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Robin Tögel nach Rückkehr zum FC Stockheim: Gescheitert? "Absoluter Blödsinn"

Ein Winterwechsel sorgt für Aufsehen: Robin Tögel kehrt nach nur einem halben Jahr beim SV Friesen zurück zum FC Stockheim. Sein Landesliga-Abenteuer bereut er nicht und will die "Bergleute" wieder nach vorne bringen.
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Robin Tögel (grünes Trikot), wo er sich am wohlsten fühlt: im gegnerischen Strafraum. Dreimal traf er für den SV Friesen in 16 Spielen ins Schwarze. Nach dieser Szene aus dem Spiel gegen den FC Vorwärts Röslau blieb der Torjubel jedoch aus. Die Partie endete 0:0  Foto: Heinrich Weiß, Archiv
Robin Tögel (grünes Trikot), wo er sich am wohlsten fühlt: im gegnerischen Strafraum. Dreimal traf er für den SV Friesen in 16 Spielen ins Schwarze. Nach dieser Szene aus dem Spiel gegen den FC Vorwärts Röslau blieb der Torjubel jedoch aus. Die Partie endete 0:0 Foto: Heinrich Weiß, Archiv
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Vor etwa einem Jahr hatte Robin Tögel einen Entschluss gefasst. Der heute 24-Jährige hat seinen Heimatverein FC Stockheim, für den er seit der Jugend kickte, verlassen und im Sommer ein Abenteuer in der Landesliga Nordost beim SV Friesen begonnen. Der Wechsel von der Kreisliga zwei Etagen höher kam nicht von ungefähr. Seit Beginn seiner Laufbahn im Herrenbereich 2012/13 machte er im gesamten Landkreis als Torjäger auf sich aufmerksam. Mit seinen insgesamt 84 Toren - erst in der Kreisklasse und ab 2015 in der Kreisliga - war er einer der Erfolgsgaranten für die "Bergleute".

"Es gab schon seit einigen Jahren immer wieder mal Anfragen. Irgendwann dachte ich, dass ich es gerne höherklassig versuchen würde", begründet Tögel seine Entscheidung, sich den Friesenern anzuschließen. "Ich wollte einfach wissen, wie es ist, auf diesem Niveau Fußball zu spielen."

Darauf musste Tögel nicht lange warten. Gleich im Auftaktspiel im Frankenwaldstadion durfte er gegen den TSV Neudrossenfeld für die letzten elf Minuten ran. In den folgenden zehn Spielen blieb ihm ebenfalls nur die Jokerrolle. Aber bereits am dritten Spieltag gelang ihm beim 2:5 gegen den SC Schwabach sein erstes von drei Landesliga-Toren.

"Ich glaube, ich kann schon objektiv beurteilen, dass ich zwar kein Stammspieler, aber sicher nicht zu schlecht war. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit so guten Fußballern zu spielen und zu trainieren", sagt Tögel.

Aufwand zu groß

Der Spaß hatte für den Offensivmann jedoch auch seine Kehrseite. Dreimal pro Woche Training, am Wochenende oft lange Auswärtsfahrten, teilweise bis ins Nürnberger Land - da bleibt neben der Arbeit und dem Studium der Betriebswirtschaft wenig Freizeit übrig. "Ich habe das für ein halbes Jahr ordentlich mitgemacht und durchgezogen. Dann habe ich den Entschluss gefasst, dass es mir diesen Aufwand nicht wert ist für das, was am Ende dabei herumkommt."

Im Winter nahm Tögel den Kontakt zum FC Stockheim wieder auf. Der SV Friesen legte ihm bei der Rückkehr keine Steine in den Weg und ermöglichte den Wechsel an den Maxschacht. "Es ist nicht so, dass ich unzufrieden war in Friesen. Ich wollte einfach wieder zu Hause und mit meinen Freunden spielen. Das heißt nicht, dass ich in Stockheim keine Ziele hätte. Es geht darum, wieder etwas mehr Freizeit zu haben."

Nach gerade mal einem halben Jahr war das Abenteuer Landesliga für den 24-Jährigen wieder beendet. Von außen betrachtet könnten böse Zungen behaupten, Tögel hätte es nicht geschafft, sich zwei Ligen höher zu etablieren. "Alle sagten mir immer, dass ich auch in Friesen spielen könnte. Jetzt habe ich gesehen, dass es nicht einfach ist, ich aber trotzdem mitspielen kann. Das alles habe ich aber eher für mich gemacht und nicht für jemand anderen. Jetzt sagen viele, ich sei gescheitert. Das ist absoluter Blödsinn. Ich war 16 mal dabei und habe 16 mal gespielt", betont Tögel.

Klassenerhalt ist das erste Ziel

Seine Zeit in Friesen bereut er deshalb keineswegs: "Ich nehme positive Erfahrungen mit. Ich habe einiges gelernt und erkannt, dass man nicht immer ganz nach oben muss, um das Beste für sich zu finden. Ich denke, ich bin in Stockheim besser aufgehoben."

Mit seinem Verein will er den Klassenerhalt so schnell wie möglich sichern. Nach 19 Spieltagen stehen die "Bergleute" mit 24 Punkten auf Platz 10, nur drei Punkte vor dem Relegationsrang 13. Die mit 44 Treffern zweitbeste Offensive der Kreisliga bekommt mit Robin Tögel zusätzliche Durchschlagskraft. Dass der FCS in dieser Saison aber erneut im Abstiegskampf steckt, hat für den Torjäger aber andere Gründe: "Wir müssen die Spiele wieder disziplinierter zu Ende spielen und bekommen zu viele einfache Gegentore. Da ist aber die gesamte Mannschaft gefragt." Die Sache mit den Gegentoren habe sich auch in der bisherigen Vorbereitung nicht ganz abstellen lassen. Dagegen freut sich Tögel über die rege Trainingsbeteiligung und hofft, dass in der nächsten Saison einige Talente aus der Jungend zur Mannschaft hinzustoßen werden, "und wenn es mit dem Kunstrasen klappt, kommt vielleicht noch der eine oder andere zu uns, so dass wir wieder vorne mitspielen können."

Seine Zukunft sieht er in Stockheim: "Tendenziell kann ich es ausschließen, nochmal höherklassig zu spielen. Im Sommer ist mein Studium fertig und dann muss ich sehen, wie es beruflich weitergeht. Das sind erst mal die Prioritäten."

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