Nordhalben
Fußball

Sebastian Hellgoth erfüllt seine Mission mit der SG Nordhalben

Im vierten Anlauf gelingt der SG Nordhalben und Trainer Sebastian Hellgoth die Rückkehr in die Kreisklasse. Diesen Weg wird er aber nicht mehr mitgehen.
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In seiner dritten Saison als hauptverantwortlicher Trainer der SG Nordhalben geling Sebastian Hellgoth (links) die Meisterschaft in der A-Klasse 5. Seiner Mannschaft traut er unter seinem Nachfolger Thomas Hornfischer viel zu in der kommenden Kreisklassen-Spielzeit.  Foto: Heinrich Weiß
In seiner dritten Saison als hauptverantwortlicher Trainer der SG Nordhalben geling Sebastian Hellgoth (links) die Meisterschaft in der A-Klasse 5. Seiner Mannschaft traut er unter seinem Nachfolger Thomas Hornfischer viel zu in der kommenden Kreisklassen-Spielzeit. Foto: Heinrich Weiß

"Das wird wohl in die Geschichtsbücher eingehen." Sebastian Hellgoth, der Trainer der SG Nordhalben weiß, dass die Meisterschaft in der A-Klasse 5 etwas ganz Besonderes war. Zum einen waren da die ungewöhnlichen Witterungsbedingungen: Auf schneebedecktem Rasen machte seine Mannschaft am 4. Mai im Spitzenspiel mit Verfolger TSV Tettau den Titel perfekt. Dazu stand Nordhalben erstmals seit 27 Jahren am Ende einer Saison wieder auf Platz 1. Und im vierten Anlauf hintereinander gelang endlich der ersehnte Aufstieg.

Seit dem Abstieg aus der Kreisklasse in der Saison 2014/15 scheiterte die Rückkehr immer knapp mit Hellgoth an der Seitenlinie. "Mein Ziel war immer, dass ich mit dieser Mannschaft aufsteigen will und das habe ich jetzt erreicht", sagt Hellgoth. Dass dies zuvor mehrmals nicht geklappt hatte, hat bei ihm Spuren hinterlassen. Die Angst, im letzten Moment doch wieder zu scheitern, begleitete ihn bis zum Schluss. "Erst nach dem Spiel gegen Tettau wurde das alles langsam für mich greifbar. Da ist eine Riesenlast von mir gefallen."

Mit 4:1 fegten die Nordhalbener am vorletzten Spieltag den TSV Tettau vom Platz. Anschließend kannte der Jubel keine Grenzen mehr. "Wir haben bis in die Morgenstunden gefeiert und das Sportheim eingerissen."

Auswärts wenig meisterlich

Vor der Saison war dieser Erfolg für Hellgoth allerdings nicht absehbar. Auch zu Beginn brauchte seine Mannschaft etwas Anlaufzeit. Aus den ersten sechs Partien holte sie nur neun Punkte und stand auf Rang 5. Besonders die Auswärtsschwäche machte dem Trainer zu schaffen. Als Beispiel nennt er den Auftritt bei der SG Nurn/Tschirn. Eine 2:0-Führung gab seine Elf wieder her und in der Schlussviertelstunde stand es plötzlich 2:4. "Da stehst du an der Außenlinie und weißt nicht, was du machen sollst." Immerhin gelang durch zwei späte Treffer von Roman Spacek und Julian Klug noch der Ausgleich zum 4:4.

Doch die SG kam danach immer besser in Fahrt. Von den 17 Begegnungen nach der Partie in Nurn gewann Nordhalben zwölf. "Wir hatten zunächst Probleme, uns zu finden. Aber unsere junge Mannschaft hat sich weiterentwickelt. Wir sind von Spiel zu Spiel besser geworden und haben immer besser harmoniert."

Vier Spieltage vor der Winterpause setzte sich die Mannschaft daher zusammen und formulierte ein neues Ziel: die Meisterschaft. "Wir haben zu Beginn nie das Ziel formuliert, Meister zu werden. Aber wir haben gemerkt, dass es in dieser Saison möglich ist, denn die A-Klasse war nie so homogen wie in diesem Jahr", sagt Hellgoth. In der Winterpause standen die Nordhalbener an der Tabellenspitze. Dazu gelang ihnen mit Thomas Hornfischer noch ein Glücksgriff auf dem Transfermarkt, der dem Team mit seiner Erfahrung viel Stabilität im Mittelfeld verliehen hat.

Zu- und Abgänge? Fehlanzeige

Der ehemalige Bezirksligaspieler wird in der kommenden Spielzeit auch Hellgoths Trainerposten übernehmen. Aus beruflichen und privaten Gründen hatte er sich dazu entschieden, etwas kürzer zu treten (wir berichteten). "Mein sehnlichster Wunsch ist es, nach meinen beiden Kreuzbandrissen noch mal ein, zwei Jahre zu spielen", sagt der 27-Jährige.

Seiner Mannschaft traut er in der Kreisklasse einiges zu: "Wenn so viel investiert wird, wie in dieser Saison, was Laufbereitschaft, Kampfgeist, Zusammenarbeit und Trainingsbeteiligung betrifft, ist ein Mittelfeldplatz möglich." Personell sieht er dafür keinen großen Handlungsbedarf. "Mit unseren 18 bis 20 Mann sind wir für eine zweite Mannschaft bestens besetzt."

Die Saison der SG Nordhalben in Zahlen

Saisonbilanz: 17 Siege, vier Unentschieden, fünf Niederlagen - 71:34 Tore, Platz 1.

Höchster Sieg: 6:0 gegen die SG Stockheim/Reitsch II.

Höchste Niederlage: 1:4 bei der SG Teuschnitz/Wickendorf. Meiste Einsätze: Randy Renziehausen (23) , Fabian Schreiner, Pascal Müller (je 22) , Sven Brand (18), Lars Wunder, Roman Spacek, Maximilian Ruf (je 17).

Meiste Treffer: Roman Spacek (19), Randy Renziehausen (9), Sven Brand (7). Zuschauer: 90 im Durchschnitt (Platz 1), bester Besuch: 250 (gegen TSV Ebersdorf), schwächster Besuch: 40 (gegen SG Teuschnitz/W.).

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