Friesen
Fußball-Landesliga Nordwest

Friesen bleibt auswärts eine Macht

Die Mannschaft von Trainer Armin Eck gewinnt das Derby beim FC Coburg klar mit 4:0 und sichert sich damit bereits ihren vierten Auswärtsdreier. Für die Vestekicker geht der Leidensweg dagegen weiter.
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"Knie-Fall"! Der Coburger Mittelfeldspieler René Knie wurde in dieser Szene von Hannes Nützel von den Beinen geholt. Am Ende der einseitigen 90 Minuten auf dem Coburger Kunstrasenplatz legte Friesen seinen Gegner aufs Kreuz. Links im Hintergrund: SVF-Gönner Sepp Geiger mit grün-weißem Schal. Foto: Hagen Lehmann
"Knie-Fall"! Der Coburger Mittelfeldspieler René Knie wurde in dieser Szene von Hannes Nützel von den Beinen geholt. Am Ende der einseitigen 90 Minuten auf dem Coburger Kunstrasenplatz legte Friesen seinen Gegner aufs Kreuz. Links im Hintergrund: SVF-Gönner Sepp Geiger mit grün-weißem Schal. Foto: Hagen Lehmann

Der SV Friesen hat sich nach zwei sieglosen Partien eindrucksvoll im Landesliga-Derby beim FC Coburg zurückgemeldet. Das Team von Trainer Armin Eck klettert nach dem auch in der Höhe verdienten 4:0-Erfolg auf den siebten Tabellenplatz.

Während die Gastgeber vor 250 Zuschauern jegliches Selbstvertrauen vermissen ließen, zeigten die Friesener eine engagierte Spielweise sowie die bessere Körpersprache. Zum wiederholten Male zeigte sich, dass die Eck-Truppe in dieser Saison durch einen großen Kader auch Ausfälle zu kompensieren vermag. Auf Kunstrasen der Sportanlage in der Coburger Wiesenstraße tüteten die Frankenwälder bereits ihren vierten Auswärtsdreier ein.

FC Coburg - SV Friesen 0:4 (0:3)

Bereits nach zweieinhalb Minuten nahm der Leidensweg des FCC seinen Lauf. Nach einer gelungenen Ballstafette der Gäste, an der auch der Ex-Coburger Lukas Mosert maßgeblich Anteil hatte, landete das Leder im Lauf des trickreichen Youngsters Nico do Adro. Dieser wurde nur unzureichend von seinem Gegenspieler Maximilian Weinreich attackiert, fackelte nicht lange und vollendete mit einem gefühlvollen Schlenzer ins lange Eck zum 0:1. Daran hatten die Hausherren mental zu knabbern und fanden über die gesamte Distanz ihren Rhythmus nicht.

Dicke Ausgleichschance

Eine dicke Chance zum Ausgleich ergab sich dennoch. Als Fabian Carl von der rechten Außenbahn in den Strafraum eindrang, wurde seine Eingabe nicht aus der Gefahrenzone gebracht. Beim folgenden Nachschuss fand Rene Knie in Keeper Tobias Bauerschmidt seinen Meister. Jäh unterbrochen wurde der Konsolidierungsversuch der Coburger durch Nils Firnschild (13.), der wiederum nach einem schnell vorgetragenen Angriff unhaltbar zum 0:2 abschloss. Jetzt hatten die Gäste das Geschehen im Griff. Sie überbrückten das Mittelfeld häufig mit langen Bällen und wirkten in vorderster Front wesentlich ballsicherer. FCC-Keeper Oleksandr Churilov verhinderte mehrmals weitere Einschläge. Als der souveräne gegnerische Abwehrchef Andreas Baier (27.) einen Freistoß mit einem Kunstschuss über die Mauer zum 0:3 in den Winkel zimmerte, schien die Messe gelesen zu sein.

Ampelkarte für Teuchert

Coburg gab sich nicht auf, verzettelte sich aber in Einzelaktionen und hatte meist nicht den richtigen Blick für Anspiele in die Tiefe. In der 38. Minute ergab sich trotzdem die Möglichkeit zum Anschlusstreffer, als Carl mit einem gelungenen Steilpass auf Bauerschmidt zusteuerte. Sein Heber verfehlte sein Ziel aber haarscharf.

Der Pausenappell von Armin Eck an seine Jungs, trotz des scheinbar ungefährdeten Vorsprungs das Level hochzuhalten, fruchtete. Nach einer präzisen Kombination über mehrere Stationen wurde Torjäger Rico Nassel (57.) mustergültig an der Strafraumgrenze bedient. Sein ansatzloser Flachschuss ins rechte Eck zum 0:4 sorgte für die Entscheidung.

Als wenig später der Coburger Abwehrspieler Yannick Teuchert vom souveränen Schiedsrichter Simon Dimmerling wegen wiederholtem Foulspiels die Gelb-Rote Karte erhielt, setzte der SVF in Überzahl seine Lehrstunde fort und brauchte nicht mehr ans Limit zu gehen.

Trainerstimmen

Heimtrainer Lars Scheler zeigte sich enttäuscht über den Ausgang des Derbys, redete aber nicht alles schlecht: "Man hat gesehen, dass wir gefällig kicken können. Durch schlechtes Zweikampfverhalten sind wir frühzeitig in Rückstand geraten. Kleine Dinge wurden bestraft. Im ersten Durchgang hatten wir durchaus Chancen. Ohne unsere verletzten Leistungsträger Sertan Sener und Tevin McCullough fehlt es unserer Offensive jedoch an Durchschlagskraft. Friesen erwies sich im Abschluss als effektiv."

Sein Gegenüber Armin Eck meinte: "Auf Kunstrasen kannst du dich, auch wenn du einen Vorsprung herausgeschossen hast, nie sicher fühlen. Unser Gegner hat vor der Pause einige Male schlampig abgeschlossen. Danach hatten wir von außen ein gutes Gefühl. Wir standen hinten sicher, haben den Ball gut laufen lassen und eine geschlossene Mannschaftsleistung abgeliefert."

Beiderseits geht es mit unvermindertem Druck weiter. Coburg muss am Samstag beim Dritten SV Memmelsdorf Farbe bekennen. Der SV Friesen hat den Vierten Haibach zu Gast.

FC Coburg: Churilov - Weinreich (83. A. Guhling), Kimmel, Alles, Y. Teuchert, G. Sener, Baur (83. Schad), Knie, Dilauro, F. Carl, König (73. Heinze) / SV Friesen: Bauerschmidt - Graf, Baier, Kunz (88. Rödel), Söllner, Nützel, Altwasser (82. J. Müller), Firnschild, Mosert, Nassel, do Aldro (75. F. Müller) / Tore: 0:1 do Adro (3.), 0:2 Firnschild (13.), 0:3 Baier (27.), 0:4 Nassel (57.) / SR: Dimmerling (Wilhermsdorf/Mittelfranken) Zuschauer: 250 / Gelbe Karten: Carl, Teuchert, Kimmel, Baur / Baier / Gelb-Rote Karte: Teuchert (59.) / -

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