Kronach
Mauerfall

So feierte Kronach den Mauerfall

Am 9. November 1989 fiel die innerdeutsche Grenze. In den Tagen danach strömten zahlreiche DDR-Bürger in den Landkreis und wurden herzlich empfangen.
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Invasion von Trabbis und Wartburgs am Wochenende in Kronach. Nicht nur auf dem Kaulanger, sondern wie auf unserem Bild auf dem Marienplatz waren die DDR-Fahrzeuge deutlich in der Überzahl. FT-Archiv
Invasion von Trabbis und Wartburgs am Wochenende in Kronach. Nicht nur auf dem Kaulanger, sondern wie auf unserem Bild auf dem Marienplatz waren die DDR-Fahrzeuge deutlich in der Überzahl. FT-Archiv
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Die Freude war überwältigend, als heute vor genau 30 Jahren die Mauer fiel. Zahlreiche DDR-Bürger strömten in den Tagen nach der Wiedervereinigung über die ehemalige Grenze in den Westen. "Wir wünschen uns, dass auch die Bundesbürger alsbald ohne Visum und ohne Zwangsumtausch zu Gast in Thüringen und der DDR sein dürfen", schrieb der damalige Landrat Werner Schnappauf, in der Sonderbeilage, die der Fränkische Tag am 18. November 1989, keine zehn Tage nach Inkrafttreten der neuen Regelung veröffentlichte.

Obwohl Politbüromitglied Günter Schabowski die Nachricht, dass ab sofort alle DDR-Bürger in den Westen reisen dürfen, bereits am 9. November verkündete, betraf die Regelung den Kronacher Landkreis erst zwei Tage später. "Der Eiserne Vorhang, der den Landkreis Kronach auf mehr als 100 Kilometern umschließt, fiel am 11. November", berichtete der Fränkische Tag. An diesem Tag habe der erste Sonderzug von Probstzella hunderte Besucher aus der DDR nach Kronach und Ludwigstadt gebracht. Die Gäste hätten keine Worte für die Hilfsbereitschaft der Frankenwäldler gefunden.

In Ludwigstadt wurde sogar ein Fest auf dem Marktplatz organisiert. Am 13. November wurde der Straßengrenzübergang zwischen Falkenstein und Probstzella geöffnet. Der Grenzschutz teilte um 10 Uhr mit, dass der Übergang freigeräumt werde. Nur zwei Stunden später reichten sich Schnappauf und Edith Ludwig, Vorsitzende des Rates des Kreises Saalfeld, die Hände.

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