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Egon Grünbeck: Der Knipser mit dem Schnauzer

Kreisspielleiter war früher ein gefürchteter Trickser, wissbegieriger Teamplayer und ein Erfolgstrainer. Am Sonntag feiert er seinen 60. Geburtstag.
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Im Trikot des FC Adler Weidhausen erzielte Egon Grünbeck etliche Treffer. Sein damaliger Trainer Emil Kirchner erinnert sich noch ganz genau: "Egon war ein technisch starker Spieler." Foto: privat
Im Trikot des FC Adler Weidhausen erzielte Egon Grünbeck etliche Treffer. Sein damaliger Trainer Emil Kirchner erinnert sich noch ganz genau: "Egon war ein technisch starker Spieler." Foto: privat
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Er redet gar nicht so gern. Er bringt die Dinge lieber schnell auf den Punkt. Manche Leute würden stundenlang plaudern, aber nichts sagen. Das ist wie beim Fußball: "Ballgeschiebe, Ballbesitzfußball, rüber, nüber, quer - Null Torgefahr." Da war Egon Grünbeck früher anders. Der Knipser mit dem Schnauzer wusste ganz genau, wo die Kiste steht. Und er erzielte etliche Buden, obwohl sein Freund Uwe Beetz flapsig feststellt, dass so mancher Grünbeck-Kreisel auch schon mal im Seitenaus oder neben dem Tor endete!

Kronachs beliebter Kreisspielleiter ("Schau' mer mal ob wir bis 2020 einen geeigneten Nachfolger für mich finden") wollte im Vorfeld seines 60. Geburtstages, den er am Sonntag in Neukenroth feiert, von sich gar nicht so viel preisgeben. Wir haben dennoch Witziges und Wissenswertes erfahren. Von langjährigen Weggefährten und Freunden:

Uwe Beetz (guter Freund und Ex-Trainer): "Ich bin bei der Geburtstagsfeier dabei und da werden sicher einige Spiele zum x-ten Mal gespielt. Egon ist ein ähnlicher Typ wie ich. Wir können uns (fast) an jede einzelne Spielsituation erinnern. Mit Egon verbindet mich eine langjährige Freundschaft. Als ich 1976 in Rothenkirchen als Spielertrainer anfing, habe ich ihn noch als Jugendspieler in die erste Mannschaft geholt. Und wir haben dann auch ein Jahr später den ersten Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Egon war extrem zuverlässig, trainingsfleißig, ehrgeizig, technisch stark und torgefährlich. Kurz: Er war ein Fußballer! Mancher ,Kreisel' endete dann auch schon einmal im Seitenaus oder neben dem Tor, wofür er natürlich nicht gelobt wurde. Aber mit Leidenschaft und Begeisterung ging es immer weiter. Er gehört unbedingt zu meinen Lieblingsspielern. Natürlich gilt ihm mein Respekt, nicht nur als Fußballer, sondern mindestens ebenso als Privatmann und als Funktionär."

Hartmut Neubauer (langjähriger Sportredakteur beim Fränkischen Tag): "Als sich vor dem Fußball-Kreistag 2010 abzeichnete, dass ein Nachfolger für den Kronacher Gruppenspielleiter Norbert Schülein gefunden werden musste, wurde auch ich als Sportredakteur des FT um meine Meinung gefragt. Wem würde ich das zutrauen und mit wem würde ich gerne zusammenarbeiten, habe ich mich damals gefragt - und dann Egon Grünbeck ins Gespräch gebracht und ihm nahegelegt, diesen Schritt vom Spieler und noch aktiven Trainer hin zum Funktionär in Erwägung zu ziehen. Dass er zusagte, hat mich sehr gefreut. Die Zusammenarbeit hätte in all den Jahren nicht besser sein können."

Roman Potemkin (Regionalliga-Schiedsrichter aus Kronach und künftig Linienrichter in der 2. Bundesliga): "Egon ist ein engagierter, gewissenhafter aber auch unkomplizierter Kreisspielleiter, mit dem Probleme auch auf dem kurzen Dienstweg gelöst werden können. Seine lockere und sympathische Art kommt sowohl bei den Vereinen als auch Schiedsrichtern sehr gut an.
Obwohl er ein Funktionärsamt bekleidet, ist er sich nicht zu schade als aktiver Schiedsrichter gelegentlich selbst die Pfeife in den Mund zu nehmen. Nicht nur deswegen genießt er großes Ansehen weit über die Landkreisgrenzen hinaus. Lieber Egon, herzlichen Glückwunsch zu deinem 60. Geburtstag."

Emil Kirchner aus Neustadt (ehemaliger Trainer beim FC Adler Weidhausen, Lizenzspieler unter anderem bei Holstein Kiel): "Egon war ein technisch starker Spieler, hat den Ball aber öfters auch mal zu spät abgespielt. Ich habe sehr gerne mit ihm zusammen gearbeitet, weil er ein angenehmer, wissbegieriger Bursche war. Er war sehr interessiert und wollte wissen, wie wir früher trainiert haben und was wir alles so gemacht haben."

Georg Skliwa (langjähriger Mitstreiter in der Kreisspielleitung, Gruppenspielleiter und Freund): "Ich möchte die über 30 Jahre gemeinsame Funktionärsarbeit mit Egon nicht missen. Wir beide harmonieren auf den Fußballplätzen und auch anderswo sehr gut und haben viel Zeit miteinander für den Fußball verbracht. Ich hoffe, nein, ich bin mir sicher, dass dies auch noch viele Jahre weiterhin so klappen wird."

Ramona Pauli (im Namen der Frauen- und Mädchenabteilung des SV Reitsch): "Wir wünschen Egon Grünbeck von Herzen alles Gute und Liebe. Wir haben ihn als einen Trainer unserer ersten Stunden in bester Erinnerung, schließlich holten die B-Juniorinnen mit ihm als Übungsleiter damals erstmals die oberfränkische Meisterschaft nach Reitsch. Es war der Beginn von etwas Großem."


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