Marktrodach
Walking Bus

Schüler nutzen "Laufbuslinien" statt das "Elterntaxi"

"Walking Bus", eine Initiative der AOK und fördert das, was früher einmal ganz selbstverständlich war: Dass Kinder nicht mit dem "Elterntaxi" zur Schule gebracht werden, sondern auf ihren zwei Beinen laufen, oder mit dem Fahrrad fahren.
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Rektorin Annegret Hümmrich-Korm überprüft noch einmal, ob alle Sicherheitsgurte angelegt sind. Foto: Maria Löffler
Rektorin Annegret Hümmrich-Korm überprüft noch einmal, ob alle Sicherheitsgurte angelegt sind. Foto: Maria Löffler
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Die Grundschule Rodachtal in Marktrodach ist seit 2017 aktiv an diesem Programm beteiligt und verzeichnet beachtliche Erfolge. Schulleiterin Annegret Hümmrich-Korm: "Wir haben insgesamt 121 Schüler und 70 davon sind heute zu Fuß oder mit dem Rad gekommen. Selbst unsere Erstklässler kommen schon in Gruppen."

Es sah aus wie ein Sternmarsch, war aber eher eine "Trockenübung." Mit ihren "Walking-Bus-Plakaten" verließen die Jüngsten die Schule in geordneten Gruppen und übten den Schulweg. Diese fünf "Laufbuslinien" haben unterschiedliche Farben, die auch so auf der Karte in der Pausenhalle markiert sind. Das war die "Hausaufgabe" der Eltern, die an ihrem Wohnort jeweils ein Fähnchen steckten.

20 neue Plakate

Daraus ergaben sich die "Walking-Bus-Linien" und 20 neue Plakate wurden mit bunten Schuhen von den Zweitklässlern gestaltet und entlang der Lauflinien aufgehängt. Das war der Job von Hausmeister Clemens Kaufmann und Fabian Schmidt, der ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. So können sich die Kinder anhand der Farbe orientieren, verlaufen sich nicht und gehen den sichersten Weg. Es sei nämlich nicht immer der kürzeste, sondern vor allem der sicherste Weg ausgesucht worden, erläuterte die Rektorin. Die Ziele, die man mit diesem Projekt verfolge, seien vielfältig und sprächen für sich. "Der Schulweg selbst kann zur Bildung beitragen, die Kinder treffen unterwegs Freunde und der Effekt für die körperliche Gesundheit ist enorm." An berufstätige Eltern richtet sie der Tipp: "Das Kind an bestimmten Plätzen, die etwas weiter weg von der Schule liegen, aussteigen lassen. Es bieten sich der Rewe-Markt oder die Apotheke an."

Sicherheitsregeln am Bus

Während die Kinder noch vor dem Bus standen, fragte die Rektorin schon mal Wissen ab: "Worauf muss ich achten, wenn der Bus kommt? Was muss ich auf jeden Fall vermeiden?" Die Antworten kommen wie aus der Pistole geschossen: "Die weiße Linie nicht übertreten, nicht vor den Bus laufen, anschnallen..."

"Wir haben das Thema ,Elterntaxi' ausführlich besprochen. Die Schüler sollen merken, dass es Spaß macht, gemeinsam zur Schule oder zum Bus zu laufen. Sie werden körperlich fit und können in der Natur einiges entdecken. Darüber hinaus bekommen sie mehr Sicherheit als aktive Verkehrsteilnehmer, unnötige Schadstoffe und Treibhausgase werden vermieden und Benzin gespart."

Für die Sicherheitsregeln am und im Schulbus hatte man ebenfalls schon geübt. Die Kinder wissen ganz genau, wie sie sich verhalten müssen. Dazu gehören selbstverständliche Handlungen wie: Tasche runter, nicht drängeln und hintereinander aufstellen. Auch auf die Gefahren der toten Winkel habe man hingewiesen und auch darauf, dass man niemals vor oder hinter einem Schulbus über die Straße laufen dürfe. Außerdem sei ein Abstand zum heranfahrenden Bus von mindestens einem Meter einzuhalten und Anschnallen sei sowieso Pflicht. Und dass man keine Gegenstände durch den Bus werfen sollten, das wussten die Kinder schon von ganz alleine.

Diszipliniert soll es also zugehen und für das Erreichen dieses Zieles hat sich die Schule einen kleinen, internen Wettbewerb einfallen lassen: "Tägliche, beziehungsweise wöchentliche Umfragen und Darstellungen im Säulendiagramm in der Pausenhalle sollen die Ergebnisse anschaulich darstellen. So erfahren wir, welche Klasse die wenigsten Kinder hat, die bis zum Parkplatz an der Schule gefahren werden."

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