Steinberg
Fahrzeugweihe

Steinberger Wehr musste lange warten

Mit dem neuen Mannschaftstransportwagen geht ein großer Wunsch der Feuerwehr in Erfüllung.
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Pater Waldemar Brysch segnete das neue Mannschaftstransportfahrzeug.Heike Schülein
Pater Waldemar Brysch segnete das neue Mannschaftstransportfahrzeug.Heike Schülein
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Mit einem Fest-Gottesdienst feierte die Feuerwehr Steinberg am Sonntag die Einweihung ihres neuen Mannschaftstransportfahrzeugs. Damit findet ein langgehegter Wunsch sein Happy-end.

Beim Festakt in der Kronachtalhalle erinnerte Feuerwehr-VorsitzenderThomas Heider an die Besichtigung der Feuerwehr durch die Kreisbrandinspektion im Jahre 2013. "Zur Besichtigung und Einsatzübung waren 57 Feuerwehrdienstleistende und 16 Jugendfeuerwehr-Mitglieder angetreten", zeigte er sich stolz. Nachdem das Löschfahrzeug und Tanklöschfahrzeug vollbesetzt zum Kiindergarten, dem Übungsort, abgefahren waren, marschierte man dorthin in Dreierreihen. "Dieses Bild werde ich immer in Erinnerung behalten", so der Vorsitzende. Auch Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger sei derart beeindruckt gewesen, dass er die sofortige Beschaffung eines Mannschaftstransportfahrzeugs vorschlug.


Gemeinde hatte lange kein Geld

Nach Aussage des damaligen Bürgermeisters war die Gemeinde finanziell nicht in der Lage, ein Fahrzeug anzuschaffen - und das, obwohl der Verein quasi schon eine Anzahlung im oberen vierstelligen Bereich über die Besteuerung des 125-jährigen Gründungsfests geleistet habe. "Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2016 hat Bürgermeisterin Susanne Grebner bekundet, die Anschaffung des Fahrzeugs wäre kein Problem, aber der Unterstellplatz fehle", so Heider weiter. Hier kamen Tanja und Thomas Zeus ins Spiel, deren Angebot über den Neubau einer passenden Garage auf ihrem Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Feuerwehrhaus den Ausschlag gab.

Man holte Angebote ein und legte sie der Gemeinde vor. Am Ende wurde es ein Ford Transit Custom mit acht Sitzplätzen für rund 37 000 Euro, der mit Pkw-Führerschein gefahren werden kann. Um das Fahrzeug für die Zwecke der Wehr zu optimieren, wurden - auf Vorschlag der Kommandanten - noch einige Einbauten in Höhe von rund 6000 Euro vorgenommen, die vom Feuerwehrverein und den Sponsoren übernommen wurden.

Abschließend dankte Heider allen Beteiligten, die bei der Beschaffung des neuen Fahrzeugs mithalfen."Der Preis ist, was man bezahlt. Der Wert ist, was man erhält", zitierte der ehemalige 1. Kommandant Christian Grieshammer, während dessen Amtszeit die Neuanschaffung vorangetrieben und realisiert wurde. Das am 22. September abgeholte Fahrzeug von der Firma Compoint unterstütze die Wehr im Einsatz und erleichtere den Übungsbetrieb wesentlich, nachdem die Pendelfahrten der Aktiven zu den Übungsobjekten viel Unruhe in die Abläufe gebracht hätten.

Im Vorfeld habe man sich viele Gedanken gemacht, welchen Zweck das Fahrzeug erfüllen müsse. Man entschied sich für ein Mannschaftstransport - und nicht wie empfohlen - für ein etwa 20 000 Euro bis 25 000 Euro teureres Mehrzweckfahrzeug. Man habe in diesem zwar nicht die größte Hightech-Ausrüstung, transportiere damit aber das wichtigste einer Wehr: die Kameraden.

Sein Dank galt dem Gemeinderat für die Zustimmung zur Anschaffung, dem Feuerwehrverein und den Sponsoren für die optimale Ausstattung, seinem Stellvertreter Christian Wachter wie auch KBR Joachim Ranzenberger und KBM Frank Fischer für die Unterstützung sowie dem Ehepaar Zeus für die Errichtung der Garage.


Optimale Lösung

"Eine fast unendliche Geschichte wurde sauber gelöst", freute sich Bürgermeisterin Susanne Grebner. Die Unterbringung gleich um die Ecke zum Feuerwehrhaus sei die optimale Lösung. "Die Feuerwehr braucht dieses Fahrzeug", verdeutlichte sie. Es könne den Aktiven nicht zugemutet werden, mit ihren Privatfahrzeugen insbesondere zum Brandort und anschließend wiede rmit verschmutzter Kleidung zurückzufahren. Den Aktiven überreichte sie eine kleine persönliche Spende, für das sie sich selbst etwas gönnen sollten.

Seitens der Kreisbrandinspektion Kronach gratulierte KBR Joachim Ranzenberger zum Happy-end dieser sich über fünf Jahre hinziehenden, aber notwendigen Geschichte. In der Gemeinde Wilhelmsthal gebe es einigen Nachholbedarf in Sachen Brandschutz; man sei aber auf einem guten Weg.

Einen Gutschein für einen "besonderen Feuerwehr-Motor" übereichte der FFW-Vorsitzende des Patenvereins aus Eibenberg, Matthias Jakob.


Kirchenparade zur Kronachtalhalle

Vor dem Festgottesdienst war die FFW Steinberg mit Abordnungen von Wehren der Großgemeinde sowie benachbarter Ortschaften als auch Vertreter örtlicher Vereine in einer Kirchenparade zur Kronachtalhalle gezogen. Angeführt wurde der Zug vom Musikverein Steinberg, der auch die Heilige Messe und den anschließenden Frühschoppen gestaltete.

Mit einfühlsamen Worten erbat Pater Waldemar Brysch den Segen für das Fahrzeug sowie alle, die dieses nutzen. Den schönen Anlass verband er damit,sich bei allen Aktiven für ihr ehrenamtliches Engagement zu bedanken. Mitglieder der Wehr brachten sich in die Ausgestaltung des Gottesdienstes mit ein, so auch Vorsitzender Thomas Heider, der in berührender Weise das Gebet eines Feuerwehrlers vortrug.


Feuerwehrverein spendet 1000 Euro

Um der Gemeinde finanziell zusätzlich etwas unter die Arme zu greifen,überreichte Vorsitzender Heider der Bürgermeisterin einen Scheck in Höhe von 1000 Euro. Die Spende ist zweckgebunden für die Finanzierung und Unterhaltung des Fahrzeugs. "Das kommt auch nicht oft vor, dass der Gemeinde etwas gespendet wird", zeigte sich Grebner ebenso überrascht wie dankbar über die großherzige Spende.


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