Kronach
Triathlon

Von Krämpfen geplagt zum Titel

Thomas Geiger vom ASC Kronach-Frankenwald wurde in der Slowakei Weltmeister in seiner Altersklasse.
Artikel drucken Artikel einbetten
Freudestrahlend läuft Thomas Geiger als neuer Weltmeister seiner Altersklasse durch das Ziel in Samorin. Foto: privat
Freudestrahlend läuft Thomas Geiger als neuer Weltmeister seiner Altersklasse durch das Ziel in Samorin. Foto: privat
Im slowakischen Samorin vor den Toren von Bratislava fand die erste Challenge- Weltmeisterschaft über die 70.3-Distanz statt (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen). Es waren über 1000 Profis und Amateure aus 57 Nationen am Start, unter ihnen Thomas Geiger vom ASC Kronach-Frankenwald, der Weltmeister in seiner Altersklasse wurde.
"The Championship", so die Bezeichnung der Veranstalter, gilt bei den Profis als verbandsübergreifende Weltmeisterschaft. Es waren unter anderem eingeladen: die fünf Schnellsten der letzten olympischen Spiele sowie jeweils die besten drei der World Triathlon Series und der Ironman WM Hawaii beziehungsweise der 70.3 Ironman WM von 2016.


Starkes Starterfeld

So war dann auch das Starterfeld bei den Profis das Beste, was es über diese Distanz bisher gab. Der zweifache Olympiasieger Alistair Brownlee war ebenso dabei wie der Hawaii-Sieger von 2014, Sebastian Kienle, der Kanadier Lionel Sanders, der bereits 16 Rennen über diese Distanz gewonnen hatte, der zweifache Weltmeister Michael Raelert sowie der 70.3 Europameister Andreas Dreitz (ASC Kronach-Frankenwald).
Während der zu Beginn des Laufens in Führung liegende Alistair Brownlee dehydriert das Rennen aufgeben musste, kämpften Kienle und Sanders bis Kilometer 15 mit ständigen Führungswechseln um den Sieg, ehe sich der Kanadier absetzten konnte und die Weltmeisterschaft für sich entschied. Auf Platz 3 folge Michael Raelert, gefolgt von Andreas Dreitz.
Bei den Frauen siegte die Engländerin Lucy Charles vor Annabel Luxford aus Australien und Heather Wurtele aus Kanada. Auch diese Rennen war an Spannung kaum zu überbieten, kam es doch auf den letzten 1700 Metern noch zu drei Führungswechseln.
Während die Profis eingeladen waren, mussten die Amateure bei einem der 47 Challenge-Rennen weltweit unter die Top 5 in ihrer Altersklasse kommen, um sich zu qualifizieren.
Thomas Geiger lief in diesem Jahr schon zwei Halbmarathons und war mit seiner Laufleistung alles andere als zufrieden gewesen. So musste eine spezielle Taktik her. Sein Ziel beim Schwimmen in der Donau war eine Zeit von unter 30 Minuten, wofür er speziell schnelle Unterdistanzen trainiert hatte. Seine Zeit von 29:37 Minuten war Ergebnis dieses Trainings. Damit war er bereits auf Platz 3 in seiner Altersklasse.


Training zahlt sich aus

Das Radfahren, eine 45 Kilometer lange Wendepunktstrecke mit 70 Höhenmetern entlang der Donau, hörte sich vermeintlich leicht an, war aber nicht so einfach. Auch dafür hatte Geiger im Vorfeld trainiert. Er fuhr flache Intervalle mit einer Länge von 15 Minuten in der Zielwattzahl, die er auch im Rennen fahren wollte, und zwar bis zu siebenmal. Auch dieses Training konnte er im Wettkampf gut umsetzen, jedoch war es ab Kilometer 80 doch recht schwer.
Im Wechselbereich angekommen, sah Thomas, dass er in Führung liegt. Über fünf Minuten Vorsprung hatte er herausgefahren; dies wusste er zu diesem Zeitpunkt des Rennens aber noch nicht. 2:22:37 Stunden für die 90 Kilometer ergaben einen Schnitt von 37,9 km/h.
Die ersten Schritte zu Fuß durch die Wechselzone waren schlimm. Die Oberschenkelvorderseiten begannen sich zu verkrampfen, die Rückseiten schmerzten von der aerodynamischen Position auf dem Rad. Thomas Geiger als erfahrener Triathlet begann daher Gegenmaßnahmen einzuleiten. Dies hieß: Schrittfrequenz erhöhen und Schrittlänge verkürzen und natürlich Isogetränke zu sich nehmen.
Doch diesmal dauerte es recht lange, bis er einen für sich erträglichen Rhythmus gefunden hatte. Dies war auch den ständig wechselnden Laufuntergründen (Sand, Gras und Asphalt) geschuldet. Die Temperaturen jenseits den 30 Grad waren auch nicht gerade förderlich.


Vorsprung schmilzt

Die dreimal zu laufende 7-Kilometer-Runde hatte zwei kurze Wendepunktabschnitte, daher konnte er seine direkten Konkurrenten in der Altersklasse beobachten. Ein weiterer Deutscher verkürzte den Rückstand merklich. Vier Kilometer vor dem Ziel waren es nur noch zwei Minuten, doch Thomas Geiger kämpfte sich, erneut von Krämpfen geplagt, Richtung Ziel. Mit einer Laufzeit von 1:43:26 Stunden und der Gesamtzeit 4:42:42 Stunden ging seine Taktik auf, und der ASC-Sportler belegte Platz 1 mit einem Vorsprung von 1:58 Minuten auf den Zweiten und 13:11 Minuten auf den Dritten, ebenfalls ein Deutschen.
Thomas Geiger war schon einmal Vizeweltmeister auf der Langdistanz. Mit diesem Ergebnis konnte er ein großes Ziel erreichen.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren