Laden...
Wilhelmsthal
Musik

Steinberger Musikverein zeigt, wie vielfältig Blasmusik sein kann

Ein besinnlicher Moment der Vorfreude war das Weihnachtskonzert des Musikvereins Steinberg in der Kronachtalhalle
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Dirigent Valerij Efremov begeisterte mit seinem Bravour-Tuba-Solo beim feurigen ungarischen "Czardas". Foto: Heike Schülein
Der Dirigent Valerij Efremov begeisterte mit seinem Bravour-Tuba-Solo beim feurigen ungarischen "Czardas". Foto: Heike Schülein

Mit dem festlichen Chor aus dem Händel-Oratorium "Judas Maccabaeus" begann am Samstag das diesjährige Weihnachtskonzert des Musikvereins Steinberg. Das so freudvolle Eröffnungsstück war dabei nur eine Station eines höchst stimmungsvollen musikalischen Spaziergangs durch die Seelenlandschaft, den der Dirigent Valerij Efremov mit seinen Aktiven einstudiert hatte.

Innehalten, loslassen - zurücklehnen und die herrliche Musik auf sich wirken lassen: Die Palette des strahlend-schönen Potpourris war breit gefächert. Unter Efremovs präziser und schwungvoller Stabführung erklangen traditionelle Blasmusik-Werke wie der schneidige "Regimentsparaden"-Marsch vom "König der mährischen Polka" Antonín Zvácek oder die gefühlvolle "Sorgenbrecher"-Polka von Norbert Gälle ebenso wie moderne konzertante Stücke wie Kees Vlaks klingende Dorfgeschichte "The new village" oder Michael Browns mitreißende Bearbeitung des geschichtsträchtigen und traditionsreichen "St Louis Blues".

Publikum summt mit

Der zweite Programmteil wurde von der prächtigen Weihnachts-Ouvertüre "Glücksrad" eingeleitet. Das Publikum summte, schnippte und wippte begeistert im Takt zu "The lion sleeps tonight" - einem traditionellen Zulu-Lied, mit dem sich einst die Einheimischen am Lagerfeuer Mut machten, vor dem "schlafenden Löwen" nichts befürchten zu müssen.

Harmonisch ergänzt wurde der musikalische Reigen von der von Barock-Motiven ausgehenden Ouvertüre "New Baroque Suite". All dies demonstrierte eindrucksvoll, wie vielfältig Blasmusik arrangiert werden kann.

Immer wieder konnten sich an diesem Abend auch Musiker solistisch gekonnt ins Szene setzen. Rhythmisch präzise schuf das Orchester den klanglichen Grund, auf dem sich ihr Spiel vollends entfalten konnte: Der Dirigent Valerij Efremov selbst begeisterte mit seinem Bravour-Tuba-Solo beim feurigen ungarischen "Czardas" von Vittorio Monti, während Trompeter Markus Hofmann beim "Gummi-Mambo" mit dem berühmten langen Ton erfolgreich auf den Spuren des "King of Mambo" Perez Prado wandelte.

Im harmonisch verschmelzendem Zusammenklang gaben erneut Hofmann und sein Trompeten-Musiker-Kollege Marcel Bayer den großen Hit des legendären New Orleans-Trompeters Al Hirt "Java" zum Besten - drei absolute Highlights des Abends, bei denen natürlich auch wunderschönes weihnachtliches Liedgut zum Klingen kam. Eine schwungvolle Version des temperamentvollen lateinamerikanischen Weihnachtsklassikers "Feliz Navidad" brachte die überschwängliche weihnachtliche Vorfreude zum Ausdruck, während es bei Alfred Bösendorfers Fantasie "Weihnachten in den Bergen" ganz feierlich im Saal wurde. Das bezaubernde Medley mit alpenländischen Weihnachtsliedern war zugleich der stimmungsvolle Abschluss des Konzertabends, durch den in sehr humorvoller Weise der Musikvereins-Vorsitzende Florian Neder geführt hatte.

Standing Ovations

Neder hatte eingangs auch die vielen Besucher in der festlich geschmückten Kronachtalhalle willkommen geheißen - unter ihnen unter anderem NBMB-Kreisvorsitzender Wolfgang Müller und NBMB-Ehrenmitglied Bruno Schnappauf sowie Vertreter aus Politik, allen voran der stellvertretende Landrat Bernd Steger und Bürgermeisterin Susanne Grebner.

Im Anschluss an den mit Standing Ovation bedachten offiziellen Programmteil dankte stellvertretende MV-Vorsitzende Andrea Baierlipp allen Helfern sowie insbesondere den Aktiven und den Aushilfsmusikern. Großer Dank gebühre Dirigent Valerij Efremov und seinem Stellvertreter Markus Hofmann, die gemeinsam das Programm ausgesucht und zusammengestellt hatten.

Natürlich ließ das Publikum das Orchester nicht ohne Zugabe ziehen. Belohnt für den langanhaltenden warmherzigen Applaus wurde es mit dem mitreißend-pulsierenden Titelsong "I will follow him" des Filmklassikers "Sister Act" sowie dem flotten "Aeronauten"-Konzertmarsch.

Verwandte Artikel