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Kronach
Kommunalwahl

Sie will in Teuschnitz die Bürger in Entscheidungsprozesse mehr einbinden

Stadträtin Karin Bayer will in Teuschnitz Bürgermeisterin werden.
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Bürgermeisterkandidatin Karin Bayer Foto: privat
Bürgermeisterkandidatin Karin Bayer Foto: privat

Seit drei Jahren ist sie im Stadtrat. Jetzt will sie es wissen und den Chefsessel im Rathaus erobern. Die Rede ist von Karin Bayer. Im Dezember 2019 wurde sie von den SPD-Ortsverbänden der Stadt Teuschnitz einstimmig zur Bürgermeisterkandidatin gekürt.

Die kommunale Arbeit mache ihr viel Spaß, erzählt die 57-Jährige. Sie ist in der Lenkungsgruppe Städtebauförderung und Arnikastadt. Darüber hinaus ist sie im Arbeitskreis "Schwarzes Kreuz". Sie habe dadurch viele Menschen kennengelernt, darunter auch Architekten und Behördenvertreter.

Sukzessive sei das Interesse an der Kommunalpolitik gewachsen. Dabei habe sie festgestellt, dass man als Stadträtin einen Beitrag zur Entwicklung der Heimat leisten könne. Als Bürgermeisterin könne man aber noch viel mehr gestalten und bewegen. Schon in ihrer Kindheit habe sie sich für Politik interessiert, verrät die zweifache Mutter. Diskussionen über politische Themen fänden auch zu Hause statt.

Karin Bayer hat nach eigener Aussage den Gedanken, sich für eine Bürgermeisterkandidatur zur Verfügung zu stellen, wochenlang mit sich herumgetragen. Sie habe intensive Gespräche mit Parteikollegen und mit ihrer Familie geführt. Und diese hätten sie ermuntert, das Wagnis einzugehen.

Sollten die Bürger ihr Mitte März das Vertrauen schenken, dann will sie vor allem die derzeit laufenden Projekte vollenden, wie sie erklärt. Sie spricht dabei von Herausforderungen, denn neben der Finanzierung der millionenschweren Maßnahmen - wie das "Schwarze Kreuz", die alte Schule in Wickendorf, die Städtebausanierung im Kern von Teuschnitz - müsse die Unterhaltung der Projekte auf Dauer sichergestellt werden.

Kulturellen Treffpunkt einrichten

In diesem Zusammenhang erwähnt Bayer das "Schwarze Kreuz", in dem unter anderem Möglichkeiten für Übernachtungen, Veranstaltungen und Gastronomie geschaffen werden. "Es ist wichtig, dass dies alles zum Laufen kommt!" Einen geeigneten Betreiber zu finden, werde nicht einfach sein. Die Bürger müssten sich zum "Schwarzen Kreuz" hingezogen fühlen.

Es könne daraus ein kultureller Treffpunkt mit verschiedenen Musikveranstaltungen, Kabarett und anderem - nicht nur für die Teuschnitzer, sondern für den gesamten nördlichen Frankenwald - entstehen.

Die hohe Förderung für die Wiederbelebung des mit rund 6,5 Millionen Euro veranschlagten "Schwarzen Kreuz" bezeichnet die Bankkauffrau als ein "Wahnsinnsgeschenk". Durchaus sieht sie mit dem Projekt "Schwarzes Kreuz" und der "Arnika" die Chance, einen sanften Tourismus aufzubauen. Dadurch würde auch mehr Wirtschaftskraft nach Teuschnitz fließen.

Bayer, die sehr naturverbunden ist, will in den "sanften Tourismus" aber nicht nur die Kernstadt, sondern alle Ortsteile miteinbinden. Dazu gehört für sie beispielsweise ein Wohnmobilstellplatz in Wickendorf. Außerdem sollten ihrer Ansicht nach das beliebte Ausflugsziel "Bastelsmühle" und die "Vierzehnheiligen-Kirche" in Haßlach sowie die Naturschönheiten der Region mehr in Szene gesetzt werden.

Wichtige Anliegen sind für sie zudem die Jugendarbeit sowie eine fraktionsübergreifende gute Zusammenarbeit. Auch die Bürgernähe müsse gepflegt werden. Deshalb sollten bei Bürgerversammlungen die Bürger mehr zu Wort kommen, sagt Bayer. Zudem steht sie für ein offenes Rathaus und Bürgerstammtische in den Ortsteilen. "Es ist wichtig zu wissen, wo den Bürger der Schuh drückt!"

Radwege und Straßen ausbauen

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit wird, wie sie berichtet, der Ausbau von Straßen und Radwegen sein. Zudem will sie sich mit den verschiedenen Fördermöglichkeiten befassen und entsprechende Kontakte - wie beispielsweise zur Regierung von Oberfranken oder dem Regionalmanagement - pflegen. Vor allem ein Radweg von Wickendorf nach Gifting ist ihr ein Anliegen, denn somit würde ein wichtiger Lückenschluss zwischen dem Norden und dem Süden des Landkreises vollzogen.

Während Karin Bayer spricht, merkt man: Sie ist voller Elan. Ihr Leben, so erzählt sie, habe sich seit ihrer Kandidatur verändert. Sie spüre einen positiven Rückhalt bei ihrer Familie und auch im Freundeskreis. "Das macht mir Mut." Auch werde sie in zunehmender Weise von den Bürgern auf der Straße angesprochen.

Ihre Wahlkampfveranstaltungen halten sich in Grenzen. So konnten die Bürger bereits am 26. Januar ihre Bürgermeisterkandidatin bei "Kaffee & Talk" näher kennenlernen und Fragen stellen. Für sie sei diese Veranstaltung etwas Besonderes gewesen, sagt Bayer. Rund 60 Bürger seien gekommen und gute Gespräche geführt worden.

Lobende Worte findet sie für ihr Team und den SPD-Stadtratskandidaten: "Ich habe gemerkt, hinter mir steht ein junges, starkes und dynamisches Team." Ihre nächsten Veranstaltungen werden nun der Infostand im Zentrum von Teuschnitz am 15. Februar sein sowie der politische Aschermittwoch, der am 26. Februar um 19 Uhr im Gebäude "In der Heimat wohnen" stattfindet. Auch hier haben die Bürger die Gelegenheit, Karin Bayer und ihr Team näher kennenzulernen.

Angesichts von drei Mitbewerbern geht Bayer von einer Stichwahl aus. Sie meint: "Ich lasse alles entspannt auf mich zukommen. Ich werde mich nicht verbiegen."

Sie gehe auch davon aus, dass nach der Kommunalwahl sich die Mehrheitsverhältnisse im Gremium ändern werden. Wichtig sei, dass die Bürger soweit als möglich bei Entscheidungsprozessen miteingebunden werden.