In der Saison 1971/72 spielt der FC Kronach erstmals in der Bayernliga, muss aber trotz einer überzeugenden Vorrunde sofort wieder absteigen. Im zweiten Anlauf machen es die "Rothosen" 16 Jahre später dann besser. Am 14. Mai 1988 feiern sie nach einem dramatischen Spiel den Klassenerhalt. Rund 3800 Zuschauer bejubeln an der Hammermühle den 3:0-Sieg gegen den SV Heidingsfeld. Die Treffer erzielen Dieter Gehring, Norbert Runge und Hans-Joachim Barnickel. Und im Tor erweist sich einmal mehr Horst Pinzer als Meister seines Fachs. 30:34 Punkte bedeuten am Ende Platz 13, einen Punkt vor einem der drei Abstiegsplätze.

Trainer Eiser wird gefeuert


Für große Schlagzeilen sorgt der FC Kronach bereits in der Winterpause. Am Silvestertag 1987 wird nämlich überraschend Trainer Josef Eiser entlassen. Der Marktredwitzer hat mit der Mannschaft einige Monate zuvor mit deutlichem Vorsprung die Landesliga-Meisterschaft gefeiert und ist bei den Spielern anerkannt und beliebt. Zum Zeitpunkt der Trennung belegt der FCK mit 18:22 Punkten den 13. Platz.
Als Nachfolger wird der ehemalige Profi Norbert Runge verpflichtet, der Jahre zuvor für Borussia Dortmund immerhin über 30 Bundesliga-Treffer erzielt hat. Von seinem Mitwirken erhoffen sich die Verantwortlichen beim FCK um Vorsitzenden Lorenz Mayer mehr Durchschlagskraft im Angriff. Obwohl Runge verletzungsbedingt nur neun Spiele bestreiten kann, eines davon über 90 Minuten, geht die Rechnung auf.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Mannschaft bis auf wenige Ausnahmen nur aus Spielern aus dem Landkreis Kronach besteht. Zu den Stützen gehören Torwart Horst Pinzer, in der Defensive Willibald Hümmer und Dieter Gehring, Mittelfeldmotor Karl-Heinz Regel und in der Offensive Hans-Joachim Barnickel und Torschützenkönig Rainer Trinkwalter.

Viele Fans im Rücken


Ebenso bemerkenswert ist die Zuschauerresonanz. Durchschnittlich 2080 Fans stärken dem FCK an der Hammermühle den Rücken. Das bedeutet Platz drei hinter 1860 München (4120) und dem TSV Vestenbergsgreuth (2140). Gegen die Münchner Löwen wird mit 4200 Zuschauern die höchste Zuschauerzahl registriert.
So erfreulich das erste Bayernliga-Jahr verläuft, so enttäuschend geht es für die Kronacher in der nächsten Serie weiter. Letztlich erweisen sich die Abgänge unter anderem von Hans-Joachim Barnickel, Heinrich Föhrweiser, Willibald Hümmer und Horst Pinzer als zu gravierend, obwohl im Gegenzug namhafte Spieler wie der Stockheimer Johannes Lehnhardt verpflichtet werden.
Die Mannschaft wird nun auch "international". Für das Tor wird der ehemalige polnische Juniorennationaltorwart Christof Pietrowski geholt. Den Angriff sollen der englische Nachwuchsstürmer Christopher Rooney (Middlesborough) und der Jugoslawe Sasa Mirjanic (Novisad) verstärken.
Die Erfolge bleiben allerdings aus. Das 2:2 im Nachbarderby beim VfL Frohnlach ist der erste Punktgewinn und eines der wenigen Erfolgserlebnisse der Vorrunde. Anfang Oktober kommt es zur Trennung von den drei Ausländern, der postwendend der erste Saisonsieg gegen Wacker München folgt.

Runge muss gehen


Nachdem weitere Erfolge die Ausnahme bleiben und im Frühjahr 1989 auch ein Wechsel an der Vereinsspitze erfolgt, ist dann auch Norbert Runge nicht mehr zu halten. Die Trennung erfolgt Mitte März. Als Interimstrainer betreut Karl-Heinz Regel die Mannschaft bis zum Saisonende; der Klassenerhalt ist jedoch nicht mehr möglich. 14:50 Punkte und Platz 17 bedeuten den Abstieg in die Landesliga.