Windheim
Laufsport

Windheimer läuft Athen-Marathon: "Mir kamen die Freudentränen"

Der Windheimer Steffen Förtsch lief den traditionellen Athen-Marathon in unter vier Stunden. 20 000 Athleten aus 100 Nationen nahmen die historische Strecke in Angriff. Der 40-Jährige war überwältigt von der Kulisse und der Stimmung.
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Erschöpft, aber glücklich mit Medaille und Olivenzeig im Ziel: der Windheimer Steffen Förtsch  Foto: privat
Erschöpft, aber glücklich mit Medaille und Olivenzeig im Ziel: der Windheimer Steffen Förtsch Foto: privat

Der Athen-Marathon wird als der wahre Klassiker unter den Marathonläufen bezeichnet. Schließlich verspricht er ein authentisches Marathongefühl, denn die 42,195 Kilometer lange Strecke führt von der Ortschaft Marathon nach Athen.

Immer mehr Läufer realisieren sich ihren Traum, einmal an diesem Rennen teilzunehmen. Seit Jahren steigen deshalb die Teilnehmerzahlen. So wurde heuer die Rekordzahl von 20 000 Läufern aus 100 Nationen vom griechischen Leichtathletikverband registriert. Und unter diesen Langstreckenläufern war auch ein Frankenwälder: Steffen Förtsch vom TSV Windheim.

Der 40-jährige Busfahrer war fest entschlossen, die anspruchsvolle Strecke nicht nur zu bewältigen, sondern dabei möglichst auch unter der Zeit von vier Stunden zu bleiben. Um es vorwegzunehmen, diese persönliche Zeitvorgabe erfüllte sich mit drei Stunden und 44 Minuten. Damit belegte Förtsch den 2074. Platz unter den gut 20 000 gemeldeten Teilnehmern.

Am Marathon-Tag galt es für den Windheimer frühzeitig aufzustehen, denn um 5.30 Uhr starteten die Busse von der Innenstadt Athens in Richtung Marathon. Dabei konnten sich die Teilnehmer mit der Strecke schon etwas vertraut machen, denn die Busse befuhren einen Großteil der Etappe bergabwärts.

Olivenzweig bis ins Ziel gebracht

Der Startschuss fiel um 9 Uhr. Dabei wurde aus Blöcken von eins bis zwölf gestartet. Aufgrund seiner persönlichen Halbmarathon-Bestzeit wurde Steffen Förtsch im vierten Startblock gesetzt.

Allerdings begann es pünktlich zum Start zu regnen, und der Gegenwind stellte eine zusätzliche Herausforderung dar. "Der erste Höhepunkt kam nach sechs Kilometern. Es wurde das griechische Nationalheiligtum umrundet, der Grabhügel der siegreichen griechischen Kämpfer aus dem Perserkrieg. Hier wurden den Läufern Olivenzweige, die sich als Zeichen des Friedens verstehen, von den Zuschauern gereicht. Meinen Zweig nahm ich mit bis ins Ziel hinein", sagte der Windheimer.

Nach elf Kilometern begannen die Steigungen, um von einer Bergkette von Marathon nach Athen zu gelangen.

Etwa 100 000 griechische Zuschauer feuerten frenetisch die Athleten immer wieder an, teilweise auch in Form von Sirtaki-Tänzen und begleitet von Musikkapellen.

"Der Zieleinlauf war gigantisch"

Ab Kilometer 33 führte die Strecke kontinuierlich abwärts nach Athen, und immer wieder angetrieben von der emotionalen Anfeuerung an der Strecke. Einige Läufer mussten der anspruchsvollen Distanz Tribut zollen und erschöpft aufgeben.

"Die letzte Gerade vor dem Ziel war der Hammer. Man sah in der Ferne den Eingang zum ehrwürdigen Stadion, wo sich das Ziel befand. Hier jubelten die Massen rechts und links so unglaublich, dass mir die Freudentränen kamen", erinnert sich der Windheimer an die Ankunft am Panatheniac-Stadion. "Der Zieleinlauf in dieses besondere Stadion war gigantisch und wird mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben."

44 Laufwettbewerbe in 3 Jahren

Für Steffen Förtsch, der sich seit 2016 aktiv dem Laufen widmet, war dies erst der zweite Marathon. Inzwischen hat er 44 Laufwettbewerbe über die verschiedensten Distanzen absolviert. Förtsch abschließend: "In Athen wurde mir bewusst: Einen Marathon läuft man 20 Kilometer mit den Beinen. 20 Kilometer mit dem Kopf. Und die letzten 2,195 Kilometer mit dem Herzen."

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