Kronach
Nahrung

Stressfrei in die Blätzlazeit: Tipps und Tricks für die Weihnachtsbäckerei

Für ihre "Kinderplätzchen" kommt die Kronacherin Petra König ohne eine normalerweise übliche Zutat aus. Ebenso wichtig wie die richtige Zubereitung von Weihnachtsplätzchen ist allerdings auch deren korrekte Lagerung.
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Feinarbeit: Auf den noch feuchten Zuckerguss verteilt Petra König mit einer Pinzette kleine Sterne auf die "Kinderplätzchen". Foto: Marian Hamacher
Feinarbeit: Auf den noch feuchten Zuckerguss verteilt Petra König mit einer Pinzette kleine Sterne auf die "Kinderplätzchen". Foto: Marian Hamacher
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Makronen, Vanillekipferl und Zimtsterne, Busserl und Ausstecherla: Juchu, es ist wieder Blätzlazeit! Schon die Kelten versüßten sich die dunkle Jahreszeit um die Wintersonnenwende herum mit rituellem Honiggebäck. Und das lange bevor Weihnachten gefeiert wurde. Im Mittelalter wurden in den Klöstern Leckereien mit kostbaren Gewürzen gebacken und Kranken zur Stärkung gegeben - die ersten Lebkuchen. Nicht nur sie werden heute in Franken in den verschiedensten Varianten gebacken, auch sonst gibt es unzählige Plätzchen-Rezepte. Traditionelle, abgewandelte, aufwendige und schnell gemachte.

Allen, die nicht zu viel Zeit in der Weihnachtsbäckerei verbringen und rasch ein selbst gemachtes "Blätzla" naschen möchten, empfiehlt die Kronacherin Petra König ihre "Kinderplätzchen". "Die sind wirklich einfach zu machen, weil die Basis im Grunde ein klassischer Mürbeteig ist", erklärt sie.

Ganz so klassisch ist ihr Rezept (siehe Infokasten) dann allerdings doch nicht. Eier, die ansonsten in so gut wie jeder Weihnachtsbäckerei zum Einsatz kommen, sind dort nämlich nicht aufgelistet. Weil sie jemandem Plätzchen backen wollte, der keine Ei-Produkte verträgt, machte sich die 66-Jährige einst auf die Suche - und wurde in einem alten Backbuch fündig.

Teig vorbereiten

Mit ebenso vorsichtigen wie kräftigen Bewegungen rollt sie mit dem Nudelholz den Teig auf der mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche gleichmäßig aus - bis er nur noch wenige Millimeter dünn ist. Fünf Minuten zuvor lagerte die Teigkugel noch im Kühlschrank. "Mindestens eine Stunde sollte der schon kühl stehen", sagt die Rentnerin. "Man kann den Teig aber auch gut morgens vorbereiten und dann zu einem späteren Zeitpunkt abbacken."

Doch nun wird dem kalten Teig erst einmal ordentlich eingeheizt. Bei 175 Grad Ober-/Unterhitze schiebt König die ausgestochenen Plätzchen in den Ofen. "Wenn ich mehrere Bleche backe, stelle ich auf Umluft um, bleibe aber mit der Temperatur gleich hoch." Wichtig sei, immer einen Blick auf das im Ofen langsam dunkler werdende Gebäck zu werfen. Denn allein auf die in den Rezepten angegebene Backzeit verlassen, dürfe man sich nicht.

Schnell vom Blech nehmen

Der Gesundheit zuliebe sollte der Ofen in der Weihnachtsbäckerei grundsätzlich nicht zu heiß eingestellt werden. Wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel stark erhitzt werden, entsteht Acrylamid. Nicht nur beim Frittieren und Braten, sondern eben auch beim Backen.

Dem Bundeszentrum für Ernährung zufolge ist der Stoff mit hoher Wahrscheinlichkeit krebserregend. Seine Konzentration steigt bei einer Temperatur von 170 bis 180 Grad sprunghaft an. Deshalb sollte der Backofen maximal auf 180 Grad mit Umluft und 200 Grad ohne Umluft gestellt werden. Das reicht, damit die Plätzchen schön goldbraun werden. Weil sie auf dem heißen Blech nachbacken, sollten sie sofort heruntergenommen werden. Wichtig ist, dass sie gut auskühlen, bevor sie verpackt werden. Kommen sie noch warm in die Dose, würde sich Kondenswasser bilden. Auch die Dekoration muss vollständig getrocknet sein.

Mit Fingerspitzengefühl

Bei den Kinderplätzchen setzt Petra König auf Schokoladenkuvertüre und Zuckerguss. "Wenn nur Erwachsene die Plätzchen essen, kann man den Guss mit drei bis vier Löffeln Rotwein anrühren", sagt sie. "Ansonsten bekommt man diese rosa Farbe auch mit rotem Traubensaft hin." Mit einem breiten Backpinsel streicht die Rentnerin den rosa Guss vorsichtig auf die herzförmigen Plätzchen.

Noch einmal etwas mehr Fingerspitzengefühl ist sogar bei der Kuvertüre gefragt. Mit einem dünnen Pinsel malt sie jenen Plätzchen, die wie kleine Hasen aussehen, schwarze Ohren und Stummelschwänze auf. "Da mache ich mir dann schon etwas Arbeit", sagt König und schnappt sich den nächsten Plätzchen-Hasen.

Sind Kuvertüre und Zuckerguss komplett getrocknet und ausgekühlt, können die Plätzchen verpackt werden. Auf den Plätzchenteller gehört allerdings nur, was gleich gegessen wird.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft weist darauf hin, dass bei falscher Lagerung knusprige Plätzchen wie Spekulatius weich und weiche Sorten wie Lebkuchen hart werden. Einige brauchen auch erst ein bis zwei Wochen, bis Geschmack und Konsistenz richtig gut sind.

Pfeffernüsse beispielsweise sind nach dem Backen hart wie Nüsse - damit sie weich werden, wurden sie nach Großmutters Art in eine mit Butterbrotpapier ausgelegte Pappschachtel gelegt. Mancher Gourmet schmeckt allerdings ein Papp-Aroma heraus, und heute werden meist eher Plastikbehälter verwendet. Knusprige Plätzchen sind aber in einer Metalldose am besten aufgehoben.

Trockener Ort

Um das spezielle Aroma der einzelnen Sorten zu erhalten, sollten sie in getrennten Behältern aufbewahrt werden. Wenn es nicht anders geht, können notfalls knusprige Plätzchen mit Alu- und weiche mit Klarsichtfolie umwickelt und mehrere Sorten in eine Dose gelegt werden. Wer die Plätzchen ebenso wie Petra König gerne verschenkt, packt sie am besten luftdicht in ein Zellophantütchen oder auch in ein Glas. Abgesehen beispielsweise von Konfekt und mit Creme gefüllten Sorten halten die meisten mehrere Wochen.

Die Dosen sollten an einem kühlen, trockenen Ort stehen. Der Keller ist ideal, auch das Schlafzimmer eignet sich - aber Vorsicht: Wenn die leckeren "Kinderplätzchen" auf dem Kleiderschrank stehen, könnte nachts jemand Appetit bekommen.

Das Rezept: Kinderplätzchen

Zutaten 150 Gramm Mehl 50 Gramm Zucker 1 Päckchen Vanillezucker 100 Gramm Butter Für die Deko:

250 Gramm Puderzucker 3-4 Esslöffel Wasser, Rotwein oder Traubensaft 1/3 Tafel Schokoladenkuvertüre Zubereitung 1. Die kalte Butter in Würfel schneiden. Die restlichen Zutaten hinzugeben und mit den Knethaken des Handrührgeräts verkneten. 2. Den Teig kurz mit den Händen kneten und abgedeckt für eine Stunde in den Kühlschrank geben.

3. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und mit Förmchen die Plätzchen ausstechen.

4. Die ausgestochenen Plätzchen auf ein kaltes, mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und in den auf 175 Grad (Ober-/Unterhitze) vorgeheizten Backofen geben. 5. Die Plätzchen etwa 15 Minuten backen, bis sie goldgelb sind. Vorsicht: die Backzeit kann je nach Ofen variieren. 6. Während die ersten Plätzchen im Ofen backen, den Puderzucker nach und nach mit drei bis vier Esslöffeln der gewünschten Flüssigkeit verrühren und die Kuvertüre über heißem Wasserdampf schmelzen. 7. Die Plätzchen mit Zuckerguss oder Kuvertüre bestreichen.

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