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Stromausfälle und ein Brand: Sturmtief Eberhard reißt im Kreis Kronach mehrere Bäume aus

Das Sturmtief Eberhard machte sich am Wochenende vor allem am Baumbestand des Kronacher Landkreises zu schaffen. Mehrere umgestürzte Bäume blockierten Straßen oder rissen Stromleitungen herunter - mit feurigen Folgen.
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Vom Dach der Volkshochschule riss Sturmtief Eberhard einige Dachziegel herunter, die die Kronacher Feuerwehr von der Rodacher Straße kehren musste. Zu insgesamt neun Einsätzen wurden die Ehrenamtlichen am Wochenende gerufen. Foto: Stefan Wicklein
Vom Dach der Volkshochschule riss Sturmtief Eberhard einige Dachziegel herunter, die die Kronacher Feuerwehr von der Rodacher Straße kehren musste. Zu insgesamt neun Einsätzen wurden die Ehrenamtlichen am Wochenende gerufen. Foto: Stefan Wicklein
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Ein Baumfreund scheint Eberhard nicht zu sein. Das Sturmtief riss am Wochenende im Landkreis Kronach etliche Äste ab, warf Bäume um und entwurzelte sie teilweise sogar. In einigen Gemeinden landeten die dann ausgerechnet in den Stromleitungen.

Zu elf Unfällen mit Sturmschäden musste die Polizeiinspektion Kronach ausrücken. Die Weißenbrunner saßen beispielsweise zwei Stunden lang im Dunkeln, weil das Tief einen Baum umgeknickt hatte und dieser in eine Stromleitung gefallen war. Auch bei Entmannsdorf und Zollbrunn durchtrennten umgestürzte Bäume Telefon- bzw. Stromleitungen. In Marktrodach, Birnbaum, Dobersgrund sowie zwischen Mitwitz und Gehülz versperrten Bäume die Fahrbahn, in der Rodacher Straße in Kronach ragte ein abgebrochener Ast in die Straße hinein.

Sturmtief Eberhard: Wellblechdach davon geweht

Zwischen Geuser und Zeyern schlug Eberhard besonders heftig zu: "Das war schon ein größeres Ding mit 20 Metern Länge", beschreibt der Kronacher Polizeisprecher Gerhard Anders den umgestürzten Baum, der auf der Verbindungsstraße lag. Direkt in Kronach deckten die Sturmböen das Wellblechdach einer Gartenhütte in der Schwedenstraße ab. Weil das Dach anschließend über den Parkplatz des Kinos geweht wurde, könnten dabei auch einige Autos beschädigt worden sein.

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Die Freiwillige Feuerwehr Kronach wurde am Wochenende zu neun Einsätzen gerufen, acht davon fanden alleine am Sonntag statt. Umgeknickte Bäume, Bauzäune und heruntergerissene Dachziegel waren der Auslöser. "Wir sind aber nur für die Kernstadt Kronach zuständig", erklärt Vereinsvorsitzender Stefan Wicklein. "Im Landkreis Kronach gab es ein vielfaches mehr an Sturmschäden."

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Auf 50 Einsätze schätzt Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger das Arbeitspensum des Wochenendes. "Das ging alles so schnell: Oft waren die Feuerwehren draußen und wurden dann gleich zum nächsten Einsatz gerufen", erzählt Ranzenberger. Vor allem in den Höhenlagen des Landkreises wurden Bäume umgeknickt oder entwurzelt. Bei Wickendorf kam es sogar zum Brand, als ein Baum in eine Stromleitung stürzte und dadurch Feuer fing. Personen seien bei keinem der Vorfälle im Kronacher Gebiet verletzt worden. Bedarf für eine extra einberufene Eberhard-Bereitschaftstruppe sieht Ranzenberger aber nicht, das sei nur Panikmache: "Da muss es schon dicker kommen."

Sturm-Unterstützung durch Kronacher THW

Trotz seiner nördlichen Lage verlief das Wochenende für Ludwigsstadt relativ glimpflich. Am Sonntag rückte die Polizei gleich mehrfach innerhalb der Großgemeinde Steinbach am Wald aus, weil auch hier Bäume auf die Fahrbahn gestürzt waren. Unterstützung erhielten Polizei und Feuerwehr vom Technischen Hilfswerk (THW). Der Kronacher Ortsverband deckte Samstagnacht ein Hausdach in Johannisthal provisorisch ab, dessen Ziegeln von den Sturmböen heruntergerissen worden waren.

Das THW springt immer dann ein, wenn Einsätze spezifischeres Handwerk verlangen. In Johannisthal waren beispielsweise die Zimmerleute des Ortsverbandes gefragt. Für das THW blieb es bisher bei dem einen Einsatz. "Bei Kyrill waren wir zum Beispiel deutlich öfter unterwegs", erinnert sich Udo Höfer, stellvertretender Leiter des Kronacher THW.

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