Friesen
Faschingsumzug

Sogar der Nikolaus liebt Friesner Brezeln

Fantasievolle Kostüme, freche Maskierungen und tolle Motivwägen - all das gab's in Friesen zu bestaunen.
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Die Brezeln schmeckten lecker, auch der Nikolaus griff gerne zu.Heike Schülein
Die Brezeln schmeckten lecker, auch der Nikolaus griff gerne zu.Heike Schülein
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Zum Narrenfinale ließ es die Faschings-Elite des Flößerdorfs nochmals richtig krachen. Die Gäste am Wegesrand hatten ihre helle Freude an dem fröhlichen Spektakel. Viele örtliche Vereine sowie Gruppierungen und jede Menge junge "Nachwuchs-Flößer" hatten sich dem illustren Zug angeschlossen, der - vom oberen Dorf aus startend - die Straßen Friesens belagerte und unsicher machte. Die stimmungsvolle musikalische Begleitung lag einmal mehr in Händen des örtlichen Musikvereins, der das närrische Völkchen auch anführte.
Nachdem die Umzugsteilnehmer schon zahlreiche Süßigkeiten und Klopfer sowie Sekt, der auch aus Pappbechern schmeckt, an die Zaungäste verteilt hatten, "regnete" es in der Ortsmitte traditionell leckere Brezeln. Die Aperol-Damen - leider krankheitsbedingt dezimiert - traten heuer als herzige Kühe in Erscheinung, während die "Beckn-Weiber" auf ihrem Motiv-Wagen ihrem liebsten Getränk huldigten: Kaiserhof-Bier. Mit dabei waren die zauberhaften Mädchen der Friesener Tanzgruppe, die einige Kostproben ihres Könnens gaben und dabei nicht nur tänzerisch eine einzige Augenweide darstellten. Die Botschaften auf den Motivwägen waren eindeutig. Voller Stolz erinnerte sich der Männergesangverein 1857 an sein im letzten Jahr gefeiertes Jubiläum, zu dem sich sogar unsere "Angela" höchstpersönlich die Ehre gegeben hatte. Der größte Wunsch der Sänger: neue Mitglieder. "Wu senn sa denn die Friesne Männe? Dahamm! - Beim Gesangverein is schönne!" warben sie um neue Sangesbrüder und stimmten dementsprechend gleiche einige Volks- und Stimmungslieder an.

Auch über die anvisierte Stadthalle der Kreisstädter machten sie sich so ihre Gedanken: "Die Stadthall brauch me auf kann Fall. Wir krign doch jetzt den Housnstall" sowie "Der Boden der Dorfscheune wird geprüft, ob nie nuch Housnlorber drunde liechd".
Auf der anderen Seite ihres Motivwagens verewigten sie eine lustige Begebenheit aus dem Vereinsleben: "Nach der Mette schlief der Sänger ein, die Irmi musst im Freien bleim. Es half kein Klopfen und kein Schrein." Das Schlusslicht des Zugs bildeten die Bayern-Fans Friesen, die monierten: "Ihr Männe, dä Zuch wädd imme glenne" und "Irgendwann schläft alles ei, blouß a boh senn nuch debei".
Natürlich schlossen sich auch weitere phantasievoll kostümierte "Nachwuchs-Flößer" dem Gaudiwurm an, für die Mitmachen auch heuer erneut Ehrensache war. Immer wieder wurde der Faschingsruf "Friesen Helau" angestimmt, worauf sofort die Reaktion der Zuschauer folgte - einfach Stimmung pur! Einen Zwischenstopp legte der Gaudiwurm schließlich in der Ortsmitte ein, wo der Musikverein mit einem schmissigen "Faschings-Ständchen" die Umzugsteilnehmer sowie Zaungäste gleichermaßen erfreute - ebenso wie die Sangesbrüder, die einige Lieder zum Besten gaben. Zum Höhepunkt des illustren Treibens ging es über, als es vom Balkon des Backhauses Müller traditionell Brezeln und Süßigkeiten auf das närrische Volk regnete. Die waren so begehrt, dass sogar der Nikolaus höchstpersönlich seine - nach der für ihn stressigen Weihnachtszeit - wohlverdiente Ruhepause unterbrach.
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