Stockheim
Gemeinderat

Stockheims unendliche Baustelle

An der neuen Bahnunterführung stockt der Straßenbau. Problem ist das aus dem Hang austretende Wasser, informierte der Bürgermeister.
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Die fertiggestellte sanierte Bahnüberführung ist nicht das Problem der Maxschachtstraße, sondern das dahinter vom Hang  austretende Schichtenwasser, erklären Bauamtsleiter Günter Hempfling (links) und Bürgermeister Rainer Detsch vor Ort.  K.- H. Hofmann
Die fertiggestellte sanierte Bahnüberführung ist nicht das Problem der Maxschachtstraße, sondern das dahinter vom Hang austretende Schichtenwasser, erklären Bauamtsleiter Günter Hempfling (links) und Bürgermeister Rainer Detsch vor Ort. K.- H. Hofmann
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Die Bergwerksgemeinde ist nicht mit Stuttgart oder Berlin zu vergleichen und dennoch läuft derzeit eine Baustelle (wie Berlin oder Stuttgart), die Geduld erfordert und die Gemüter der Bürger erhitzt.

Bürgermeister Rainer Detsch (FW) informierte im Gemeinderat, dass es im Mai mit dem Bau weitergehen soll. So richtig daran glauben wollte noch keiner, zumal sich auch das Gemeindeoberhaupt nach Rückfragen nach einen Fertigstellungstermin auch bedeckt hält, beziehungsweise bedeckt halten muss. Denn die Gemeinde hat keinen direkten Einfluss auf die Baumaßnahme, wir können allenfalls nur Druck machen, beteuert er in der Gemeinderatssitzung.

Bei einem Ortstermin mit Bauamtsleiter Günter Hempfling (Gemeinde Stockheim) informiert Bürgermeister Detsch ausführlich über das Problem. Das Problem liegt etwa zehn Meter nach der Unterführung von der B 85 kommend. Die Bahnüberführung ist längst fertiggestellt. Doch jetzt geht es um Streitigkeiten im Straßenbau.

Über dem zukünftigen Straßenniveau der Maxschachtstraße tritt Schichtenwasser aus dem Hang heraus. Wenn das Wasser auf diesem Niveau den gesamten Straßenbereich bei Niederschlägen durchtränkt, dann mal wieder zurück geht und in Intervallen sich der Vorgang wiederholt, dann ist der Untergrund unter der Straße instabil und es kann zu Setzungen kommen, die den Straßenbelag schädigen. Unter diesen Bedingungen will die Straßenbaufirma keine Gewährleistung übernehmen.


Gemeinde ohne Einfluss

Soweit der Sachstand seit Wochen, weshalb es auch nicht mit der Baustelle weitergehen konnte. Nun zeichnet sich eine Lösung ab, ist sich Bürgermeister Detsch sicher und hofft, dass es zu einer endgültigen Einigung kommt. Im Mai soll weitergebaut werden, so viel kann er weitergeben, wann allerdings die Verbindungsstraße wieder dem Verkehr freigegeben werden kann, vermag der Bürgermeister beim Stand der Dinge jetzt noch nicht zu prognostizieren. "Wir können nicht direkt Einfluss nehmen, sondern nur Druck machen", informierte er, und bittet dabei auch die Bevölkerung um Verständnis.

"Wir tun unser Möglichstes, sind aber weder Auftraggeber für den Brückenbau noch für den Straßenbau. Es wurde beim Bau ganz einfach ein bestehendes Wassersystem unterbrochen und nun muss man versuchen, das Wasser wieder in richtige Bahnen zu lenken", so Detsch.

Laut ersten Informationen von Anfang 2017 sollte das Bauwerk Ende 2017 fertig sein und die Straße für den Verkehr freigegeben werden. Jetzt wird das halbe Jahr voll und momentan ist kein Baumaßnahmenende in Sicht. Vielleicht bekommt man doch noch Stuttgarter oder Berliner Verhältnisse, wenn auch die geschätzten Kostenverhältnisse mit 1,9 Millionen um ein Vielfaches geringer sind als bei den Großbaustellen in den Metropolen Berlin und Stuttgart.
Zweiter Bürgermeister Siegfried Weißerth (CSU) dankte in der Gemeinderatssitzung dem Bürgermeister für seine Bemühungen, denn was sich hier an Bauverzögerung abspielt sei längst nicht mehr normal.


Freie Wahl beim Bestatter

Die Gemeinde Stockheim setzt zukünftig auf freien Wettbewerb bei der Übertragung von Bestattungsleistungen. In der Sitzung am Montag stimmte das Gemeinderatsgremium dem Vorschlag der Verwaltung zu, bei der Übertragung der Bestattungsleistungen mehrere Bestattungsunternehmen zuzulassen. Die hiesigen Unternehmen werden angeschrieben, damit zum 1. Juli ein nahtloser Übergang erfolgen kann.

Bis 30. Juni, so informierte Julia Wilczek von der Friedhofsverwaltung der Gemeinde, läuft ein Bestattungsvertrag mit dem Bestattungsinstitut Krässe, Reitsch. Ab 1. Juli haben die Angehörigen von Verstorbenen die Wahl unter mehreren Unternehmen. Die Gebühren hierfür werden den Angehörigen von Bestattungsunternehmen unmittelbar und frei in Rechnung gestellt.


Urnengrabgebühr erhöht

Im Weiteren befasste sich das Gremium mit der Friedhofsgebührensatzung. Diese wurde für ein Urnengrab von bisher 20 Euro auf 25 Euro für die Dauer eines Jahres angepasst. Neu kam hinzu die Grabstättengebühr für ein Urnengrabfach von 85 Euro je Urne. Gleich geblieben sind die jährlichen Grabstättengebühren bei Erwerb des Nutzungsrechts oder Verlängerung: für ein Reihengrab für Kinder bis zu sieben Jahren 14 Euro, ein Reihengrab für Personen über sieben Jahre 20 Euro, ein Wahlgrab (Familiengrab) 30 Euro, ein übergroßes Wahlgrab, Gruft 15 Euro je Grabstelle.

Die einmalige Gebühr für eine alternative Bestattungsform beträgt für eine Besetzung auf das anonyme Urnengrabfeld 600 Euro, ein Urnenrasengrab mit Platte 700 Euro, für eine Baumbestattung 800 Euro.

Im Jahr 2017 wurden im Bestattungswesen 75 400 Euro an Ausgaben, dagegen nur 21 390 Euro an Einnahmen verzeichnet, was einem Fehlbetrag von 54 010 Euro oder einer Deckung von 28,37 Prozent entspricht. Der größte Teil der Kosten entfällt mit 35 180 Euro auf die Personalkosten im Bestattungswesen.

Einstimmig wurde beschlossen, für den notwendigen Anbau einer Fahrzeughalle zur Schaffung eines Stellplatzes am bestehenden Feuerwehrgerätehaus in Reitsch ein Verfahren auf Bezuschussung nach dem Feuerwehrzuwendungsrichtlinien bei der Regierung von Oberfranken in die Wege zu leiten.


Zuschuss für Werktagskirche

Einig war man sich auch in der Zustimmung eines Antrags des Katholischen Pfarramtes St. Wolfgang Stockheim. Zur Umgestaltung der Kapelle in eine Werktagskirche gewährt man einen Zuschuss von zehn Prozent, in diesem Falle in Höhe von 1 714,53 Euro.

Durch einen Bauantrag auf Neubau eines Einfamilienwohnhauses in Fertigbauweise kann in Haig eine weitere Baulücke geschlossen werden. Die Räte erteilten das gemeindliche Einvernehmen zu Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes.


Kaum leerstehende Wohnungen

Ferner informierte Bürgermeister Detsch auch über weitere Bemühungen für neues Baugebiet im Gemeindebereich. Andererseits stelle er erfreut fest, dass man kaum leerstehende Wohnungen in der Gemeinde habe. Wenn ein Gebäude frei wird, werde dieses wieder bezogen. Die Baupolitik der Gemeinde werde weiterhin vom Bestreben geleitet, attraktive Baugrundstücke zu vernünftigen Preisen zur Verfügung zu stellen.

Hedwig Klinger (FW) dankte den ehrenamtlichen Helfern bei der Spielplatzsanierung in Haig, ebenso dankte sie der Gemeinde und dem Bauhof für die gute Arbeit: "Der schaut super aus und lädt die Kinder wirklich zum Spielen ein", sagte Klinger.


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