Burggrub
Fußball-Kreisklasse 4

Nach Trainerwechsel: FC Burggrub und Wolfgang Dietrich glauben an den Klassenerhalt

Nachdem Spielertrainer Patrick Schneider das Handtuch geworfen hatte, ist Vorsitzender Wolfgang Dietrich erneut eingesprungen. Beim Ex-Coach sieht er nicht den Grund für die Misere.
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Johannes Grünbeck (rotes Trikot) ist mit sechs Treffern der erfolgreichste Torjäger beim FC Burggrub. Hier wird er an der Außenlinie von Lukas und Andreas Kopp vom FC Wacker Haig bearbeitet.  Foto: Heinrich Weiß
Johannes Grünbeck (rotes Trikot) ist mit sechs Treffern der erfolgreichste Torjäger beim FC Burggrub. Hier wird er an der Außenlinie von Lukas und Andreas Kopp vom FC Wacker Haig bearbeitet. Foto: Heinrich Weiß

Wolfgang Dietrich hatte schon länger auf diese Entscheidung gewartet. Nach dem 2:2 im Heimspiel gegen Schlusslicht FC Seibelsdorf vor knapp zwei Wochen war es dann soweit: Patrick Schneider, der Spielertrainer des Tabellenvorletzten FC Burggrub, teilte dem Vereinsvorsitzendem mit, dass er sein Amt niederlegen wolle. "Er hatte schon länger mit diesem Gedanken gespielt. Er hat sich sehr bemüht, aber die Mannschaft hat teilweise von ihrer Einstellung her nicht mitgezogen. Als Trainer war Schneider da machtlos. Das wäre unter Klopp oder Guardiola wohl auch nicht anders gelaufen. Mit ihm war ich gänzlich zufrieden. Ich habe für seine Entscheidung vollstes Verständnis und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute, denn er ist ein Pfundskerl", sagt Dietrich.

Für die zwei verbleibenden Spiele bis zur Winterpause übernahm der 43-Jährige den Posten. Unterstützt wird er von Kapitän Steffen Kessel. Es ist das zweite Mal, dass Dietrich auf der Trainerposition aushilft. Schon im September 2015 sprang er ein, nachdem der damalige Coach Christian Grünbeck sein Amt niedergelegt hatte, bis Schneider zur Saison 2016/17 die Mannschaft als Spielertrainer übernahm.

Ein Spielertrainer wäre auch nun wieder der Wunsch des Vorsitzenden. Schließlich zählt bei dem dünn besetzten Burggruber Kader jeder Mann. "Ein großes Manko war, dass Patrick Schneider wegen eines Knorpelschadens und seiner Verletzung am Innen- und Außenband seit Ende letzter Saison fehlt. Schneider ist ein guter Fußballer, ein Kämpfer und Läufer, der die Mannschaft mitzieht. Mit ihm wären wir nicht da, wo wir jetzt stehen."

Auch sonst war der Verein in dieser Saison von vielen Ausfällen geplagt, ob nun krankheits- oder urlaubsbedingt. So kam es auch zur Spielabsage beim TSV Steinberg Mitte Oktober. "Da waren zwei Mann im Urlaub und drei krank. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass mir so etwas passiert ist. Aber so ist es halt, wenn man einen Kader mit nur 15 Spielern hat."

Kommt eine Spielgemeinschaft?

Deshalb macht sich Dietrich bereits Gedanken, wie der Spielbetrieb beim FC Burggrub künftig noch aufrechtzuerhalten ist. Verstärken mit auswärtigen Spielern oder gar eine Spielgemeinschaft seien Optionen, unabhängig von der Ligazugehörigkeit. "Solche Gedanken sind da, aber eine Entscheidung ist noch nicht gefallen."

Mit einem Abstieg in die A-Klasse hat sich der Interims-Coach natürlich noch nicht abgefunden. Schon bei seinem ersten Spiel als Trainer im Kellerduell beim SV Reitsch (1:1) sah er Fortschritte: "Das war ein Kampfspiel mit wenigen Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Von der Laufbereitschaft, vom Willen und der Einstellung her, hat man gemerkt, dass die Mannschaft wollte. Das hat man in den Wochen zuvor teilweise vermisst. Dennoch war ein Punkt zu wenig."

Am Sonntag kommt der Viertplatzierte TSV Neukenroth nach Burggrub (14 Uhr), der derzeit aber schwächelt. Von den vergangenen sieben Spielen gewann der TSV nur zwei. Entsprechend optimistisch ist auch Dietrich: "Ich habe keine Angst vor Neukenroth. Wir brauchen uns nicht zu verstecken. In die Köpfe der Spieler muss nur wieder rein, dass wir nicht schlechter sind als die anderen. Dann können wir vielleicht punkten."

Nach diesem Spiel wollen sich die Verantwortlichen zusammensetzen und auf Trainersuche gehen. Der neue Mann soll in den folgenden zwei Wochen gefunden werden und den Rückstand von sechs Punkten auf den Relegationsrang 14 aufholen. "Das Potenzial für den Klassenerhalt ist da. Es ist alles nur Kopfsache und Wille. Die Technik und die Physis sind vorhanden. Die Spieler müssen wieder Spaß am Fußball haben. Wenn alles passt und jeder 100 Prozent gibt, würde ich den FC Burggrub nicht abschreiben."



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