Reitsch
Frauenfußball

Bezirksoberliga vor dem Saisonstart: Der SV Reitsch greift wieder an

Mit geballter Offensivkraft will Reitsch im dritten Anlauf die Meisterschaft einfahren. Die Rückkehr einer Leistungsträgerin könnte dabei entscheidend sein.
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18 Tore erzielte Angreiferin Sandra Neubauer (orangefarbenes Trikot) in der Vorsaison für den SV Reitsch. Künftig stürmt sie gemeinsam mit Linda Querfurth und Kristin Rebhan.  Foto: Heinrich Weiß
18 Tore erzielte Angreiferin Sandra Neubauer (orangefarbenes Trikot) in der Vorsaison für den SV Reitsch. Künftig stürmt sie gemeinsam mit Linda Querfurth und Kristin Rebhan. Foto: Heinrich Weiß

ReitschUnglaubliche 212 Tore in 36 Partien erzielte die Frauenmannschaft des SV Reitsch in den vergangenen beiden Spielzeiten unter Trainer Helmut Eckert. Zum Titelgewinn in der Bezirksoberliga und der damit verbundenen Rückkehr in die Landesliga reichte es aber nicht. War in der Saison 2017/18 die Zweitvertretung des 1. FFC Hof drei Punkte stärker, profitierte in der abgelaufenen Spielzeit die SpVgg Ebing vom gewonnenen direkten Vergleich gegen die punktgleichen Reitscherinnen. "Die Regel ist nicht zu ändern, wir müssen es akzeptieren. Natürlich tat es weh, den Aufstieg so knapp zu verpassen", sagt Eckert.

In seiner dritten Saison beim SVR will der 48-Jährige "so lange wie möglich oben dabei bleiben, ein anderes Ziel wäre unseriös". Für den neuerlichen Anlauf verstärkte Reitsch seinen Kader punktuell. Mit der 17-jährigen Nina Wenzig kehrt eine Verteidigerin zurück, die in Reitsch ausgebildet wurde und in der Landesliga Nord neun Einsätze für Hof II absolviert hat. Aus dem eigenen Nachwuchs rückt zudem Laura Weich auf. Groß ist die Freude über die Rückkehr von Kristin Rebhan - die erfahrene Angreiferin, die 2017/18 satte 39 Saisontreffer erzielte, steht nach einer Babypause wieder zur Verfügung. "Kristin ist ein wichtiger Baustein. Wir haben uns insgesamt schon noch mal verstärkt", sagt Eckert. Als einziger Abgang steht Anna Heuschmann fest, die es studienbedingt zum mittelfränkischen Bezirksoberligisten TSV Brand zieht.

Dreiersturm als Trumpfkarte

Mit Rebhan, Sandra Neubauer und Linda Querfurth, die in den vergangenen zwei Spielzeiten 79 Tore erzielt hat, verfügt der SV Reitsch über ein offensives Dreigespann, das den Gegnern das Fürchten lehren soll.

Dazu kommt Katrin Kittel, die im Vorjahr zwölf Tore erzielte und hinter dem Dreiersturm zum Einsatz kommen könnte. "Unsere Offensive ist noch mal besser geworden, daher verändern wir das System entsprechend", sagt Eckert. "Ich verändere gerne etwas an unserer Taktik. Die Gegner aus der Vorsaison kennen uns, wir wollen es ihnen aber nicht so leicht machen." Dass der offensiv geprägte Matchplan auch Risiken birgt, ist dem Übungsleiter derweil bewusst: "Wir haben drei Topstürmer, dazu ein offensiv ausgerichtetes Mittelfeld dahinter. Im Spiel gegen den Ball könnten wir Probleme bekommen. Ich bin aber der Meinung, dass man regelmäßig etwas Neues wagen muss."

Einige Neuerungen bringt auch das Teilnehmerfeld der Bezirksoberliga mit. Aus der Landesliga stiegen die Spvg Eicha und die Bayernliga-Reserve des FFC Hof ab, dazu kommen die Bezirksligameister aus Würgau und Plankenfels. Nach zwei Abstiegen in Folge setzt Eicha auf den eigenen Nachwuchs und peilt die Top 5 an. Neu-Trainer Mirco Schuberth, der viele Jahre für die Herrenteams des Vereins spielte, sieht seine Mannschaft jedoch nicht um die Meisterschaft mitspielen. "Die Liga wird in diesem Jahr ausgeglichener sein, daran haben die Aufsteiger ihren Anteil. Ich gehe stark davon aus, dass im Gegensatz zu den Vorjahren nicht zwei, sondern vier oder fünf Teams um den Titel mitspielen werden. Eine dieser Mannschaften wollen wir sein", sagt Eckert.

Vorbereitung mit Stolpersteinen

Damit dieses Vorhaben gelingt, absolvierte der SV Reitsch eine intensive Vorbereitung. Aufgrund des Prüfungsstresses bei den Studierenden sowie Urlaubsplanungen standen zwar selten alle Spielerinnen zur Verfügung. Dennoch zeigt sich der Übungsleiter mit den vergangenen Wochen zufrieden: "Es war nicht einfach, nach den Rückschlägen der vergangenen Jahre die richtige Motivation zu finden. Doch das Team hat in den Einheiten gut mitgezogen und die Zugänge in das Mannschaftsgefüge integriert."

In den Testspielen überzeugte der SVR weitgehend: Gegen den thüringischen Verbandsligisten 1. FFC Saalfeld gelang ein 7:2-Erfolg, dessen Ligakonkurrent SC Oberlind unterlag in Reitsch sogar mit 2:9. Eine 2:4-Niederlage setzte es dagegen in der Partie gegen den mittelfränkischen Bezirksoberligisten SpVgg Erlangen. "Wir hätten gerne weitere Testspiele absolviert, leider fehlte manchmal das nötige Personal", sagt Eckert.

Am Sonntag (17 Uhr) steht für Reitsch das erste Punktspiel bevor - es geht zum Vorjahresvierten SV Wernsdorf. Auch dort fehlen dem SV Reitsch mehrere Spielerinnen, darunter Rückkehrerin Rebhan. "Wir wissen aus der Vorsaison, was uns dort erwartet. Wernsdorf verfügt über eine körperlich präsente Mannschaft, die in den Zweikämpfen nicht zurücksteckt. Das wird nicht einfach, zumal uns einige Spielerinnen fehlen werden", erklärt Eckert. Gegen Eintracht Münchberg, den SV Würgau und den 1. FC Michelau darf Reitsch anschließend dreimal vor heimischer Kulisse antreten, ehe die Fahrt zur Spvg Eicha folgt. "Das ist ein interessantes Programm. Wir wollen von Beginn an erfolgreich sein", sagt Eckert.

Transfers, Daten und Fakten zum SV Reitsch

Auftaktprogramm:

A - SV Wernsdorf (Sonntag, 1. September, 17 Uhr) H - FCE Münchberg (Samstag, 7. September, 16 Uhr)

H - SV Würgau (Samstag, 21. September, 16 Uhr)

H - FC Michelau (Samstag, 28. September, 16 Uhr) Trainer: Helmut Eckert Zugänge: Nina Wenzig (FFC Hof II), Laura Weich (eigene Jugend), Kristin Rebhan (pausierte) Abgänge: Anna Heuschmann (TSV Brand)

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