Kronach
Leichtathletik

Alexander Dautel fährt zur WM

Der 28-jährige Kronacher hat sich als Drittplatzierter bei der Deutschen Meisterschaft im 100-Kilometer-Lauf für die Weltmeisterschaft qualifiziert.
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Im Trikot der deutschen Nationalmannschaft wird Alexander Dautel Ende November den 100-Kilometer-Lauf bei der Weltmeisterschaft in Spanien bestreiten. Foto: privat
Im Trikot der deutschen Nationalmannschaft wird Alexander Dautel Ende November den 100-Kilometer-Lauf bei der Weltmeisterschaft in Spanien bestreiten. Foto: privat
Im vergangenen Jahr hatte er unter anderem mit einer neuen Bestzeit beim Marathon (2:39:59 Stunden) und als Zweitplatzierter bei der Deutschern Hochschulmeisterschaft im Marathon auf sich aufmerksam gemacht. Auch heuer hat Alexander Dautel, der für die LG Nord Berlin startet, einige Ausrufezeichen gesetzt. Und der Höhepunkt folgt erst noch: Der 28-Jährige darf nämlich an der Weltmeisterschaft im 100-Kilometer-Lauf teilnehmen. Diese findet am Sonntag, 27. November in Los Alcàzares (Spanien) statt.
"Über die Nominierung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband habe ich mich natürlich sehr gefreut", erzählt der Kronacher Ultraläufer. "Dann möchte ich meine Leistung von Leipzig bestätigen, und wir wollen uns als Mannschaft so gut wie möglich verkaufen."


Kurzfristig angemeldet

In Leipzig fand wieder die Deutsche Meisterschaft im 100-Kilometer-Straßenlauf statt.
Dazu hatte sich Alexander Dautel relativ kurzfristig angemeldet, weil er sich nicht sicher war, ob er sich ein schnelles Rennen über diese lange Distanz überhaupt zutraut. Die Befürchtungen stellten sich allerdings als unbegründet heraus.
Eine Zeit von unter 7:20 Stunden hatte er sich zum Ziel gesetzt, und es lief anfangs auch sehr gut. Der Lauf war unter anderem mit dem amtierenden deutschen Meister über 100 Kilometer und mit mehreren Läufern aus der Nationalmannschaft recht gut besetzt. "Ich habe die Spitzengruppe erst mal ziehen lassen", blickt der Kronacher Statistik-Student auf das Rennen zurück, das bis Kilometer 70 relativ unspektakulär verlief. "Aber dann bin ich innerhalb von einer 10-Kilometer-Runde von Platz 7 auf Platz 3 gelaufen, wobei ich nur unmerklich beschleunigt habe." Das lag auch daran, dass ein Läufer vor ihm aussteigen musste und zwei andere mit körperlichen Problemen zu kämpfen hatten.


Platz 2 knapp verfehlt

Ab diesem Zeitpunkt wollte er es wissen. Dautel: "Ich habe erstmal versucht, die Position und das Tempo zu halten und auf der letzten Runde noch einmal einen Angriff auf Platz 2 gewagt." Der war allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Mit einer Zeit von 7:16:58 Minuten belegte er schließlich den dritten Platz. Zum Zweitplatzierten (Michael Sommer) fehlten nur 1:04 Minuten. Sieger wurde André Collet (Aachener TG) in 6:55:27 Stunden. Zusammen mit seinen Teamkollegen Dirk Kiwus (7:56:44) und Benjamin Brade (8:31:25) holte Alexander Dautel am Ende den Mannschaftstitel bei den Männern nach Berlin.
Vor dieser 100-Kilometer-Meisterschaft im August hatte Alexander Dautel zahlreiche Läufe zwischen fünf und 82 Kilometern absolviert. Bereits Anfang April wurde er deutscher Vizemeister im Ultratrail. Für die 65 Kilometer lange Strecke am Bilstein im Kaufunger Wald benötigte er 4:45:37 Stunden.
Ende Juli stand eine ganz besondere Herausforderung für ihn auf dem Programm. "Da habe ich einen blinden Läufer beim Baltic Run, einem Etappenlauf über 324 Kilometer in fünf Tagen von Berlin an die Ostsee, läuferisch begleitet. " Die ersten vier Etappen waren zwischen 60 und 70 Kilometer lang, die letzte etwas kürzer. Während der kompletten Strecke waren Alexander Dautel und sein 51-jähriger Laufpartner Anton Luber mit einem schmalen Stoffband verbunden. Dass der Rhythmus zwischen beiden passt, hatten sie schon im vergangenen Jahr beim Mauerweglauf über 160 Kilometer gemerkt, als der Kronacher seinen blinden Laufpartner ein Stück weit begleitet hatte. "Beim Baltic Run bin ich dann von vielen erfahrenen Ultraläufern ermutigt worden, doch an der Deutschen 100-Kilometer-Meisterschaft teilzunehmen, da der Etappenlauf sehr gutes Training dafür sei."


Keine Überraschung

Alexander Dautel meldete sich an und hat dies nicht bereut. Dass er mit seiner Platzierung und seiner Zeit für die Weltmeisterschaft nominiert werden könnte, war schließlich keine Überraschung mehr. Eine Zeit von unter 7:40 Stunden im Zeitraum zwischen 1. April 2015 und 21. August 2016 war die Vorgabe, und maximal sechs Teilnehmer pro Land durften gemeldet werden. "Da konnte ich mir eigentlich ausrechnen, dass ich mit meiner Zeit als drittbester Deutscher 2016 und fünftbester Deutscher im Nominierungszeitraum gute Chancen für die WM habe." Die offizielle Nominierung kam schließlich am 4. Oktober.
Bei der Weltmeisterschaft in Spanien möchte er eine Zeit wie in Leipzig laufen und sich nach Möglichkeit geringfügig verbessern. Außerdem rechnet er sich mit der Mannschaft gute Chancen aus. "Wir haben im Team immerhin zwei Weltklasse-Ultraläufer, denen eine Zeit um die 6:40 Stunden zuzutrauen ist, sowie vier weitere Läufer, die im Bereich 7:10 bis 7:20 Stunden laufen können."

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