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Steinbach am Wald
Projekt

Start frei für den neuen "Kunstpark" in Steinbach am Wald

Vor der evangelischen Kirche in Steinbach am Wald entsteht ein Park mit künstlerisch gestalteten Baumstümpfen. Der erste Künstler ist bereits bei der Arbeit.
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Die Stämme für den Kunstpark stehen schon bereit. Foto: Heike Schülein
Die Stämme für den Kunstpark stehen schon bereit. Foto: Heike Schülein

Geometische und florale Formen, mystische Sagen-Gestalten, lustige Tierfiguren und abstrakte Kunst mit reichlich Platz für eigene Interpretationen - bald schon werden an exponierter Stelle vor der evangelischen Kirche in Steinbach am Wald die unterschiedlichsten Skulpturen die Blicke auf sich ziehen. Der neu entstehende "Kunstpark am Rennsteig" setzt auf Vielseitigkeit und Abwechslung.

Drei in ihrer Formensprache sehr unterschiedliche Künstler werden dort in den kommenden circa sechs Wochen einem Großteil von insgesamt 19 Baumstümpfen ihre ganz eigene "Handschrift" verleihen. Bereits jetzt darf man sich in der Gemeinde auf eine ebenso anregende wie erfrischende Mischung freuen - und auf ein weiteres Leuchtturmprojekt ...

Das weitere Vorgehen

Ende September 2019 wurde das Freizeit- und Tourismuszentrum (FTZ) in Steinbach am Wald offiziell eröffnet. Heuer ist die Gestaltung der Außenanlagen vorgesehen. Hierzu zählt vor allem auch die künstlerische Präsentation der Baumstümpfe an der Rennsteigstraße.

Nahe dem Kreisel verläuft in Sichtweite zum FTZ der Rennsteigwanderweg. Vor der evangelischen Kirche fiel leider ein angrenzendes Fichtenwäldchen der Gemeinde dem Borkenkäfer zum Opfer. Förster Martin Körlin vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach hatte die Idee, die Baumstümpfe für eine weitere Konzeption zu retten. Jeder befallene Baum wurde hierfür in rund vier Metern Höhe gekappt, entrindet sowie oben schräg nachgeschnitten, um ein Schutzdach gegen Schnee und Regen anbringen zu können. Als Skulpturen sollen die verbliebenen Stammanläufe zu einer Art Wegweiser zum FTZ werden.

Am Freitagnachmittag kam dort der Ausschuss für Tourismus, Partnerschaft und Kultur des Gemeinderats gemeinsam mit der Tourismusbeauftragten Sandra Löffler für eine Vorauswahl der Motive zusammen. Vor Ort waren neben dem Organisator Ingo Cesaro auch die Holzbildhauer Michael Steigerwald aus Steinach (Ortenaukreis) in Baden-Württemberg sowie Walter Busch aus Selbitz (Kreis Hof), die ihre Vorschläge erläuterten. Nicht anwesend sein konnte Judith Franke aus Wurzbach im thüringischen Saale-Orla-Kreis, die bereits mit einigen Kunstwerken im FTZ vertreten ist.

Kunst "durchmischen"

Wichtig war Cesaro ein "Durchmischen" der Künstler. Ihre Werke sollen also nicht geordnet nebeneinander präsentiert werden. Deswegen und auch - aufgrund ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit - aus Fairnessgründen wurden die Baumstümpfe den Künstlern zugelost.

Entstehen werden unter anderem Gestalten aus dem Bereich der Sagen und Mystik, wie eine Fee- oder eine Pinocchio-Skulptur mit der typische langen Nase, lustige Tierfiguren, Motive mit den Elementen Glas und Schiefer wie auch Abstraktes, so zum Beispiel ein Kettenmotiv, das symbolhaft als Verbindung zur ehemaligen Grenze verstanden werden kann.

Überhaupt war es dem Gremium wichtig, dass die Arbeiten inhaltlich mit der Umgebung und Vergangenheit eine Verbindung eingehen. Anke Weiß (CSU) war dabei das Regionale ein großes Anliegen, während sich Bürgermeister Thomas Löffler (CSU) gerade auch offen für "neue Anreize" zeigte, sofern diese im Einklang mit dem kirchlichen Umfeld stehen.

Ein Leuchtturmprojekt

Auf eine Idee von Cesaro hin sollen einzelne Elemente oder komplette Skulpturen mit Reflektoren ausgestattet beziehungsweise mit Leuchtfarbe bemalt und so in Szene gesetzt werden. "Die Kunstwerke sollen auch nachts interessant sein, wenn man sie beim Einfahren in den Kreisel im Scheinwerferlicht sieht", bekundete der Kulturvermittler, der sich voller Vorfreude auf den Kunstpark zeigte. "Das wird ein Alleinstellungsmerkmal, das es weit und breit nirgends anders gibt, etwas ganz Besonderes", ist er sich sicher.

Der Kunstpark wird begehbar sein, wobei der Weg mit Holzschnitzeln angelegt werden soll. Im Kunstpark werden Sitzgelegenheiten, voraussichtlich in Form einer künstlerisch gestalteten Rundbank, geschaffen. Bei alledem mahnte der Bürgermeister an, die Kosten im Auge zu behalten. Einige der Baumstümpfe bleiben zunächst noch für weitere Ideen unbearbeitet.

Michael Steigerwald begab sich noch am Freitag an die Arbeit; im Anschluss folgen die beiden anderen Künstler. Ende Juni sollen alle Kunstwerke fertiggestellt sein. Die Skulpturen halten, je nach Pflege, bis zu circa 15 Jahre. Im Winter müssen sie abgedeckt werden.