Steinwiesen
Gemeinderat

Steinwiesen will die Chance nutzen

Für die Sanierung des Schwimmbades will der Gemeinderat eine Sonderförderung durch den Freistaat beantragen.
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Das Freibad ist ein Pluspunkt für die Tourismusgemeinde Steinwiesen.  Susanne Deuerling
Das Freibad ist ein Pluspunkt für die Tourismusgemeinde Steinwiesen. Susanne Deuerling

Um die Sanierung des Schwimmbades ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Steinwiesen. Hintergrund: Der Freistaat Bayern hat ein Sonderförderungsprogramm zur Sanierung kommunaler Schwimmbäder aufgelegt. Bis 2024 werden hier Investitionen bis zu 40 Prozent, für finanzschwache Gemeinden bis 45 Prozent gefördert.

Der Zweck ist der Erhalt der Bäder als Voraussetzung für die Schwimmfähigkeit der Kinder und Jugendlichen. Deshalb sind neben Umkleiden, Dusche, WC und Technikbereich auch nur Becken, die sich zum Schwimmen eignen und tiefer als 60 Zentimeter sind, förderfähig. Nicht förderfähig sind Sauna, Gastronomiebereich, Rutschen, Spaßbereiche und Ähnliches. Es soll sinnvoll und barrierefrei umgestaltet werden.

Kämmerer Rainer Deuerling erläuterte, dass eine maximale Förderung von 8000 Euro je Quadratmeter Wasserfläche für Steinwiesen durchaus in Ordnung geht. Es müsse nun so bald wie möglich ein Bauantrag gestellt werden, denn hier gelte die Devise "Wer zuerst kommt ...". Baubeginn wäre dann nach Ablauf des Bewilligungsverfahrens.

Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) meinte, dass es sinnvoll wäre, hier mitzumachen, denn es würden jedes Jahr Gelder in das sanierungsbedürftige Bad gesteckt. Nun sollte ein Architekturbüro mit der Entwurfsplanung beauftragt und eine Kostenberechnung vorgenommen werden.

Fraktionsvorsitzender Jürgen Eckert (CSU) erklärte, dass man als Tourismusgemeinde das Bad auf jeden Fall erhalten wolle und man schnellstens einsteigen und einen Antrag stellen solle, damit das Schwimmbad nicht eines Tages zugemacht werden müsse. Auch Jürgen Deuerling,

Fraktionsvorsitzender der SPD, bestätigte dies und meinte, man wolle ja später keinen "Lost Place" haben. Robert Unglaub (SPD) meinte, dass eine Verkleinerung der Beckengröße sinnvoll wäre, sie jedoch noch gut beschwimmbar bleiben solle.

Bürgermeister Wunder berichtete, dass ein Fachmann zufällig im Schwimmbad als Besucher anwesend war und sich die Anlage angesehen hat. Die neuen Edelstahlbecken würden circa eine Million Euro kosten, die Technik dazu ebenfalls so viel. "Wir müssten also auf jeden Fall zwei Millionen Euro für die Sanierung einplanen", sagte Wunder. Es wurde einstimmig beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, einen Architekten zu finden, der hier tätig wird.

Steinwiesen und die Energie

Bereits in der letzten Gemeinderatssitzung informierte Wolfgang Böhm von der Energieagentur Nordbayern über das kommunale Energieeffizienznetzwerk Oberfranken. Mit dem Beitritt in das Netzwerk läuft das Projekt über drei Jahre und durch ein Energiemanagement wird der Überblick über das Energieaufkommen der gemeindlichen Einrichtungen geschaffen. Gefördert wird das Projekt durch den Bund, der Eigenanteil der Kommune würde insgesamt für drei Jahre bei 15 000 Euro liegen. Zwar wurde bereits 2007 bis 2010 hier etwas gemacht, jedoch nicht weitergeführt.

Jürgen Eckert (CSU) meinte, dass man aber auch damals schon Einsparungen vornehmen konnte und man keinen Fehler mache, wenn man nun die 15 000 Euro investiere. Robert Unglaub (SPD) gab zu bedenken, dass gerade die Objekte, die hier am meisten betroffen sind, Schwimmbad und Turnhalle, bei der Sanierung wegfallen würden. Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) hielt dagegen, dass man ja diese Datenerfassungen gleich in die Sanierung einarbeiten könne und diese projektneutralen Planungen sinnvoll sind.

Rudi Kotschenreuther (CSU) betonte, man solle diese beratende Funktion nutzen und die Daten einfließen lassen. Zum Beispiel, welche Pumpen im Bad sinnvoll sind usw. Auch Frank Hauck (CSU) war dieser Meinung, denn es sei sicher noch viel einzusparen und für die Zukunft auszurichten. Zweiter Bürgermeister Bruno Beierlorzer (CSU) meinte ebenfalls, dass das neutrale Büro das Fundament in diesen drei Jahren legen könnte und für die Zukunft zur Energieersparnis beitragen werde.

Nach Rückfrage von Jürgen Deuerling (SPD), ob nach den drei Jahren die Daten auch weiterhin von Bediensteten im Rathaus erfasst werden, meinte Rainer Deuerling, dass man die Zahlen sowieso erfassen müsse und dann mit dem Programm des Energienetzwerkes weiterarbeiten werde. Mit zwei Gegenstimmen wurde der Beitritt zum Energienetzwerk Oberfranken II beschlossen.

Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) zeigte die festgelegten Richtlinien der neuen Gestaltungsfibel für das Kommunale Förderprogramm auf. Hier wurden städtebauliche Vorgaben festgelegt in Bezug auf die Gestaltung der Dächer, Fenster, Fassaden, Materialien, Türen usw. Er betonte, dass dies nur Vorgaben, keine Vorschriften sind. Der Entwurf für förderfähige Maßnahmen wird mit der Regierung abgestimmt. Wenn jemand anders bauen will, erhält er keine Förderung.

Aus dem Gemeinderat

Einwohnerzahl Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) informierte über die aktuelle Einwohnerentwicklung in der Gemeinde. Zum 31. März 2019 waren 3425 Einwohner gemeldet. 2011 waren es noch 3605. Er betonte, dass man dem Schwund entgegensteuern wolle, denn gerade die Infrastruktur ist in Steinwiesen noch sehr gut und soll auch so bleiben. "Da müssen wir alle zusammen helfen, damit das auch so bleibt", appellierte der Bürgermeister.

Kulturhalle Zur Sanierung der Kulturhalle konnte Wunder eine positive Nachricht verkünden. Laut Regierung von Oberfranken sind im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern die Sanierung und der Umbau der alten Turnhalle in eine Kulturhalle grundsätzlich förderfähig. Die Nutzung muss überwiegend kulturell sein.

Straßen Günther Partheymüller (CSU) fragte an, ob die Ortsverbindungsstraße Birnbaum in die Grümpel nicht in Ordnung gebracht werden könne, sie sei in einem katastrophalen Zustand. Bürgermeister Wunder (CSU) entgegnete, dass zurzeit keine Kapazitäten frei sind. Wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben sei, müsse die Straße gesperrt werden, bis sie repariert sei.

Engstelle Frank Hauck (CSU) ging auf die Gefahren durch die Engstelle nach dem Grünen Baum ein. Es sei teilweise lebensgefährlich, wie die Lkws hier fahren. Er fragte nach den Möglichkeiten, die Stelle zu entschärfen. Bürgermeister Wunder (CSU) sagte zu, dies weiterzugeben, denn für Kreisstraßen sei das Bauamt zuständig.

Gewässer Frank Hauck bat ferner, bekannt zu geben, dass es verboten ist, mit elektrischen oder mechanischen Pumpen aus den Bächen und Flüssen zu pumpen. Bei dem derzeitigen Niedrigwasser sei dies lebensbedrohlich für die Fische. Wer dies macht, braucht eine wasserrechtliche Genehmigung des Landratsamtes.

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