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Kronach
Stadtrat

Stadt Kronach kämpft gegen Leerstände und Baulücken an

Im privaten wie auch im gewerblichen Bereich gibt es in Kronach zahlreiche Leerstände und Baulücken. Die Verwaltung geht dieses Problem aktiv an.
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Am Kronacher Hussitenplatz findet sich ein positives Beispiel für eine gewerbliche Neuansiedlung in einem Leerstand. Foto: Marco Meißner
Am Kronacher Hussitenplatz findet sich ein positives Beispiel für eine gewerbliche Neuansiedlung in einem Leerstand. Foto: Marco Meißner

Kronach, Knellendorf, Dörfles, Gehülz, Friesen, ... Einer nach dem anderen leuchten auf den Monitoren im Sitzungssaal des Rathauses die Stadtteile auf. Diverse Grundstücke sind rot hervorgehoben, doch einige auch grün. Die machen Georg Köstner Mut. Er ist in der Stadtverwaltung zuständig für das Leerstandsmanagement und informierte am Montag den Rat über die aktuelle Entwicklung.

Die roten Bereiche sind etwa 250 Grundstücke, die Baulücken darstellen, welche die Stadt nicht vermitteln darf. Solche Flächen würde Köstner gerne genutzt sehen. "Nachverdichtung" ist das Stichwort, das neue Baugebiete auf der grünen Wiese sparen kann. Und "grün" ist das andere Stichwort. Die rund 30 grünen Flächen auf den Plänen sind Grundstücke, welche die Stadt Interessenten anbieten darf. Hierfür gaben die Besitzer die Erlaubnis. "Und es gibt eine riesige Nachfrage", betonte Köstner in der Sitzung.

Stadt soll weiterhin aktiv gegen Leerstand vorgehen

"Den Leerstand aktiver anzugehen, war eine sehr wichtige Entscheidung", lobte Bernd Liebhardt (CSU) Köstners Engagement. Er und Ralf Völkl (SPD) verwiesen auch auf die Verknüpfung des Wohnungsbaus mit anderen Infrastukturentwicklungen, beispielsweise die Hochschulprojekte. Diese dürften sich positiv auf Gastronomie und Handel auswirken. Deshalb müsse die Stadt noch mehr das Heft in die Hand nehmen und alle Beteiligten zusammenbringen, wenn es ums Citymanagement geht, fand Völkl.

Marina Schmitt erinnerte deshalb an den Vorstoß der SPD von 2016, einen Citymanager zu installieren. Auch regte sie an, dass die Stadt in Einzelfällen selbst als Käufer von möglichem Wohnraum tätig werden könnte, wenn dessen Besitzer die Objekte nicht mehr selbst herrichten wollten oder könnten. Michael Zwingmann (FW) forderte für die nächsten Schritte ein Querdenken und die Entwicklung weiterer Synergien.

Köstner ging auch auf die gewerbliche Leerstände ein. In einigen Fällen, wie am Hussitenplatz, sei es gelungen, Nachfolgelösungen zu finden. Es komme inzwischen aber auch häufiger vor, dass ehemalige Gewerberäume nach einer Vermittlung eine neue Nutzung finden, zum Beispiel als Wohnraum oder für die Gastronomie.

Aus einem Einzelhandelsgutachten entnahm Köstner noch, dass Kronach etwa 180 Geschäfte hat. Rund 80 Prozent davon gehörten dem sogenannten aperiodischen Handel an, es seien also zum großen Teil Fachgeschäfte. Pro Einwohner stünden 3,7 Quadratmeter Geschäftsfläche zur Verfügung - im bundesdeutschen Vergleich seien es nur 1,5 Quadratmeter.

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