Kronach
Benefizspiel

Bayreuther betreiben in Kronach Eigenwerbung

Der Fußball-Regionalligist hinterlässt beim 14:1 gegen die Spielgemeinschaft des FC Kronach und TSV Weißenbrunn einen starken Eindruck.
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An der Außenlinie rutscht der Kronacher Philipp Krauß in den Flankenball von David Lanlois und blockt ihn erfolgreich.
An der Außenlinie rutscht der Kronacher Philipp Krauß in den Flankenball von David Lanlois und blockt ihn erfolgreich.
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Das machte Spaß, vor allem dem Regionalligateam der SpVgg Bayreuth zuzusehen, die sich gegen eine tapfere Spielgemeinschaft von Kronach und Weißenbrunn Spiellaune holte. Die 165 zahlenden Zuschauer - insgesamt waren es über 200 - bekamen einiges zu sehen, was den Fußball so schön macht.

Bei den Gästen erzielte Hannes Küfner allein fünf Tore. Oft wurde er von seinen Mitspielern glänzend angespielt und nutzte dabei die meisten seiner Chancen. Überhaupt war viel Tempo im Spiel der Altstädter. Die Bayreuther haben eine ganz junge Truppe. Der Viertälteste ist 25 Jahre alt, bei ganz vielen ist auf dem Spielberichtsbogen U23 angekreuzt. Dazu passt mit Marc Reinhardt ein junger Trainer, der gerade einmal 31 Jahre alt ist. Seit August 2016 ist er im Traineramt. Der gebürtige Geraer ist Sportwissenschaftler und war früher schon als DFB-Stützpunkttrainer in Bayreuth tätig. Mit den Altstädtern ist er eng verbunden. Seit einigen Jahren ist er zudem Geschäftsstellenleiter und damit der einzige hauptamtliche Mitarbeiter im Verein.


Bayreuther Team mit Potenzial

Nächste Woche gehen die Bayreuther ins Trainingslager nach Ebermannstadt, um sich auf die schon bald beginnende neue Saison vorzubereiten. Schon am Wochenende 14./15. Juli wird das erste Pflichtspiel ausgetragen.

"Wir sind jetzt seit eineinhalb Wochen im Training", zeigte Trainer Marc Reinhardt auf, dass seine junge Truppe noch ganz am Beginn steht. "Die Jungs haben gut trainiert und so ein Testspiel ist eine schöne Abwechslung. Sie haben den Ball gut laufen lassen und einige Tore erzielt. Das ist nochmals ein kleines Erfolgserlebnis. Für den FC Kronach und den TSV Weißenbrunn war es sicher auch eine schöne Geschichte. Wir wollen einige Neuzugänge in unsere Mannschaft integrieren", erläuterte der Bayreuther Coach. Der Spaß am Fußball gehöre einfach dazu. "Fußball ist ein schöner Sport und die Spieler gehen alle gerne ihrem Hobby nach." Der Trainer erinnerte an den Kooperationsvertrag der Bayreuther mit dem FC Kronach, von dem auch er sich eine bessere Förderung in der Nachwuchsarbeit erhofft.

Die SpVgg Bayreuth ist inzwischen das einzige Team aus Oberfranken in der Regionalliga. "Darauf sind wir auch stolz", erklärte Teammanager Wolfgang Mahr, der seine sportlichen Wurzeln in Kronach hat und schon seit 1973 eng mit der Altstadt verbunden ist. "Wir hatten zwischendurch eine gehörige Durststrecke, aber jetzt sind wir wieder da, wo wir hin wollten", so Mahr weiter. Für die kommende Saison sieht er ein vielversprechendes Gebilde. "Eine sehr junge Mannschaft, aber mit sehr viel Potenzial."

Dieses müsse nun auch in den Spielen auf den Platz gebracht werden. Mahr: "Das Ziel in Bayreuth muss sein, die 3. Liga zu erreichen." Dies würde der ganzen Region mit ihrer großen fußballerischen Tradition helfen. Hier beziehe er auch den Raum Kronach mit ein, der ja nicht weit von Bayreuth weg ist.

Der Versuch, mit einigen Spielen in Weismain die Region zu erreichen, wurde nicht angenommen. Nur wenige Bayreuther fuhren dorthin und man habe nicht erwartet, dass aus der Region kaum Zuschauer kommen würden. "Es waren gute Spiele in Weismain", erinnerte Mahr etwa an die Spiele gegen Unterhaching und Hof. Kommende Saison werden alle Heimspiele in Bayreuth ausgetragen.

In Kronach ist Wolfgang Mahr noch häufig, schließlich wohnt Sohn Steffen mit seiner Familie hier. Bei der Rosenbergalm von Sohn Steffen Mahr hilft auch die Mutter oft mit.

Wichtig ist ihm die Kooperation seiner Bayreuther im Jugendbereich mit dem FC Kronach. Ein Dankeschön für diese Zusammenarbeit war nun auch das jetzige Freundschaftsspiel. "Für uns wäre es toll, wenn Hof noch in der Regionalliga wäre." So spiele neben Bayreuth nur noch Schweinfurt aus Nordbayern in der Regionalliga.


Böhnlein spielte vor Familie

"Es ist schön, mal wieder in Kronach zu spielen", freute sich Kristian Böhnlein, dessen Familie sich sein Gastspiel an der Hammermühle nicht entgehen ließ. Am meisten freute sich hier sein Patenkind, die eineinhalbjährige Tochter seines Bruders Stefan.
Böhnlein erzielte mit dem 14:1 auch den letzten Treffer des Spiels. Ihn freute vor allem, dass die Begegnung einem guten Zweck diente. Ein Euro von jeder Eintrittskarte ging an die Kronacher Lebenshilfe, von der etliche Fans kamen und das Spiel begeistert verfolgten. "Das stand im Vordergrund, das Ergebnis war letztendlich zweitrangig", so Böhnlein.
Für den 27-Jährigen beginnt nun das vierte Jahr bei den Bayreuthern. Zuvor war der einstige Pressiger bei den Junioren und der U19 des Hamburger SV, bei Greuther Fürth II und beim VfL Frohnlach aktiv. Er wohnt in Altenkunstadt und arbeitet bei der Sparkasse in Bayreuth.
"1:14 ist jetzt nicht ein Super-Ergebnis", zeigte sich der Kronach Trainer nicht wirklich erfreut. "Für die Mannschaft war es ein Erlebnis, einmal gegen Bayreuth zu spielen", sah er dennoch etwas Positives. "Die Mannschaft hat sich tapfer geschlagen und ein Tor gemacht."
SG FC Kronach/TSV Weißenbrunn - SpVgg Bayreuth 1:14
Tore: 0:1 Küfner (4.), 0:2 Küfner (10.), 0:3 Schmidt (15.), 0:4 Golla (21.), 0:5 Makarenko (26.), 0:6 Schmidt (38.), 0:7 Küfner (33.), 0:8 Küfner (52.), 0:9 Hobsch (64.), 0:10 Weimar (68.), 0:11 Weber (69.), 1:11 Kraus (70.), 1:12 Weber (77.), 1:13 Küfner (85.), 1:14 Böhnlein (90.). - SR: Potemkin (Friesen).
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