Oberlangenstadt
Fußball

Zwischenbilanz A-Klasse 4: SSV Ober-/Unterlangenstadt ist der Liga enteilt

Die Meisterschaft ist dem SSV Ober-/Unterlangenstadt kaum noch zu nehmen und der Verein hat bereits hohe Ziele für die nächste Saison. Der ausschlaggebende Punkt für diese furiose Spielzeit war eine Personalentscheidung.
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Läuft der Konkurrenz davon: Kapitän Alexander Weimer vom SSV Ober-/Unterlangenstadt (weißes Trikot) führt den Ball vor Sebastian Adelbert vom SC Hassenberg.  Foto: Heinrich Weiß
Läuft der Konkurrenz davon: Kapitän Alexander Weimer vom SSV Ober-/Unterlangenstadt (weißes Trikot) führt den Ball vor Sebastian Adelbert vom SC Hassenberg. Foto: Heinrich Weiß

19 Spiele, 19 Siege - der SSV Ober-/Unterlangenstadt dominiert die A-Klasse 4 nach Belieben. Dass der Kreisklassen-Absteiger ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden würde, war klar und auch selbstgestecktes Ziel der Mannschaft vor der Saison. Doch dass im Winter die Meisterschaft schon fast entschieden ist, damit war nicht zu rechnen. Vor allem angesichts der katastrophalen Vorsaison, in der der SSV 20 Spiele auf den ersten Dreier in der Kreisklasse 2 warten musste.

Der Aufschwung hat für Spielleiter Matthias Gebert einen Namen: Sven Walther. Der frühere Landesliga-Kicker des SV Friesen kam im Sommer als Spielertrainer vom FV Mistelfeld nach Oberlangenstadt. "Er war ein echter Glücksgriff", sagt Gebert. "Sein Ziel war klar der sofortige Wiederaufstieg und das hat er der Mannschaft auch verklickert."

Walther ließ vor der Saison seine vielen Beziehungen spielen und lotste einige Spieler zum SSV. Im Winter vergrößerte sich der Kader erneut auf nun 26 Spieler. "Er macht den Spielern keine falschen Versprechungen und vermittelt ihnen, dass wir im Verein alle sehr gut miteinander auskommen", lobt Gebert. "Er versteht sich gut mit den Leuten. Er macht ein modernes, abwechslungsreiches Training. Das macht sich auch bemerkbar. In der letzten Saison kamen im Schnitt nur sechs Spieler zum Training, jetzt sind es bis zu 20."

Vorne zu fahrlässig

Der Konkurrenzkampf sei stärker geworden, erklärt der Spielleiter, für jede Position stehen mehrere Optionen zur Verfügung, dazu stimme die Einstellung der Mannschaft zu Verein und Trainer. Ein kleines Haar in der Suppe findet Gebert dann doch: die Chancenverwertung. "Wir hätten in vielen Spielen viel mehr Tore schießen können. Viele Chancen haben wir zu fahrlässig vergeben."

So stellt Oberlangenstadt nur die zweitbeste Offensive der Liga mit 88 Treffern. Einen mehr hat der TSV Weißenbrunn II erzielt, der liegt als Tabellenzweiter aber schon elf Punkte zurück. Für Gebert der Kandidat auf die Relegation: "Wir haben uns gegen Weißenbrunn anfangs sehr schwer getan. Sie sind für uns die größten Konkurrenten und haben ein großes Kontingent mit Kreisliga-Spielern. Sie stehen nicht unverdient auf dem zweiten Platz."

Sorgen, dass der TSV seiner Mannschaft die Spitzenposition noch streitig macht, hat Gebert jedoch nicht. Der Verein plant sogar schon für die nächste Spielzeit in der Kreisklasse. Die Wintertransfers waren Vorgriffe auf die neue Saison, in der Oberlangenstadt eine Platzierung im oberen Tabellendrittel anpeilt. Besonders freut sich Gebert über die Rückkehr von Viktor Fischer. Der 32-Jährige lief schon zu Kreisliga-Zeiten für den SSV auf und kommt von der SpVgg Isling. Auch Spielertrainer Walther wird über den Sommer hinaus bleiben.

Ein wenig müssen Gebert und der Trainer dann doch die Euphorie dämpfen. "Vor jedem Spiel gehen wir auf die Spieler zu und sagen, dass wir es nicht so locker angehen dürfen. Jeder will nun versuchen, uns zu schlagen und der erste sein, der gegen uns punktet."

Blick in den Tabellenkeller

Ähnlich wie an der Tabellenspitze scheint auch im Abstiegskampf alles vorzeitig entschieden. Die SG Höfles-Vogtendorf/Fischbach II steht mit nur zwei Zählern und einem Abstand von 16 Punkten auf das rettende Ufer hoffnungslos auf Rang 16. "Das ist sehr traurig, denn das ist eine Mannschaft, die immer kämpft. Im Spiel gegen uns haben sie selbst beim Stand von 0:7 nicht aufgegeben. Das verdient Respekt", sagt Gebert.

Weniger begeistert zeigt er sich vom FSV Ziegelerden. Im Vorjahr die Relegation nur um einen Punkt verpasst, steht der FSV nun im bedeutungslosen Mittelfeld auf Platz 11. "Ziegelerden war für mich ein Aufstiegsfavorit. Vor allem spielerisch habe ich sie stärker eingeschätzt", ist Gerbert enttäuscht.



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