Kronach
Schule

So lernen Jugendliche gern Sprachen

Das englische "Theatre@school" gastierte im Kreiskulturraum. Die Fünft- und Sechstklässler der Realschule II waren begeistert vom Musical "The Magic Shop".
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Mary Ann Wall und Aaron Jones vom "Theatre@School" begeisterten die Fünft- und Sechstklässler der RS II. Für die Realschüler (ab Zweite von links) Alina, Lilith, Robert und Benedikt war Mitmachen angesagt.  Foto: Heike Schülein
Mary Ann Wall und Aaron Jones vom "Theatre@School" begeisterten die Fünft- und Sechstklässler der RS II. Für die Realschüler (ab Zweite von links) Alina, Lilith, Robert und Benedikt war Mitmachen angesagt. Foto: Heike Schülein
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"Have fun and enjoy our performance ("Habt Spaß und genießt unsere Aufführung)", begrüßen Mary Ann Wall und Aaron Jones die Fünft- und Sechstklässler der Siegmund-Loewe-Realschule zum Englisch-Unterricht der "etwas anderen Art".

Die Schüler waren da noch etwas skeptisch. Ein Theaterstück, komplett in Englisch für die fünfte und sechste Jahrgangsstufe? Funktioniert das überhaupt? Gleich vornweg: Es funktioniert!

Mühelos entführten Mary Ann Wall und Aaron Jones ihr junges Publikum in eine farbenfrohe, multikulturelle und spannende Welt.

Marc ist ein elf Jahre alter Junge, der von seinem Leben gelangweilt ist: "My life is very boring. Every day is exactly the same". Weil er "fun and excitment" (Spaß und Aufregung) möchte, fasst er einen Plan: "I want to learn magic" (Ich möchte zaubern lernen). Deshalb will er die berühmte Zauberin Mrs. Mariany in ihrem Zauberladen in Clovelly aufsuchen.


Stellvertreter

Doch als er dort ankommt, kann Marc sie nirgends finden. Stattdessen trifft er auf mehrere merkwürdig aussehende Charaktere: Chapati, India und Coco, die alle behaupten, der Laden gehöre ihnen, und mit Marcs Traums spielen, ein Zauberer zu werden. Beinahe unbemerkt bringen sie ihm jedoch bei, was man braucht, um Zauberei zu erlernen und an sie zu glauben: "You will never learn it, if you don't try it again and again" ("Du wirst es nie lernen, wenn du es nicht immer wieder versuchst)".

So gelingt es Marc Schritt für Schritt, seinem Ziel, Zauberer zu werden, näherzukommen. Letzten Endes erscheint auch die große Zauberin Mrs. Mariany selbst im Laden und Marc erfährt, dass die anderen Charaktere deren Ladenhelfer waren, die sie vorausgeschickt hatte, um Marc auf seine Zauberlehre vorzubereiten.

So kompliziert sich die Handlungsstränge der kunterbunt-turbulenten Geschichte auch anhören mögen: Verstehen war beim in sehr einfachem Englisch verfassten Stück kein Problem - selbst, wenn die eine oder andere Vokabel noch nicht geläufig war. Gekonnt setzten die beiden toll aufspielenden Schauspieler Mimik und Gestik ein, damit selbst die fünfte Jahrgangsstufe der Handlung gut folgen konnte.

Viele der Realschüler mögen, wie sie versicherten, das Fach Englisch gern. Für sie war es ein richtiges Aha-Erlebnis, dass sie durch den bisherigen Fremdsprachenunterricht tatsächlich ein Schauspiel verstehen und sich beim anschließenden Talk verständigen konnten.

Besonders gut gefielen ihnen die beiden Darsteller, die ihr Publikum immer wieder mit in die Geschichte einbezogen. So mischten sich diese ein ums andere Mal unter die Jungen und Mädchen in den Zuschauerrängen oder holten sie mit auf die Bühne.


Mit einem Lachen lernen

Von der ersten Minute an kam tolle Stimmung auf, und der Kreiskulturraum wurde von lautem Lachen erfüllt, insbesondere auch, als die Realschüler unter Applaus ihrer Klassenkameraden beispielsweise Tänze auf der Bühne mit aufführten. Überhaupt gab es reichlich Musik, Gesang und Tanz bei der rund einstündigen Aufführung, dazu viele witzige Dialoge und jede Menge Spontanität.


Fragestunde

Im Anschluss an das mit donnerndem Beifall bedachte unterhaltesame Lernerlebnis, konnten die Schüler mit dem Duo ins Gespräch kommen - natürlich ausschließlich in Englisch. Mary Ann und Aaron erzählten bereitwillig aus ihrem Leben und gaben Auskunft über ihre Arbeit.

Und auch hier waren die Kinder in ihrem Element. "Do you speak German?", "Do you live in Germany?", "Do you have a pet?" oder "Do you like Bayern Munich?" waren nur einige der Fragen, die die 23-jährige Mary Ann und der ein Jahr jüngere Aaron freundlich und geduldig beantworteten.
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