Friesen
Fußball

Zwischenbilanz: Die Mischung machts beim SV Friesen

Der SV Friesen geht mit einem positiven Gefühl in die Winterpause. Besonders die jungen Spieler sorgen bislang für Furore.
Artikel drucken Artikel einbetten
Grund zum Feiern gab es in dieser Saison oft für die Mannschaft des SV Friesen. So wie hier bei Maximilian Grafs (Mitte) Siegtreffer zum 3:2 gegen den ASV Rimpar in der Nachspielzeit.  Foto: Heinrich Weiß
Grund zum Feiern gab es in dieser Saison oft für die Mannschaft des SV Friesen. So wie hier bei Maximilian Grafs (Mitte) Siegtreffer zum 3:2 gegen den ASV Rimpar in der Nachspielzeit. Foto: Heinrich Weiß

Die Winterpause verbringt der SV Friesen in der Landesliga Nordwest auf einem hervorragenden siebten Platz. Die Liga war für das Team von Trainer Armin Eck Neuland. Vor dem Saisonstart waren die Friesener vom Nordosten in den Nordwesten umgruppiert worden. Erschwerend kam der Weggang der drei Leistungsträger Christian Brandt, Marcel Lindner und David Daumann hinzu, die zusammen 36 Tore erzielt hatten.

Viele hatten den SV Friesen dem Kreis der Abstiegskandidaten zugeordnet. Aber die verjüngte Truppe bewies Ehrgeiz und Unbekümmertheit und setzte sich mit dieser Kombination durch. Aber das Tabellenbild ist trügerisch und Coach Armin Eck warnt: "Wir müssen auch weiterhin nach hinten schauen. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so genau, was sich in der Tabelle vor uns abspielt. Was hinter uns ist, das weiß ich aber ganz genau", hat Eck seinen Blick für das Wichtige geschärft, denn: "Nach oben geht es von alleine, wenn es geht. Aber nach hinten rutscht man ganz schnell, wenn man nicht fokussiert ist."

Eck hatte vor dieser Spielzeit - es ist seine dritte beim SVF - einige Bauchschmerzen: "Mir sind drei wichtige Stammspieler weggebrochen, die uns verlassen haben." Christian Brandt (22 Tore), Marcel Lindner (10) und David Daumann (4) waren aus der Mannschaft eigentlich nicht wegzudenken. Bis auf Lukas Mosert - der kam kurz vor Saisonbeginn vom Landesliga-Rivalen FC Coburg und schlug ein - konnten keine namhaften Verpflichtungen getätigt werden. Aber das war ja schon immer der Weg des SV Friesen.

Ein Jungspund ist der Torgarant

Einen Glücksgriff machten die Verantwortlichen mit dem erst 19-jährigen Rico Nassel. Der Mittelstürmer kam vom U19-Kreisligameister SG Neuses, schlug ein, erzielte 14 Treffer und erkämpfte sich einen Stammplatz. In der Liga belegt der 1,93 Meter große Linksfuß Platz fünf der Torschützenliste. "Rico hat in der Landesliga schon eine Duftmarke gesetzt", sagt Eck.

Der findet es im Nachgang gar nicht mehr so schlecht, dass es notgedrungen einen Umbruch im Kader gab: "Wir mussten uns durch die Abgänge verjüngen. Wir haben ja einen breiten Kader und können so Ausfälle leichter kompensieren." Einen großen Vorteil daraus beschreibt der Ex-Profi des HSV und von Bayern München, der in Kulmbach wohnt, so: "Wir sind jetzt im Kader wesentlich ausgeglichener. Vorher hatten wir ein paar ältere und gesetzte Spieler, nun stehen mehr junge Spieler zur Verfügung. Die sind alle willig, ziehen gut mit und bringen eine gewisse Euphorie mit, weil sie sich in der Landesliga beweisen wollen." Einen großen Sprung zum Leistungsträger hat auch Jonathan Müller gemacht, der eigentlich noch A-Jugendlicher ist.

Der Abstiegszone ferngeblieben

Dass dabei die Gruppe Nordwest eher unbekanntes Land war, spielte unter dem Strich keine große Rolle. "Die anderen Mannschaften aus Unterfranken kannten uns nicht und wir sie nicht." Erfreulich war zudem, dass die Eck-Elf nie mit der Abstiegszone in Berührung kam. Friesen pendelte mit attraktiver Spielweise zwischen den Rängen vier und zwölf, hatte immer genügend Vorsprung zu den Abstiegs- und Relegationsplätzen. Bis auf ganz wenige Partien spielte man auch immer gut mit. "Wir haben bis auf Aschaffenburg gegen alle Spitzenteams punkten können, waren da zumindest ebenbürtig, teilweise besser. Das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg und konkurrenzfähig sind", sagt Eck. So bleibt für den Trainer folgende Erkenntnis: "Wir haben eine gute Mischung im Kader und die Mannschaft ist noch sehr jung." Das heißt, dass sie noch Entwicklungspotenzial hat und das lässt für die Zukunft hoffen.

Dass Platz sieben besser ist, als das, was sich Eck & Co erhofft haben, steht außer Frage. Platz eins dürfte an Vatan Spor Aschaffenburg vergeben sein. Der Rückstand auf Rang zwei beträgt sieben, der auf Position drei nur zwei Punkte. Aber nach hinten sind es bis zum ersten Relegationsplatz nur sechs Zähler: "Davon dürfen wir uns nicht blenden lassen, denn dieses Polster kann schnell aufgebraucht sein. Daher müssen wir 2020 weiter fokussiert sein, müssen weiter punkten. Wir gehen nach wie vor nach dem Hamsterprinzip vor, denn für uns wird bis zum Saisonende jeder Punkt wichtig sein."

Zwei Abgänge im Winter

In der Winterpause haben zwei Spieler den Verein verlassen, die heuer aber nur in der Kreisliga-Mannschaft zum Einsatz kamen. Silus Bauer (9 Einsätze/6 Tore) geht zum SV Neuses und Patrick Peter (7/1) zum DJK-SV Neufang. Weitere Transfers sind nicht geplant. Ob Armin Eck weiter beim SV Friesen bleibt? "Wir haben noch nicht gesprochen, das werden wir aber noch in der Winterpause tun. Ohne eine Entscheidung vorwegzunehmen: Ich könnte mir unter Umständen vorstellen hier zu bleiben und die Arbeit fortzusetzen."

Der SV Friesen in Zahlen

Aktuelle Bilanz Platz: 7, 32 Punkte, 40:35 Tore; 8 Siege, 8 Unentschieden, 5 Niederlagen Höchster Sieg 4:0 beim FC Coburg

Höchste Niederlage 1:4 beim TSV Lengfeld

Beste Torschützen Rico Nassel (14), Lukas Mosert (7), Nico Do Adro (3), Nils Firnschild (3), Hannes Nützel (3)

Meiste Einsätze Tobias Bauerschmidt (21), Lukas Mosert (21), Rico Nassel (21), Hannes Nützel (20), Nikolai Altwasser (20)

Durchschnittsalter 24,05 Jahre

Zuschauer 2351 gesamt (Schnitt 213, Vorjahr 192), Rekordbesuch: 450 gegen den VfL Frohnlach; Minusrekord: 111 gegen den FC Fuchsstadt dme

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren