Kronach
Kroniche Fousanaocht

Stehsaacher sind in Mode

An den ersten beiden Büttenabenden der Kroniche Fousanaocht gab es viel zu lachen - über Lokalpolitiker und bei gelungenen Büttenreden, sogar einer stummen. Walter Söhnlein, Dietrich Denzner und Konrad Peetz wurden geehrt.
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Agnes Jurinka ließ ihren Verkaufsschlager "Stehsaacher" von männlichen Models vorführen.
Agnes Jurinka ließ ihren Verkaufsschlager "Stehsaacher" von männlichen Models vorführen.
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Die lokale politische Prominenz kam am Freitag beim Kronacher Büttenabend unterm Strich ganz gut weg. Vor allem Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (Freie Wähler), der bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr wohl auch die Unterstützung der CSU bekommt. "Wie im Märchen", sagte Sitzungspräsident Martin Panzer.

Und als Märchenprinz könne der "Häuptling der Kronatschen", Wolfgang Beiergrößlein, dann "ein Festspielhaus für Daniel Leistner auf dem grünen Hügel - Festungshügel - errichten lassen", während im Landkreis-Norden durch einen Kronacher Hotelier und Wallenfelser Star-Architekten Schloss Neu-Lauenstein enstehe. "An jeder Ecke wird es einen Pizza-Automaten geben - und daneben einen Defibrillator."

Nur einer, der gar nicht anwesend war, bekam sein Fett weg. Nein, nicht SPD-Bundestagskandidat Carl-Christian Dressel, "der Mann mit dem breiten Spektrum", wie Panzer ihn nannte. Vielmehr "musste" der Sitzungspräsident der Kroniche Fousanaocht den Küpser Bürgermeister Herbert Schneider (parteilos) entschuldigen: "Der baggert noch. Aber im Gegensatz zum Berliner Flughafen ist er bald fertig."


Verlegung der Bundesstraße 173

Kanzler Georg Löffler plädierte in seiner Regierungserklärung gar für "eine Verlegung der B 173 durch einen Basistunnel bis hinter Wallenfels - versehen mit Pizza-Automaten als ,Drive in‘. Die Arbeiten übernimmt mit Minibaggern der Küpser Bürgermeister - als tapferes Schneiderlein oder Bob, der Baumeister". Und auch für die Firma Loewe hatte er einen Tipp: Eine Kooperation mit der Firma Löwenbräu, so dass man das Bier künftig direkt aus dem Fernseher zapfen kann.

Doch nicht nur über die Lokalpolitiker wurde gelacht. Der Kronacher Büttenabend hatte wesentlich mehr zu bieten: Zum Beispiel eine Kaffeefahrt mit Agnes Jurinka, die nach mehreren Jahren Pause in die Bütt zurückgekehrt ist. Ihr Verkaufsschlager? Ja, wie sollte sie es sagen? "Wie haaßtn Stehsaacher auf Hochdeutsch?" Während sie diesen auf Russisch "Glasnost-Buchsen" nannte, auf Englisch "Standingbrusher" und auf Französisch "Slip de brunzage", präsentierte sie dem Publikum ihre fünf beliebtesten Modelle, getragen von männlichen Models.


Georg Löffler in Hochform


Georg Löffler ragte in der Bütt wieder einmal heraus - diesmal als Freischießenbesucher. Auf seinem Weg zum Fest begegnete er am Freitagabend sogar der "Kronacher Angie", Zweiter Bürgermeisterin Angela Hofmann. "Im letzten Jahr war der Stuhl neben ihr noch frei. Doch dann kam ein Mann und sagte: Bernd Meusel, take me", sprach Löffler die Beziehung Angela Hofmanns zu Bernd Meusel, Herausgeber der Zeitschrift "Take me", an.

Doch vielmehr beschäftigten Löffler die zwei Eingänge unter dem Torbogen zum Fest. "Durch den rechten geht man aufs Freischießen, durch den linken aufs Schützenfest", erklärte er. Doch was, wenn man aufs Freischießen geht, aber vom Schützenfest heimkommt? Überhaupt habe man "da draußen" einen rechten Tiergarten: "Wo gibt's heutzutag' noch einen Hering mit Schweinshaxen?"

Und in einem musste Freischießen-Besucher Löffler seinem Hausarzt recht geben: "Alkohol verkürzt das Leben. Wenn man auf dem Freischießen ist, vergeht die Zeit nochmal so schnell wie auf der Arbeit."


Vier Stunden verfliegen im Nu


Schnell vergingen auch die vier Stunden, die der Kronacher Büttenabend dauerte. Nicht nur wegen der spektakulären Auftritte der Tanz- und Turngruppen sowie der verschiedenen Garden, sondern vor allem wegen gelungener Büttenreden. Sogar eine stumme Rede sorgte für Unterhaltung und zahlreiche Lacher. Wie? Das können die Besucher noch an den letzten beiden Büttenabenden dieser Session sehen, kommenden Samstag um 19.30 und am Sonntag um 17.00 Uhr im Kronacher Schützenhaus.

Der Fastnacht-Verband Franken (FVF) nahm drei Ehrungen vor.
Konrad Peetz: Er erhielt den "Till von Franken". Peetz wirkte bereits 1978 als Bühnenbeleuchter erstmals beim Büttenabend mit. 1993/94 war er Prinz. Im Jahr 2000 wurde er ins Präsidium der Kroniche Fousanaocht aufgenommen. Über all die Jahre wirkte er vor und hinter den Kulisse engagiert mit.
Walter Söhnlein: Seit 1992 ist er bei der Kroniche Fousanaocht aktiv - damals als Bühnenbauer. Nun erhielt Söhnlein den FVF-Verdienstorden. 2000 wurde er in das Präsidium aufgenommen, von 2001 bis 2009 war er Regisseur der Kroniche Fousanaocht und seit 2010 ist er wieder Bühnenbauer.
Dietrich Denzner: Seine Faschingslaufbahn in Kronach begann 1999/2000 als Faschingsprinz. Nun erhielt auch Denzner den FVF-Verdienstorden. 2006 wurde er ins Präsidium der Kroniche Fousanaocht berufen. 2008 wurde er verantwortlicher Organisator des Faschingsumzugs, und 2011 berief man ihn zum geschäftsführenden Präsidenten.

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