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eSport

Hintergrund: Was ist eSport?

Weltweit schauen Millionen anderen beim Spielen zu. Daraus wurde mittlerweile ein Millionengeschäft, auch für die Spieler selbst.
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Elektrosportler: Zuschauer bei einem Turnier der eSport-Liga ESL. Die ESL plant, bei einem derartigen Turnier Ende des Monats, erstmals Doping-Tests einzuführen.  Marius Becker, dpa
Elektrosportler: Zuschauer bei einem Turnier der eSport-Liga ESL. Die ESL plant, bei einem derartigen Turnier Ende des Monats, erstmals Doping-Tests einzuführen. Marius Becker, dpa
Wettkämpfe
Beim eSport geht es um organisierte, sportliche Wettkämpfe, die mit Hilfe eines Computers oder einer Spielekonsole ausgetragen werden. Einerseits gibt es solche Wettkämpfe bei Spielen, die auf realen Sportarten basieren, wie zum Beispiel die Fußball-Simulation Fifa. Andererseits treten eSportler auch bei Fantasie-Spielen gegeneinander an. So etwa bei Echtzeit-Strategiespielen wie Dota 2 oder bei Ego-Shootern wie Counter-Strike.

Ort
Bei den Vorrunden zu Turnieren treten die Spieler meist via Internet von zu Hause aus gegeneinander an. Die Finalspiele bei großen Wettbewerben finden oft in einer Arena statt.

Spieler
Der Großteil der Spieler (eSportler), die an solchen Veranstaltungen teilnehmen, sind Amateure, die in ihrer Freizeit um Titel und Preise kämpfen. Weltweit gibt es aber immer mehr professionelle eSportler (Pro-Gamer), die von den Preisgeldern der Turniere leben beziehungsweise bei einem Verein vertraglich fest angestellt sind.

Sport
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verhindert bisher die offizielle Anerkennung als Sportart, denn eSport erfülle nicht die nötigen Kritieren, um in den Bund aufgenommen zu werden.
Sportart?

In mehr als 60 Ländern wird eSport als Sportart anerkannt, vor allem in Asien. Bei den Asia-Games 2022 im chinesischen Hangzhou wird eSport offiziell als Sportart teilnehmen. Für die Olympischen Spiele 2024 in Paris denken die Veranstalter zumindest öffentlich darüber nach.

Turniere

Anders als etwa im realen Fußball gibt es für eSport keinen weltweiten Dachverband. Daher finden mehrere Turniere von unterschiedlichen Veranstaltern statt. Beim Spiel Fifa gelten die "Virtuelle Bundesliga" und die Meisterschaft der Electronic Sports League (ESL) als bedeutendste nationale Turniere. Darüber hinaus werden auch Weltmeisterschaften veranstaltet.

Fifa-Modus

Im Spiel Fifa basieren die Stärken der Spieler und Vereine auf den realen Vorbildern. Wählt ein Spieler Real Madrid und der Gegner die SpVgg Greuther Fürth, hat der Fürther einen Nachteil. Daher werden bei der "Virtuellen Bundesliga" die Stärken der Teams gleichgesetzt, so dass das Können der eSportler entscheidet. Andere Turniere werden im Fifa Ultimate-Team-Modus ausgespielt (FUT). Dabei können die eSportler aus einem Pool aktueller und ehemaliger Fußballer eine Mannschaft zusammenstellen - entweder durch das Erreichen bestimmter Erfolge im Spiel oder durch Bezahlung.

Vereine

Einige Top-Vereine haben bereits professionelle eSports-Abteilungen gegründet. Die meisten konzentrieren sich dabei auf das Spiel Fifa.
Deutsche Vereine: Schalke 04, 1. FC Nürnberg, VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg, RB Leipzig, VfL Bochum.
Internationale Vereine (Auswahl): Manchester City, Paris Saint Germain, Ajax Amsterdam, AS Rom.

Geld

Der Spieler, der weltweit bislang die höchsten Preisgelder eingenommen hat, ist der Deutsche Kuro Takhasomi. In seiner Karriere hat er mit dem Spiel Dota 2 insgesamt etwa 3,5 Millionen Dollar gewonnen. Der erfolgreichste Fifa-Spieler ist der Brite Spencer Ealing, der mit knapp 280 000 Dollar auf Rang 250 liegt. Als lukrativstes Turnier gilt das Dota 2-Turnier "The International". Im Jahr 2017 wurden dort Preisgelder von insgesamt 24,55 Millionen Dollar ausgeschüttet. Für das gleiche Jahr errechneten Marktforscher für den eSport einen Gesamtumsatz von 696 Millionen Dollar.

Zuschauer

Einzelne Spiele und Turniere werden meist im Internet übertragen. Marktführer ist dabei die Plattform Twitch. Zu Hochzeiten erreichen die Zuschauerzahlen bei allen weltweit angebotenen Übertragungen die Zwei-Millionen-Marke. 2014 kaufte Amazon die Webseite für 970 Millionen Dollar. Seit 2017 läuft das Finale der Virtuellen Bundesliga auf Sport1. Beim Weltmeisterschafts-Finale 2017 zum Spiel League of Legends kamen 80 000 Zuschauer ins Nationalstadion von Peking.
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