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Kronach
Sportkegeln

Wird 120-Kugel-Spiel bald generell eingeführt?

Was seit etlichen Jahren nur international und in höheren Ligen gilt, soll nun auch auf Bezirksebene (und wahrscheinlich auch auf Kreisebene) durchgängig gelten: das 120-Kugel-Spiel.
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Die Kegel fallen auf Bezirks- und Kreisebene ab der neuen Saison wohl in einem neuen Spielsystem. Foto: Rainer Glissnik
Die Kegel fallen auf Bezirks- und Kreisebene ab der neuen Saison wohl in einem neuen Spielsystem. Foto: Rainer Glissnik
Die Betroffenen gehen aber locker damit um. "Deswegen kegeln wir weiter", kommentiert ein langjähriger Kronacher Sportkegler diesen grundlegenden Wandel des Spielsystems, der sich ab der kommenden Saison abzeichnet.
Seit zwölf Jahren gibt es Bemühungen, das 120-Kugel-Spiel einzuführen, weiß Friedwald Schedel, der Vorsitzende des Vereins Kronacher Sportkegler. Teilweise wurden deutsche Kegler schon von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen, was dazu führte, dass in den höchsten Ligen das 120-Kugel-Spiel eingeführt werden musste. Hier wurde einige Jahre nach dem neuen Modus gekegelt. In den unteren Klassen galt dagegen noch das gewohnte Spiel mit 100 beziehungsweise 200 Wurf (ab Bezirksliga der Männer).

Fast nur noch Vierer-Teams

Auf bayerischer Ebene soll nun das 120-Kugel-Spiel flächendeckend eingeführt werden.
"Ich selbst könnte mich sehr gut damit anfreunden", sagt Friedwald Schedel. Als Sportkegler gefalle ihm nur nicht, dass auf Bezirks- und Kreisebene fast nur Vierer-Teams gebildet werden könnten. Aber er hat auch Verständnis für die wenigen Vereine und Mannschaften mit Zwei-Bahnen-Anlagen. Mit Sechser-Mannschaften werde künftig nur in den beiden obersten Ligen der Männer und in der Bezirksoberliga der Frauen gespielt, weil da Vier-Bahnen-Anlagen vorgeschrieben seien.
Ein Sechser-Team könnte demnach im Falle ihres Aufstiegs nur die Frauenmannschaft von Gut Holz Rosenberg Kronach aufbieten. Alle anderen Mannschaften im Landkreis Kronach könnten dann nur noch mit Vierer-Teams antreten.
Eingeführt werden soll auch das internationale Wertungssystem, was etlichen Keglern Kopfschmerzen bereitet. Es heißt dann "Mann gegen Mann" oder "Frau gegen Frau". Jedes einzelne von vier 30-Wurf-Spielen wird nach Satzpunkten abgerechnet. Dies könne dazu führen, mit insgesamt weniger Holz als der Gegner einen Mann schaftspunkt zu erringen.
Der Bezirkssportausschuss hat die Einführung des 120-Kugel-Spiels auf Bezirksebene für kommende Saison beschlossen, informiert Friedwald Schedel. Möglicherweise werde es heuer noch eine außerordentliche Bezirksversammlung geben. Im Spielkreis Ost sei die Einführung ebenfalls beschlossen; im Spielkreis Nord sei dies noch nicht sicher. "Ich gehe davon aus, dass es bis zum Juli eine außerordentliche Kreisversammlung geben wird", so Schedel.
Die Kronacher Kegelbahn lässt sich auf ein 120-Kugel-Spiel umstellen, aber nicht ohne weiteres mit internationalem Wertungssystem. Dies ergab ein Test. Erforderlich ist eine Software-Umrüstung, in die die Kegler auch investieren wollen. Zusätzliche LEDs an der Bahnanzeige müssten eigentlich ebenfalls angebracht werden, um das künftige Spiel übersichtlich nach Satz- und Mannschaftspunkten darzustellen.
Friedwald Schedel berichtet von Kegel-Duellen in höheren Ligen, bei denen ein enormer Zuschauerrückgang zu verzeichnen sei. Insgesamt findet er das internationale Wertungssystem gar nicht so schlecht. Taktisch könne zum Beispiel der schwächste Spieler gegen den Stärksten der Gegner gestellt werden.
Rund 300 bis 500 Euro würden an Kosten für die Software-Umstellung in der Kronacher Kegelbahn anfallen, weitere 1500 Euro für die neuen Anzeigen. Für die Wilhelmsthaler Zwei-Bahnen-Anlage sind ähnliche Investitionen nötig, um das neue Spielsystem umsetzen zu können. Dabei haben es die Kreis Kronacher Mannschaften gut, weil sich ihre Technik auf einem hohen Niveau befindet. Andere Kegelvereine stehen vor Investitionen von 12 000 bis 15 000 Euro, was sie sich kaum leisten können.
"Rentiert sich die Investition in Kronach?", lautet die Frage. "Wie entscheidet sich der Kreis letztendlich?" Einigkeit besteht dahin gehend, sofort die Software umzustellen, mit der LED-Anzeige aber noch abzuwarten, wie Zweiter Vorsitzender Tino Weber vorgeschlagen hat. Crana-Vorsitzender Horst Wich schlug vor, die Wandtafel zu aktualisieren, eventuell mit einem Beamer.
Die Diskussionen bei den Keglern werden nun noch intensiver werden. Gespannt warten alle auf die endgültigen Beschlüsse. Die Vorbereitungen werden jedoch auf alle Fälle getroffen.

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