Kronach
Kirche

Spannender Blick hinter die Kronacher Klostermauern

Zahlreiche Besucher erfuhren beim Tag der offenen Tür im Oblatenkloster St. Heinrich Wissenswertes über das Leben der Ordensbrüder.
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Pater Helmut Haagen (rechts) erzählte manch lustige Anekdote aus dem Klosterleben. Karl-HeinzHofmann
Pater Helmut Haagen (rechts) erzählte manch lustige Anekdote aus dem Klosterleben. Karl-HeinzHofmann
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Die Türen des Oblatenklosters St. Heinrich standen am Samstag weit offen. Die Kommunität um Rektor Pater Werner Pieper hatte sich einige Stunden Zeit genommen, um Interessierten Kloster und Kapelle vorzustellen. So konnten die Gäste einen Blick in die verschiedenen Räume oder in die Küche werfen.

Im Oblatenkloster St. Heinrich leben derzeit sechs Patres des Ordens der Oblati Mariae Immaculatae (OMI). Zu Deutsch heißen sie "Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria" oder kurz Oblatenmissionare oder Oblaten.


Ein Rektor und fünf Pater


Zur Kommunität in Kronach gehören Rektor Werner Pieper sowie die Pater Waldemar Brysch, Johannes Effern, Helmut Haagen, Gottfried Hofer und Wladyslaw Poddebniak. Rektor Pieper erklärte den Besuchern die Strukturen und Aufgaben der einzelnen Oblatenbrüder. Er selbst ist als Rektor verantwortlich für Kloster und Klosterkirche, für die täglichen Gottesdienste und Beichtgelegenheiten, für Gesprächsseelsorge und geistliche Begleitung.

Pater Waldemar Brysch ist Pfarradministrator der Pfarreien Steinberg und Glosberg mit den Filialkirchen Reitsch, Haig und Gundelsdorf und hilft bei seelsorglichen Aufgaben in der Gemeinde Friesen. Auch nimmt er die Aufgaben eines Dekanatsjugendseelsorgers wahr.

Der 87-jährige Pater Johannes Effern ist ältester Mitbruder im Oblatenkloster und lebt seit 2000 wieder n Kronach. Er hat in den vielen Jahren in der Seelsorge an der Klosterkirche, in Ziegelerden und in der Spitalkirche mitgeholfen. Jetzt freut er sich über seinen wohlverdienten Ruhestand und ist weiter bereit auszuhelfen.


Vielfältige Aufgaben im Frankenwald


Pater Helmut Haagen wirkt ebenfalls als Pfarradministrator. Er ist für die Pfarreien Pressig, Rothenkirchen und Posseck sowie für die Filialkirchen Welitsch, Förtschendorf und Gifting zuständig. Bei der Führung durch das Kloster erkannten ihn einige Gäste als Büttenredner beim Fasching in seinen Pfarreien wieder.

Pater Gottfried Hofer unterstützt den Seelsorge- und Beichtdienst in der Klosterkirche und betreut die beiden Seniorenhäuser in Kronach. Er hält regelmäßig Gottesdienste in Ziegelerden und in der Spitalkirche. Dort gestaltet er donnerstags die Gebetszeit "Stunde der Barmherzigkeit".
Pater Wladyslaw Poddebniak ist in der Helios-Frankenwaldklinik Kronach als Krankenhausseelsorger tätig. Er ist Pfarrvikar im Seelsorgebereich Oberes Rodachtal und zuständig für die Pfarreien Birnbaum und Neufang.


Kirche aus dem 17. Jahrhundert


Nach Kronach kamen erste Oblaten ab 1920. Sie übernahmen 1927 das Domizil der Franziskanerpatres, heute sind ihre seelsorgerischen Dienste aus dem Frankenwald nicht mehr wegzudenken. Die Klosterkirche wurde 1670 und 1671 erbaut und 1682 zu Ehren des heiligen Petrus von Alcántara geweiht. Schon 1672 zogen die ersten vier Franziskaner in das mit der Kirche verbundene Kloster St. Heinrich ein.

Kirche und Kloster beherbergen viele wertvolle sakrale Schätze in ihren Mauern. Beide Gebäude inklusive des idyllischen Innenhofs sind ein Kleinod der Ruhe und laden zu Gebet und Frömmigkeit ein. Überall zieren Statuen, die Wände, die Statue der schmerzhaften Muttergottes dürfte wohl von Tilmann Riemenschneider stammen, meinte Pater Pieper.

Wie lebt man aber so im Kloster? Grundsätzlich kommt die Kommunität dreimal am Tag zum Gebet zusammen, wobei die sogenannte Vesper nicht immer eingehalten werden kann, weil die Pater vielen Verpflichtungen außerhalb der Klostermauern nachkommen müssen,.

Wichtig ist das regelmäßige Gespräch am Sonntagabend über die alltägliche Arbeit. Einmal im Monat berät man ferner über Probleme im Orden und in der Kommunität. Seit zwei Jahren arbeiten die Pater Fastenpredigten aus und beteiligen sich mit einem eigenen Programm an der "Nacht der Kirche".


Lob für große Offenheit


Erstaunt und erfreut zugleich zeigte sich Pater Pieper über das große Interesse am Tag des offenen Klosters: "Wir wussten ja nicht ,was auf uns zukommt, aber die Besucherzahl hat uns wirklich überrascht." Eine Besucherin habe die schöne Atmosphäre und die Offenheit der Ordensbrüder gelobt.


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