Kronach
Entsorgung

So können Weihnachtsbäume auch nach dem Fest noch genutzt werden

Die Weihnachtszeit ist zu Ende und der Christbaum muss weg. Doch wohin mit den ausgedienten Tannen? Viele lösen sich im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch auf. Sie lassen sich allerdings auch noch anderweitig verwenden.
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Nicht nur der SSV Lahm-Hesselbach zieht am Wochenende durch die heimischen Straßenzüge, um ausgediente Weihnachtsbäume einzusammeln. Bei den immer beliebter werdenden Knutfesten gehen die Tannen dann in Flammen auf. Foto: Heike Schülein/Archiv
Nicht nur der SSV Lahm-Hesselbach zieht am Wochenende durch die heimischen Straßenzüge, um ausgediente Weihnachtsbäume einzusammeln. Bei den immer beliebter werdenden Knutfesten gehen die Tannen dann in Flammen auf. Foto: Heike Schülein/Archiv

O Tannenbaum, o Tannenbaum,

du kannst mir sehr gefallen!

Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit

ein Baum von dir mich hoch erfreut!

O Tannenbaum, o Tannenbaum,

du kannst mir sehr gefallen!

Und wieder einmal hat die zweite Strophe des über 200 Jahre alten Weihnachtsklassikers recht behalten. Natürlich konnte der Tannenbaum gefallen. Selbst wenn er mal nicht so perfekt gewachsen war - die roten Kugeln und hellen Kerzen ließen auch das krümmste Exemplar glänzen. Doch mit dem Dreikönigstag ist die Weihnachtszeit beendet. Zeit, Abschied zu nehmen.

Stellt sich nur die Frage: Wohin mit dem guten Stück? Zum Glück gibt es im Kreis Kronach zahlreiche Feuerwehren und Vereine, die die ausgedienten Holzgewächse kostenlos einsammeln. In den meisten Gemeinden ist es am Samstag (12.1.2019) soweit, in Weißenbrunn, Mitwitz und Nurn treten die ausgedienten Tannen sogar schon am Freitag (11.1.2019) ihre letzte Reise an! Die führt größtenteils zu Park- oder Sportplätzen, wo sie bei den aus Skandinavien importierten Knutfesten in Flammen aufgehen.

Zwei Möglichkeiten

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Wer vergessen hat, seinen Christbaum rechtzeitig vor die Haustür zu stellen, muss ihm allerdings nicht dabei zusehen, wie er von Tag zu Tag mehr Nadeln verliert. Warum nicht einfach weiterverwenden?

Im heimischen Garten hat er im Winter gleich zwei Möglichkeiten, auch über den Dreikönigstag hinaus weiter gute Dienste zu leisten. "Gerade Rosen und andere empfindliche Sträucher oder Stauden kann man damit gut vor dem Frost schützen", weiß Beate Singhartinger, die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege. Dafür müssen nur die Zweige abgeschnitten und über die zurückgeschnittenen Rosensträucher gelegt werden.

Schutz vor Frost

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Gartenbesitzer, die eine Häckselmaschine haben, können ihren Christbaum auch klein hacken, zu Mulch verarbeiten und an Sträuchern und Bäumen verteilen. So hält die geschredderte Tanne den Boden warm und schützt die Pflanzen vor Frost. "Man muss nur aufpassen, wenn man empfindliche Stauden hat", sagt Singhartinger. "Dann sollte die Mulchschicht nicht zu dick sein." Nutzen könne man die Tannenzweige auch in der Komposttonne, obwohl sich die Nadeln nicht so gut kompostieren lassen. "Wenn man sie zur Seite stellt, kann man sie als Zwischenschicht verwenden. Denn wenn man zu viel feuchtes Material wie Rasenschnitt hat, klebt es zusammen und vermodert nicht so gut", erklärt die Kreisfachberaterin. "Da ist es gut, wenn mal wieder etwas Gröberes und Trockeneres dazwischen ist." Doch Vorsicht: Weil sich das Harz nicht so gut zersetzt, sollte nicht zu viel vom Christbaum auf dem Kompost landen.

Jedenfalls dem im Garten. Auf den neun Kompostplätzen, die es im Landkreis gibt (siehe Liste unter diesem Artikel) sind die Tannenbäume gern gesehen und können dort kostenlos abgegeben werden. "Das gesammelte Grüngut wird kompostiert und wieder an die Leute verkauft oder - wenn es zuviel ist - als Dünger auf die Felder ausgebracht", erzählt Ines Pfadenhauer, die als Abfallberaterin im Landratsamt arbeitet. "Bei uns gehen die Christbäume also wieder komplett in den Kreislauf zurück."

Was keine so gute Idee ist

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Betrieben werden die Kompostplätze vom Kreis in Zusammenarbeit mit Landwirten sowie dem Maschinen- und Betriebshilfsring Coburg/Kronach/Lichtenfels. "Seitdem es überall im Landkreis diese dezentralen Stellen gibt, führen wir auch keine Sammlungen mehr durch", sagt Pfadenhauer. "Denn so muss ja niemand einen weiten Weg auf sich nehmen."

Die Bäume einfach im Wald abzuladen oder vor die Haustür zu stellen, ohne dass eine Sammelaktion sie mitnimmt, ist übrigens keine sonderlich clevere Idee. Und zudem auch nicht erlaubt. 50 Euro kostet in Bayern laut Bußgeldkatalog das illegale Entsorgen von Weihnachtsbäumen. Will sich jemand auf diese Weise von gleich mehreren Tannen trennen, kann das sogar zwischen 80 und 320 Euro kosten.

Kompostplätze im Kreis Kronach:

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1. Kompostplatz Tiefenklein (Am Weihersberg 2, 96328 Küps)

2. Kompostplatz Eichenbühl (Eichenbühl 2, 96369 Weißenbrunn)

3. Kompostplatz Steinbach a. Wald (Marienstraße 15, 96361 Steinbach a. Wald)

4. Kompostplatz Posseck (Posseck 9, 96332 Pressig)

5. Kompostplatz Horb a. d. Steinach (Horb 12, 96268 Mitwitz)

6. Kompostplatz Glosberg (Glosberg 21, 96317 Kronach)

7. Kompostplatz Birnbaum (Birnbaum 71, 96349 Steinwiesen)

8. Kompostplatz Waldbuch (Waldbuch 2, 96364 Marktrodach)

9. Kompostplatz Teuschnitz (Haßlach, Am Berg 7, 96358 Teuschnitz)

In diesen Gemeinden finden am 11. oder 12.1.2019 Christbaum-Sammelaktionen statt

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Aktion: Am heutigen Freitag und morgigen Samstag ziehen wieder vielerorts Freiwillige durch die Gemeinden im Kreis Kronach und sammeln alte Christbäume ein. Die abgeleerten Weihnachtsbäume müssen größtenteils morgens vor dem Haus platziert werden.

Weißenbrunn: Für ihr Funkenfeuer am Samstag (ab 17.30 Uhr am Sportplatz in Weißenbrunn) sammeln der Obst- und Gartenbauverein sowie der TSV Weißenbrunn bereits am heutigen Freitag (ab 14 Uhr) Christbäume ein. Allerdings nicht nur in Weißenbrunn, sondern auch in Hummendorf, Reuth, Thonberg, Eichenbühl, Wildenberg und Grün.

Hesselbach: Bereits ab 8 Uhr macht sich der SSV Lahm-Hesselbach am Samstag auf die Suche nach Weihnachtsbäumen, die dann ab 18.30 Uhr beim bereits zehnten Knutfest an der "Alm am Sportplatz" in Flammen aufgehen werden.

Gehülz: Der FC Gehülz bittet darum, die Weihnachtsbäume am Samstag ab 8.30 Uhr an den Durchgangsstraßen in Gehülz rechtzeitig bereitzustellen. Das Knutfest auf dem FC-Sportgelände startet um 16 Uhr.

Seelach: Auch der SV Seelach sammelt am Samstag. Das Tannenfeuer findet allerdings erst eine Woche später am 19. Januar (ab 17 Uhr) am Sportplatz statt.

Ziegelerden: Am Samstag um 10 Uhr sammelt der FSV Ziegelerden die alten Bäume ein. Das Knutfest beginnt um 17 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Sportheim.

Fischbach: In Fischbach, Wötzelsdorf und Umgebung sammeln am Samstag die Freiwillige Feuerwehr und die Evangelische Landjugend Fischbach ab 9 Uhr Bäume für ihr Knutfest, das ab 17 Uhr im Fischbacher Freizeitpark steigt.

Mitwitz: Ab 16 Uhr feiert am Samstag auch der CSU-Ortsverband und die JU Mitwitz auf dem Turnplatz ihr zehntes Knutfest. Am Freitagnachmittag werden dafür die Bäume in den Ortsteilen Hof a. d. Steinach, Lochleithen, Horb, Leutendorf, Häusles, Rotberg, Schwärzdorf, Bächlein, Neubau, Kaltenbrunn, Burgstall sowie in den Wustungen eingesammelt. Am Samstagvormittag sind dann Mitwitz, Neundorf und Steinach a. d. Steinach an der Reihe.

Nurn: Für das Abfackelfest, das am Samstag um 16 Uhr im Mehrzweckhaus beginnt, sammeln die Gymnastikdamen des Sportvereins Nurn alte Christbäume ein. Bis 13 Uhr sollten diese am heutigen Freitag am Straßenrand bereitgelegt werden.

Wolfersgrün: Ab 9 Uhr sammeln am Samstag die Fußballer des SV Wolfers/Neuengrün in den Ortsteilen Neuengrün, Wellesmühle, Wellesberg, Schlegelshaid und Wolfersgrün ausgediente Christbäume ein. Das Knutfest findet am Samstag, 26. Januar, ab 16 Uhr am Sportheim statt.



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