Kronach

Zwischenbilanz: Der TSV Neukenroth mischt die Kreisliga auf

Zur Winterpause sind mit dem TSV Neukenroth und dem TSV Weißenbrunn zwei Teams aus dem Landkreis Kronach im Aufstiegsrennen dabei.
Artikel drucken Artikel einbetten
Luca Meißner (grünes Trikot) gehört zu den jungen Wilden beim TSV Neukenroth. Der 18-Jährige brachte es in seiner ersten Saison bei den Herren bislang auf 13 Einsätze. In dieser Szene versucht er, Felix Müller vom SV Friesen II aufzuhalten.  Foto: Heinrich Weiß
Luca Meißner (grünes Trikot) gehört zu den jungen Wilden beim TSV Neukenroth. Der 18-Jährige brachte es in seiner ersten Saison bei den Herren bislang auf 13 Einsätze. In dieser Szene versucht er, Felix Müller vom SV Friesen II aufzuhalten. Foto: Heinrich Weiß

Mit Vollgasfußball marschiert der Aufsteiger TSV Neukenroth durch die Kreisliga und steht zur Winterpause auf Platz 2. 65 Tore in 19 Spielen sind Liga-Spitzenwert. "Ich hatte vor der Serie schon ein sehr positives Gefühl und freue mich, dass es bestätigt wurde. Wir haben zu einer funktionierenden Mannschaft noch richtig gute Typen aus der Jugend und durch unsere Rückkehrer dazu bekommen", sagt TSV-Trainer Thomas Lipfert über den bisherigen Erfolg seiner Mannschaft. "Die Jungs fordern sich gegenseitig heraus, unterstützen sich aber auch in jeder Hinsicht. Wir betrachten es nicht als selbstverständlich, wirklich überrascht bin ich aber nicht."

Der Titelfavorit und Tabellenführer DJK Lichtenfels ist nur drei Punkte entfernt - darf man da in Neukenroth schon von der Bezirksliga sprechen? "Klar dürfen die Spieler über das Thema Aufstieg reden. Das Thema an sich ist ja positiv besetzt. Alles beginnt in deinem Kopf. Es sind doch die positiven Gedanken, die uns weiterbringen. Ich mag es, wenn Fußballer an ihre Fähigkeiten glauben."

So wie Felix Maurer: Der Neukenrother Torgarant (27 Treffer) ist gerade mal 21 Jahre alt und bildet mit seinem Bruder und Rückkehrer Florian ein brandgefährliches Offensiv-Duo. 40 Treffer gehen allein aufs Konto der beiden. "Es macht schon wirklich Spaß, den beiden beim Kicken zuzusehen. Ich habe jetzt auch eine Vorstellung, was ,blindes Verständnis' auf dem Fußballplatz bedeutet. Ich finde es sehr interessant zu beobachten, wie beide sich immer wieder gegenseitig anspornen. Sie sind dabei absolute Teamplayer, zurückhaltend, bescheiden und leben den Teamgedanken", lobt Lipfert.

TSV Weißenbrunn überrascht

Fünf Zähler hinter Neukenroth liegt mit der SpVgg Lettenreuth das zweite hochgehandelte Team auf Platz 4. Dazwischen hat sich mit einem starken Endspurt von 22 Punkten aus neun Spielen überraschend der TSV Weißenbrunn auf Rang 3 gedrängt. Diesen kann er im ersten Spiel nach der Pause in Lettenreuth untermauern. Der Fünftplatzierte SCW Obermain komplettiert das Quintett, das sich derzeit die größten Hoffnungen auf den Aufstieg machen darf.

"Oben ist noch vieles möglich. Wir haben uns da eine gute Ausgangsposition geschaffen. Die DJK Lichtenfels wird ihren Vorsprung aber auch verteidigen wollen. Für wen es reichen wird? Keine Ahnung. Da es nach meiner Einschätzung noch mindestens fünf Mannschaften sind, die es an die Tabellenspitze schaffen können, bleibt es zumindest sehr spannend", sagt Lipfert, der nach dem Winter mit einem unveränderten Kader arbeiten kann und sich bis zum Sommer auf zahlreiche Spieler aus der eigenen Jugend freut.

Generell schätzt der 48-Jährige die Liga als unberechenbar ein. "Wir sehen es ja an unseren eigenen Ergebnissen in der Vorrunde. In dieser Kreisliga gibt der Tabellenplatz zweier Spielgegner nicht unbedingt Aufschluss über das Spielergebnis. Du musst an jedem Spieltag konzentriert sein und möglichst deine Bestleistung abrufen. Das macht es aber auch interessant, was Auf- und Abstieg betrifft."

Stück für Stück nach vorne gearbeitet hat sich der DJK-SV Neufang. Nach einem holprigen Saisonstart steht er auf Platz 6 und möchte den Klassenerhalt so bald wie möglich erreichen. Tief gestapelt hat vor dieser Saison der ASV Kleintettau (Platz 7). Der Bezirksliga-Absteiger wollte sich in erster Linie in der Liga etablieren. Nach einem guten Beginn und der zwischenzeitlichen Tabellenführung ging es im Herbst aber etwas bergab.

Enge zweite Tabellenhälfte

Nach hinten blicken muss auch der achtplatzierte SV Friesen II. Nur drei Punkte sind es auf den Relegationsrang 13. In den ersten fünf Partien nach der Winterpause spielen die Friesener gleich gegen vier Teams, die hinter ihnen liegen. Dabei können sie schon den Grundstein für den Klassenerhalt legen.

"Derzeit stehen auch Mannschaften im Tabellenkeller, von denen es vor der Serie wohl niemand erwartet hätte. Ich kann mir vorstellen, dass sich das Bild in der unteren Tabellenhälfte noch ändern wird", beschreibt Thomas Lipfert die Lage im Abstiegskampf.

Aus diesem wollte sich der SV Wolfers-/Neuengrün eigentlich heraushalten und sich etwas nach oben orientieren. Nach einer Serie von vier Niederlagen in Folge lagen die "Wölfe" zwischenzeitlich jedoch sogar auf dem Abstiegsrelegationsplatz. Zur Winterpause sind sie eines von vier punktgleichen Teams, die unmittelbar über dem Strich stehen. Auch der FC Stockheim steckt wieder mitten im Abstiegskampf. Nach einem verpatzten Saisonstart sammelten die "Bergleute" vor allem im September fleißig Punkte (13 Punkte aus sechs Spielen).

Eine Berg- und Talfahrt haben die TSF Theisenort durchgemacht. Der Aufsteiger startete fulminant in die Saison und eroberte nach dem 6. Spieltag sogar die Tabellenspitze. Doch dann lief es nicht mehr rund. Zehn Spiele in Folge gab es keinen Sieg und zum Jahresabschluss setzte es gar ein 0:7 beim FC Marktgraitz (Platz 14).

Zwei Trainerwechsel

Gemeinsam mit dem TSV Ludwigsstadt sind die Theisenorter die Remiskönige in der unteren Tabellenhälfte (je sieben). Allerdings steht der TSV mit drei Punkten Rückstand auf die Relegationsränge schon mit dem Rücken zur Wand. Nach der 1:6-Niederlage beim SCW Obmerain nahm im Oktober zudem der Spielertrainer Benedikt Pfeiffer seinen Hut.

Einen weiteren Trainerwechsel gab es beim TSV Steinberg, der mit nur elf Punkten abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz steht. Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge vor der Winterpause trennte sich der TSV von Spielertrainer Pascal Zeiß. Nun hat Christian Karl die Aufgabe, die Steinberger doch noch vor dem erneuten Abstieg zu bewahren.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren