelpeter. Pro Woche findet eine Aktion statt, wie Kristina Fritz, pädagogische Mitarbeiterin beim Jugend- und Kulturtreff, erzählt. Die Jugendlichen planen die jeweiligen Aktionen selbst. Einmal im Monat werden bei einem Treffen Ideen gesammelt. Die Angebote sind für jeden offen und - soweit möglich - kostenfrei.

"Wir machen immer etwas Sportliches, etwas Kreatives und wir backen oder kochen", erzählt Fritz. Auch ein Ausflug steht regelmäßig auf dem Programm. So ging es zuletzt etwa zum Bouldern (Klettern) nach Bamberg.

Slacklining in der Scheune

"Das Slacklining war eigentlich für draußen geplant", berichtet Fritz. Doch anders als noch vor ein paar Wochen, ist es an diesem Donnerstag kalt und regnerisch, sodass mit der Slackline in die Scheune des Jugend- und Kulturtreffs ausgewichen wurde. Das Band hat das Team zwischen einem Holzträger und einem Pfeiler an der gegenüberliegenden Wand gespannt.

In der Natur wird es meist zwischen zwei Bäumen angebracht. "Wenn ihr die Slackline einmal draußen verwenden wollt, ist es wichtig, dass ihr Vlies oder zum Beispiel ein Stück Teppichboden um den Stamm legt, damit die Rinde nicht beschädigt wird", sagen die Betreuer zu den Jugendlichen. Auch ein Video wird gemeinsam angeschaut. In diesem zeigen Profis, was auf der Slackline alles möglich ist. Sie schlagen Salti und lassen sich rücklings auf das Band fallen.

Mädels gegen Jungs

Die Jugendlichen im Struwwelpeter versuchen sich mit großem Eifer an der Slackline. Schnell wird dabei klar, dass das Ganze gar nicht so einfach ist, wie es aussieht. Das Band wackelt, die Socken rutschen und auch die ein oder andere Hose erweist sich als zu eng. In zwei Gruppen heißt es dann: Mädels gegen Jungs. Dabei haben die Letzteren keine Chance. An die Zeit von Lea kommt keiner ran.

Die Oberrodacherin hat dabei den Vorteil, dass sie schon des Öfteren auf einer Slackline stand. Im Zeltlager in Italien vor etwa fünf Jahren hat sie sich zum ersten Mal auf dem dünnen Band versucht und seitdem immer wieder - zum Beispiel wenn sie im Park auf andere Slackliner traf.

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Tipps fürs Slacklining

"Die Leute haben mir dann auch einige Tipps gegeben", sagt Lea. "Zum Beispiel geht das Ausbalancieren auf einem Bein viel leichter." Das Knie leicht zu beugen, helfe beim Stabilisieren. Diese Ratschläge gibt die 17-Jährige nun an ihre Mitstreiter im "Struwwel" weiter. "Versuch nach vorne zu schauen und dich auf einen Punkt zu konzentrieren", rät sie zum Beispiel einem Mädchen.

Außerdem gehe es barfuß leichter. Mit Schuhen fehle das Gefühl, mit Socken sei es rutschig. "Am Anfang ist das ein komisches Gefühl. Die Slackline dreht sich ja hin und her, und federt leicht", erzählt Lea. "Ich habe auch ein paar Anläufe gebraucht, aber dann hat es ganz gut geklappt."

Jetzt hat die Oberrodacherin, die sich im Struwwelpeter unter anderem selbst im Actionteam engagiert, den Dreh raus. "Es ist cool zu sehen, dass es wieder klappt, auch wenn man es eine Zeit lang nicht gemacht hat", sagt sie und mit Blick auf das Video: "Interessant ist auch zu sehen, was auf einer Slackline möglich ist."

Ihr Ansporn: Irgendwann selbst einen kleinen Trick schaffen. "Aber soweit bin ich noch lange nicht." Anders sieht das einer der anwesenden Jugendlichen, wenn auch mit einem Augenzwinkern: "In einem Monat kann sie das wie im Video."

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