Kronach
Basketball

So kam der Basketball nach Kronach

Seit 60 Jahren gehen mehrere Generationen von Sportlern bei der Turnerschaft Kronach auf Korbjagt.
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Die erste Herrenmannschaft aus dem Jahr 1962 in der Lucas-Cranach-Halle.  Fotos: Turnerschaft Kronach
Die erste Herrenmannschaft aus dem Jahr 1962 in der Lucas-Cranach-Halle. Fotos: Turnerschaft Kronach
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Elf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gründete der damalige Kronacher Kaplan Brandmüller bei der DJK Kronach eine Basketballgruppe. Zwei Jahre später schloss diese sich auf Bestreben des damaligen Vorsitzenden Herbert Franke der Turnerschaft Kronach an. Seit 1958 gehen damit in Kronach Basketballer aller Altersklassen auf Korbjagd und haben in ihrer nun 60-jährigen Geschichte viele Höhen und Tiefen erlebt.

Wie es für die Basketballer in den späten 50er Jahren begann, ist heute kaum mehr vorstellbar. Zunächst trainierten die Kronacher auf einen selbst gebauten Korb in der alten Klosterturnhalle, wechselten nach der Aufnahme in die Turnerschaft in das alte Turnerheim, das zumindest über eine ordentliche Korbanlage verfügte. Da aber die zweite fehlte, konnten die Kronacher zunächst nur Auswärtsspiele bestreiten, machten sich zum Teil mit dem Fahrrad auf den Weg zu Auswärtsspielen und zogen erst 1962 in die damals neu erbaute Halle der Grundschule Kronach, die Lucas-Cranach-Halle, um.


Großer Zulauf, große Erfolge

Schnell entwickelte sich der Basketball in Kronach zu einer boomenden Sportart. Nachdem man 1962 bereits den Sprung in die Landesliga geschafft hatte, stieg die TSK unter Mithilfe des US-Amerikaners Bradley Noll 1970 in die Bayernliga auf.

Der Zulauf war in den 60er Jahren sehr groß. 1962 wurden so bereits eine zweite Herrenmannschaft sowie eine Damenmannschaft ins Leben gerufen. Auch wenn die großen Erfolge der Herrenteams ausblieben, gehörten die Kronacher Damen zu den erfolgreichsten Damenteams Oberfrankens, die sich jahrelang legendäre Derbys mit den Teams aus Nordhalben oder Ludwigsstadt lieferten.

Die Herren hingegen zogen weiterhin unbeirrt ihre Kreise, wurden nach dem Aufstieg 1971 in die neu gegründete Bayernliga 1974 dort auch Meister. Inzwischen waren zu den Gründungsmitgliedern mehrere Generationen erfolgreicher Jugendmannschaften dazugekommen. Im Jahr 1974 gewann die Kronacher A-Jugend den bayerischen Meistertitel.


Aufstieg in die 2. Bundesliga

Nachdem Basketball in Bayern und Deutschland immer populärer geworden war, begann eine Umstrukturierung der Ligen, so dass man zunächst wieder in der Landesliga eingruppiert war. Aus dieser stiegen die Kronacher 1977 in die Regionalliga auf und wurden 1979 Bayernpokalsieger,
anschließend im Jahr 1981 sogar Meister der Regionalliga. Somit konnte die Kronacher "Erste" in der Saison 1981/82 für ein Jahr in der 2. Bundesliga Süd an den Start gehen. Inzwischen verfügte die Stadt Kronach über eine Dreifachturnhalle, die bei den Heimspielen regelmäßig voll besetzt war. Doch trotz aller Begeisterung und einem US-Import mit Mike Baker, konnte die Mannschaft die Klasse nicht halten und musste zurück in die Regionalliga.
Damals wie heute griffen die Mechanismen im Sport: Die Mannschaft zerfiel, etliche Spieler schlossen sich höherklassigen Teams vor allem im Raum Bamberg an und so sind die Kronacher nie mehr in diese Höhen vorgestoßen, in denen sie sich in der Blütezeit der 70er und frühen 80er Jahre befanden.

Doch die Basketball-Abteilung lebte und florierte weiter. Der Zuwachs im Jugendbereich nahm stetig zu. Eine Mädchenmannschaft der 80er Jahre reiste ebenso regelmäßig zu bayerischen Meisterschaften, wie die Jungs der frühen 80er-Jahrgänge in den 90ern. So erlebte die TSK in den 90ern eine weitere Renaissance. Die D-Jugend wurde im Jahr 1996 bayerischer Jugendmeister. Vier Jahre später waren die Jungs erwachsen geworden und Kronach stieg wieder in die Oberliga auf. Doch der Lauf der Zeit verhinderte ein erfolgreiches Abschneiden der Kronacher: Etliche Spieler verließen nach dem Abitur ihre Heimatstadt und setzten ihre Karrieren teils andernorts fort. So stiegen die Kronacher Basketballer zwei Jahre später wieder ab und spielen seitdem nicht mehr überbezirklich.

Dies schafften die Damen wenige Jahre später, als man nach mehreren Meisterschaften im Jugendbereich den Sprung in die Bayernliga schaffte. Die Kronacherinnen verfügten über eine schlagkräftige Truppe, die sich allerdings nur ein Jahr später wieder aus der vierthöchsten Spielklasse verabschiedete und auch hier zerstreute sich das Team wieder in alle Richtungen.


Jubiläumsfeier im Turnerheim

Und heute, im 60. Jahr nach der Gründung? Die Basketball-Abteilung verfügt nach wie vor über sehr viele Jugendmannschaften, im männlichen Bereich sind alle Altersklassen besetzt. So gelang den Kronacher Herren mit einer sehr jungen Mannschaft im Jahr 2018 wieder der Aufstieg in die Bezirksliga. Der Damenbereich ist derzeit deutlich schwächer, in der Saison 2018/19 soll erstmals nach zehn Jahren wieder eine Damenmannschaft an den Start gehen. Auch im Jugendbereich sind einige wenige Mädchen vorhanden, nach Neuanfängern wird immer gesucht.

Nichtsdestoweniger funktioniert die Basketball-Abteilung der TSK weiter und nimmt auch im 61. Jahr ihres Bestehens an zahlreichen Wettbewerben teil. Wer den Basketballern einen Besuch abstatten möchte, kann am kommenden Sonntag, 22. Juli, im Turnerheim vorbeikommen. Bei Kaffee und Kuchen treffen sich zunächst die Kinder der Abteilung zu einem Mixed-Turnier, anschließend Damen und Herren zu einem Spiel. Daneben wird gegrillt und zudem werden in der Halle Erinnerungen an die 60-jährige Geschichte der Basketballer ausgestellt.
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