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Kreisjugendtag: Wechsel an der Spitze der Bayerischen Sportjugend

Beim Kreisjugendtag der Bayerischen Sportjugend im BLSV-Bezirk Oberfranken, Kreis-Nummer 5, standen Neuwahlen sowie Ehrungen und Würdigungen im Mittelpunkt.
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Christian Engelhardt (links) erhält vom scheidenden Vorsitzenden Adrian Seitz die Verdienstnadel des Verbands in Silber mit Goldkranz.  Fotos: Heike Schülein
Christian Engelhardt (links) erhält vom scheidenden Vorsitzenden Adrian Seitz die Verdienstnadel des Verbands in Silber mit Goldkranz. Fotos: Heike Schülein
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Die Bayerische Sportjugend ist die Jugendorganisation des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV). Alle vier Jahre versammeln sich Vertreter der im Landkreis Kronach Jugendarbeit treibenden Sportvereine zum ordentlichen Kreisjugendtag mit Neuwahlen. Die Gäste hieß der Vorsitzende des gastgebenden TSV Steinberg, Christian Engelhardt, willkommen.

Bei den turnusgemäßen Neuwahlen wurden die Weichen für die Legislaturperiode bis 2023 gestellt. An der Spitze fand ein Führungswechsel von Adrian Seitz zu Stefanie Regel statt.

Die bisherige Stellvertreterin Stefanie Regel aus Höfles wurde zur neuen Kreisjugendvorsitzenden gewählt. Sie löst damit Seitz ab, der sich nach acht Jahren nicht mehr zur Verfügung stellte und ab sofort den Stellvertreter-Posten bekleidet.

Der neue Kreisvorstand setzt sich folgendermaßen zusammen: Stefanie Regel (Vorsitzende), Adrian Seitz (Stellvertreter), Claudia Russ, Lorenz Richter, Saskia Linke, Heike Bittner sowie Albert Schirmer (alle Beisitzer), der als Ehrenvorsitzender automatisch dem Gremium angehört. Vakant bleibt die Stelle des Jugendleiters. Als Delegierte zum Bezirksjugendtag wurden Saskia Linke und Heike Bittner gewählt, zu Ersatz-Delegierten Lorenz Richter und Stefan Schramm.

Ehrung für den "Allround-Man"

In Anerkennung seiner Verdienste besonders im Bereich der Jugendarbeit zeichnete Seitz den Vorsitzenden des TSV Steinberg, Christian Engelhardt, mit der Verdienstnadel des Verbands in Silber mit Goldkranz aus. Der "Allround-Man", so Seitz, war von 2006 bis 2011 Jugendleiter, von 2011 bis 2017 Zweiter Vorsitzender und steht seitdem an der Vereinsspitze. Zudem ist er langjähriger Betreuer von Junioren- und Jugend-Mannschaften.

Interne Würdigungen sprach Seitz für Roland Münch sowie Thomas Schneider aus. Münch kümmert sich um die Jugend-Abteilung des SV Rothenkirchen von den Jüngsten bis zu den fast Erwachsenen. Insgesamt war er nahezu 28 Jahre für den BSJ tätig und hat bereits sämtliche Ehrungen des Verbands erhalten. Ein "Muster an Zuverlässigkeit", so Seitz, ist auch der langjährige Kreiskassier Thomas Schneider, der sein Amt mit großem Verantwortungsbewusstsein ausübt. Auch er hat bereits alle Verbands-Ehrungen erhalten.

Erfolgreiche Projekte und erheblicher Mitgliederschwund im Kreis

Kreisjugendleiter Adrian Seitz aus Reichenbach erstattete Bericht über die abgelaufene Amtsperiode. Erfreulicherweise habe man mit Heike Bittner und Saskia Linke mittlerweile zwei neue aktive Mitglieder in der Vorstandstandschaft, die beide über viel Erfahrung in der Jugendarbeit verfügten. Wieder vakant ist die Funktion des Jugendleiters, nachdem die Amtsinhaberin kein Interesse an der Amtsausübung gezeigt habe.

Seitz hatte die Kronacher Sportjugend bei vielen Veranstaltungen auf verschiedenen Ebenen vertreten. Erfolgsgeschichten seien die jährlich stattfindende Ferienfußballschule von Lorenz Richter mit heuer wiederum 71 teilnehmenden Kindern sowie das seit 2015 wieder aufgelebte KJR-Kreisspielfest mit zwischen 800 und 1000 Besuchern.

Bis vor zwei Monaten war BSJ-Beisitzerin Claudia Russ auch in der KJR-Vorstandschaft tätig, in der sie zwei Amtsperioden mitwirkte. Aufgrund ihres beruflich bedingten Umzugs ist ihr dies nicht mehr möglich. Russ hatte unter anderem auch das Projekt "Sport nach Mitternacht" mit auf den Weg gebracht - ein monatliches Sportangebot für junge Leute zu später Stunde in den Hallen der Turnerschaft Kronach. Das Projekt lief von Oktober 2015 bis April 2019, wurde nun aber aufgrund mangelnden Zuspruchs der Zielgruppe offiziell beendet.

Sehr erfolgreich verlaufen dagegen die beiden Kita-Projekte "Spiel und Sport im Kindergarten" mit zur Verfügung gestellten Arbeitsunterlagen für Bewegungs- und Tanzübungen sowie das "BAERchen"-Projekt zur Prävention und Gesundheitsförderung im Kleinkind- und Vorschulalter.

Dass Sport auch auf ungewohnten Pfaden wandeln kann, zeige das für Seitz sehr nachdrückliche Projekt "Sport im Strafvollzug - Sport als Chance" in der JVA Ebrach, das im August 2016 zehnjähriges Jubiläum feierte. Das von der Sportjugend geförderte Angebot soll die meist jugendlichen Straftäter wieder auf die Freiheit vorbereiten.

Ziele verfehlt

"Von den von der BSJ angestrebten Zielen sind wir im Landkreis Kronach weit entfernt", bedauerte Seitz, der auch auf die "Juleica"-Jugendleiter-Card hinwies - ein bundesweit einheitlicher Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit, die als Qualifikationsnachweis dient.

Bedenklich sei die aktuelle Statistik im Landkreis Kronach. Während man zum Jahresende 2015 noch knapp 28 400 Mitglieder in 139 Vereinen zählte, lag man zum Halbjahr 2019 bei knapp 26 600, also fast 1800 weniger. In der Altersspanne von 0 bis 26 Jahren verringerte sich die Mitgliederanzahl von rund 9500 auf rund 8500 Mitglieder. Besonders betroffen ist die Anzahl der 14- bis 17-jährigen männlichen Mitglieder mit einem Minus von 30 Prozent. "Da müssen wir gegensteuern", appellierte Seitz, der auch den Finanzbericht für den verhinderten BLSV-Kreisschatzmeister Thomas Schneider vorlas und dabei für die gewährten Zuschüsse dankte.

Jeweils einen Trikotsatz für eine Jugendfußballmannschaft überreichte Seitz an den TSV Steinberg und den DJK-SV Neufang.

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