Kleintettau
Fußball-Bezirksliga West

Marco D'Antimi: "Gut genug für die Bezirksliga"

Der neue Trainer des ASV Kleintettau sieht sich keineswegs als "Feuerwehrmann" und sieht trotz der schwierigen Lage viel Positives.
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Der Kampfgeist stimmt beim ASV Kleintettau. Wie hier bei Tobias Wagner, der den Frohnlacher Daniel Oppel (blaues Trikot) energisch angreift. Doch auch in diesem Spiel reichte es nicht für Punkte (1:6).  Foto: Heinrich Weiß
Der Kampfgeist stimmt beim ASV Kleintettau. Wie hier bei Tobias Wagner, der den Frohnlacher Daniel Oppel (blaues Trikot) energisch angreift. Doch auch in diesem Spiel reichte es nicht für Punkte (1:6). Foto: Heinrich Weiß
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Plötzlich ging es ganz schnell. Mitte vergangener Woche trennten sich der Bezirksligist ASV Kleintettau und ihr langjähriger Trainer Christian Häusler einvernehmlich und schon am Freitag leitete ein Neuer das Training der "Glasmacher". Marco D'Antimi übernahm nach elf Spieltagen den Aufsteiger, der immer noch sieglos und mit gerade einmal zwei Punkten auf dem Konto ganz unten in der Tabelle steht. 13 Punkte beträgt bereits der Abstand zum rettenden Ufer auf Rang 12, den der TSV Meeder innehat.

Bei D'Antimis erstem Spiel gegen den TSV Breitengüßbach am Samstag blieb der Effekt des Trainerwechsels zumindest im Ergebnis aus (0:1). Doch der gebürtige Italiener glaubt weiterhin an sein Team und ist zuversichtlich, die Liga noch zu überraschen. Herr D'Antimi, Sie haben eine schwere Aufgabe vor sich und den ASV Kleintettau in einer fast aussichtslosen Situation übernommen. Haben Sie schlaflose Nächte seit ihrer Zusage? Marco D'Antimi: Nein, schlaflose Nächte habe ich nicht. Natürlich ist es eine schwierige Aufgabe, aber ich habe schon vieles im Fußball erlebt. Solange theoretisch alles möglich ist, mache ich mir noch berechtigte Hoffnungen. Die Mannschaft ist gut genug für die Bezirksliga. Was spricht noch für den Klassenerhalt? Wenn man sich die Tabelle anschaut, nicht viel. Ich habe die Mannschaft vor meiner Übernahme zwei-, dreimal gesehen und nach den ersten Trainingseinheiten festgestellt, dass Qualität da ist. Dass der Knoten irgendwann platzen muss, bevor es zu spät ist, ist auch klar. Aber warum sollen wir nicht auch mal vier, fünf Spiele ungeschlagen bleiben? Wenn wir endlich einmal gewinnen, kommt vielleicht das Selbstvertrauen zurück. Auch wenn der Abstand zurzeit brutal ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Mannschaften vor uns jede Woche punkten werden. Wie kam es dazu, dass Sie das Traineramt übernommen haben? Ich kenne Karl-Heinz Fehn, den Abteilungsleiter, von der Arbeit. Er hat mich gefragt und da ich bei keinem Verein im Wort stand, dachte ich mir, warum nicht? Es ist die Bezirksliga, es ist eine interessante Aufgabe und es werden auch keine Wunderdinge von mir verlangt. Sollte es nicht funktionieren, greifen wir in der nächsten Saison eben in der Kreisliga wieder an. Wann haben Sie zugesagt? Ich habe am Donnerstag zugesagt und am Freitag wurde ich der Mannschaft vorgestellt. Das ging alles sehr schnell. Am Freitag haben wir vor dem Spiel gegen Breitengüßbach eine erste lockere Trainingseinheit zum Kennenlernen gemacht. Wie war Ihr erster Eindruck von der Mannschaft? Der erste Eindruck war positiv. Die Jungs sind locker, lustige und vernünftige Kerle. Ich glaube auch, dass sie realistisch einschätzen können, dass sie Aufsteiger sind. Das Einzige, was fehlt, sind drei Punkte. Ansonsten hat man in Kleintettau eigentlich alles. Die Mannschaft hat nach wie vor die Qualität, da unten rauszukommen. Christian Häusler hat in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet. Vielleicht fehlte nun aber ein neuer Impuls oder eine andere Ansprache, mit der möglicherweise ein Ruck durch die Mannschaft geht. Wie hat die Mannschaft den Trainerwechsel aufgenommen? Die Mannschaft hat mich am Freitag gut aufgenommen, wir haben teilweise lustige Gespräche geführt. Mir gefällt der lockere, aber respektvolle Umgang. Es sieht nicht so aus, als hätte sich schon jemand aufgegeben. Das heißt, die Stimmung in der Mannschaft ist nach wie vor positiv? Ja, da kommt keiner mit einem langen Gesicht zum Training. Auch nach unserer ersten richtigen Einheit haben sie noch gelacht. Die Jungs wissen, dass sie noch eine Chance haben, und wollen diese nutzen. Wichtig ist, dass wir nicht den Kopf in den Sand stecken und die Jungs weiter an sich glauben. Wie beurteilen Sie Ihr erstes Spiel gegen Breitengüßbach? Ich war da noch eher eine moralische Unterstützung. Die Jungs haben ihr Bestes gegeben. Wir hatten viele Chancen. In der ersten Halbzeit waren wir wohl noch etwas nervös. Trotzdem hatten wir da die meisten Chancen. Als wir in der zweiten Halbzeit klar am Drücker waren, mit zwei, drei Riesenbrettern, fällt das 0:1 nach einer kleinen Fehlerkette von uns. Auch danach hatten wir noch gute Möglichkeiten und Pech mit dem Aluminium. Wir hätten Minimum einen Punkt verdient gehabt. Natürlich ist spielerisch noch Luft nach oben. In diesem Spiel waren wir aber auf Augenhöhe. Hapert es also nach wie vor hauptsächlich an der mangelnden Chancenverwertung? Bei diesem Spiel, ja. Wenn ich sehe, wie viele Chancen Nico Fröba hatte, hätte er im vergangenen Jahr wahrscheinlich drei Tore gemacht. Das Glück muss man sich eben auch mal erarbeiten. Der Mannschaft kann ich keinen Vorwurf machen. Wenn sie jede Woche mit dieser Leidenschaft spielt, wird irgendwann der Knoten platzen. Das Gespräch führte Dominic Buckreus.

Zur Person

Alter: 38 Wohnort: Neustadt bei Coburg Beruf: Qualitätsmanager Familienstand: Verheiratet, zwei Kinder Stationen als Trainer: TBVfL Neustadt-Wildenheid, TSV Mönchröden, SC Sylvia Ebersdorf Größte Erfolge: Aufstieg in die Kreisliga mit SC Sylvia Ebersdorf, Aufstieg mit TBVfL Neustadt-Wildenheid in die Kreis- und Bezirksliga, Kreispokalsieger mit SC Sylvia Ebersdorf, Hallenkreismeister mit TBVfL Neustadt Wildenheid. Hobby: Fußball

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