Steinbach an der Haide
Theater

"Steämiche" Opas auf Abwegen

Die Landjugend Steinbach an der Haide erfreute am Ostermontag mit dem Lustspiel "Zwei Opas auf Abwegen". Die begeisterten Zuschauer lachten Tränen.
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Die beiden Opas Rudi Spitz (Moritz Leonhardt) und Otto Schaaf (Sebastian Korn, oben) planen den großen Coup. In ihren Vorbereitungen werden sie öfters von den Altenheim-Bewohnerinnen Helga Krawutke (Eva Heyder) und Doris Schmitt (Elisabeth Heyder, oben) gestört. Foto: Heike Schülein
Die beiden Opas Rudi Spitz (Moritz Leonhardt) und Otto Schaaf (Sebastian Korn, oben) planen den großen Coup. In ihren Vorbereitungen werden sie öfters von den Altenheim-Bewohnerinnen Helga Krawutke (Eva Heyder) und Doris Schmitt (Elisabeth Heyder, oben) gestört. Foto: Heike Schülein

Rudi Spitz (Moritz Leonhardt) und Otto Schaaf (Sebastian Korn) wohnen im Altenheim im selben Zimmer. Zwei Opas, die es faustdick hinter den Ohren haben und stets trockene Kehlen noch dazu! Da sie - trotz Ü-70-Partys und "betreutem Tanzen" - genug vom eintönigen Heimalltag haben, wollen sie sich für ein Jahr in die Karibik absetzen, um dort noch einmal so richtig die Sau rauszulassen. Für das nötige "Kleingeld" soll der allabendlich im benachbarten Supermarkt eintreffende Geldtransporter sorgen, den sie berauben wollen ...

Mächtig was los war am Abend des Ostermontags im rappelvollen Saal Sieber, wo die Stühle - zur besseren "Kontaktaufnahme" der Sitznachbarn - aneinander gekettet sind, bei der Premiere der Komödie "Zwei Opas auf Abwegen". Belohnt wurden die Zuschauer für ihr Kommen von glänzend aufgelegten Darstellern, die wieder viel Mühe und Zeit in die Vorbereitung des Theaterstücks investiert hatten, mit höchst vergnüglichen, unbeschwerten Stunden.

Bürgermeister-Ehrhardt-Maske

Dargeboten im besten "Steämiche" Dialekt, mit jeder Menge Situationskomik und Lokalkolorit natürlich "rein zufälliger" Art, kam die Komödie voller Gags und Wortwitz glänzend bei den Zuschauern an, die aus dem Lachen kaum herauskamen. Souffliert wurde von Maximilian Treuner.

Als der Vorhang geöffnet wurde, kam sofort gute Laune auf. Es war aber auch zu köstlich, wie die beiden Schlawiner in ihrem Zimmer, dem Schauplatz der kompletten Komödie, bei einem Schluck aus der gut versteckten Schnapsflasche ihren Plan detailliert bis zur Aktionsreife ausarbeiteten, inklusive Code-Namen, Geheimgang, "Handgranaten", Bürgermeister-Timo-Ehrhardt-Maske und gebuchtem Flieger. Einzig die herzensgute Supermarkt-Angestellte Jenny (Franziska Methfessel), die den verwegenen Schlitzohren täglich mit Lieferungen ihren eintönigen Heimalltag versüßt, ist ihre Komplizin. Nichts davon mitkriegen dürfen die ebenso nette wie hübsche Altenpflegerin Monika (Teresa Heyder) und der zum Arzt aufgestiegene Ex-Zivi Helmut Schmalstich (Sascha Lieb). Die beiden knüpfen zarte Bande, obwohl Eische (Jeanette Heyder), die Putzfrau mit Migrationshintergrund ("Müssen sein alles blitzeblank") lieber ihrer Tochter Fatima ("20 Jahre und noch keinen Mann") mit dem Herrn Doktor verbandelt sähe.

Eierlikör-bestückte Rollatoren

Für ordentlich Schwung im Altenheim sorgen zudem die beiden Heimbewohnerinnen Helga Krawutke (Eva Heyder) und Doris Schmitt (Elisabeth Heyder) mit ihren Eierlikör-bestückten Rollatoren. Das übereifrige Duo mit der Reporterin Ute (Emma/Silvia Lipfert) und Fotografin Pittina (Tabea Zschach/Hanna Lipfert) schnüffelt indes in jedem Winkel des Heimes herum. Mit der Aufdeckung eines Skandals wollen sie den Durchbruch schaffen.

Ganz andere Sorgen hat dagegen der Kommissar Lutz Frackmann (Max Wittmann) vom LKA Ludscht, gilt es doch den örtlichen Raubüberfall aufzuklären und zudem das Herz von Monika zu gewinnen.

Geht die zündende Idee der beiden Opas ("Wir kommen in einem Jahr wieder") auf? Verduften sie tatsächlich mit dem nötigen Kleingeld in die Karibik oder landen sie am Ende gar hinter schwedischen Gardinen? Kann die türkische Putzfrau ihre Tochter mit dem Doktor verkuppeln oder gibt es für diesen, trotz der ständigen türkischen Störfeuer, ein Happy-end mit Schwester Monika?

Das alles wird an dieser Stelle nicht verraten, um den Zuschauern für die noch folgenden vier Aufführungen nicht die Spannung zu verderben. Und ein Besuch der Vorstellungen lohnt sich auf jeden Fall.

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