Kronach
Aktionswoche

Schauübung der Feuerwehr in der Mittelstraße

Die Tage der alten Häuser in der Kronacher Mittelstraße sind gezählt. Jetzt zündelten die Kronacher Floriansjünger im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche in den Gebäuden - und zeigten, wie gut sie im Löschen sind.
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Der "verletzte" Autofahrer wird abtransportiert. Alle Fotos: Sonja Adam
Der "verletzte" Autofahrer wird abtransportiert. Alle Fotos: Sonja Adam
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Eine Verkettung unglücklicher Umstände, wie sie im Leben oft vorkommt, ersann sich die Kronacher Wehr in diesem Jahr bei der Schauübung. Ein Auto kommt infolge überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve von der Fahrbahn ab, rammt einen Baum. Der allerdings war nicht mehr standfest, kippt auf das Auto und klemmt den Fahrer ein. Und zu allem Überfluss fängt das Auto Feuer.

Durch einen glücklichen Zufall kommt ein Autofahrer, der Feuerlöscher an Bord hat, des Weges und greift ein. "Schnell, Feuerwehr rufen, ned schauen!", ruft der beherzte Mann noch nach oben, wo Schaulustige an den Fenstern stehen und gaffen. Mit wenigen Zischs ist das Feuer aus. Doch das Auto ist so stark demoliert, dass die Rettungskräfte nicht an den Verletzten hinkommen.

Jede Sekunde zählt

Wieder greift die Feuerwehr ein: Sie sägt den Weg frei. Jede Sekunde zählt.
Mit der Rettungsschere wird das Auto auseinandergespreizt. Endlich kann die Erstversorgung beginnen.

Bei der Schauübung begutachten aber nicht nur rund 300 Schaulustige das Szenario, sondern auch die "Gaffer" an den Fenstern harren aus. Einziges Manko: Beide Damen, die sich von den Geschehnissen so gar nicht losreißen konnten, haben gebügelt und vor lauter Sensationslust vergessen, die Bügeleisen auszuschalten. Inzwischen lodern im Hintergrund schon orange-gelbe Flammen. Und die beiden merken noch immer nichts und schauen und schauen.

Sofort hat die Feuerwehr den nächsten Einsatz - holt eine Frau mit der Drehleiter nach unten. Die andere hat etwas mehr Glück, kann mit Atemschutz über die Treppe nach unten gehen.

Immer zur Stelle

Das Szenario wollte natürlich in erster Linie die Bandbreite der Kronacher Wehr zur Schau stellen. "Ob technische Hilfeleistung oder Brand, ob bei einem Verkehrsunfall oder anderen Unglücksfällen - die Feuerwehr ist immer zur Stelle", erklärte der Vorsitzende der Kronacher Wehr, Stefan Wicklein, das Szenario.

Das Besondere: Die Feuerwehr übt auf ihrem zukünftigen Gelände. "Wir haben uns einiges einfallen lassen", sagt Kommandant Martin Panzer. Schon am Vortag haben die Floriansjünger ausprobiert, wie man das Szenario mit echtem Feuer anreichern könne. Im Fensterbereich loderten tatsächlich echte Flammen. Und mit Nebelmaschinen wurde dann - hinter den Kulissen - dafür gesorgt, dass die Räumlichkeiten auch wirklich verraucht und brennend ausschauten. "So etwas kann man aber nur in leeren Wohnungen machen", sagt Panzer.

Standort ist besiegelt

Tatsächlich ist der neue Standort für die Kronacher Wehr jetzt besiegelt. "Die alten Wohnblöcke werden noch in diesem Spätherbst abgerissen", bestätigte auch Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und freute sich, dass die Kronacher Wehr nun endlich ein Refugium bekommt, das groß genug ist, um alle Fahrzeuge an einem Standort unterzubringen. Elektrische Leitungen und Gasleitungen werden derzeit schon demontiert. "Der Standort ist hervorragend, nah beim Zentrum und in Bundesstraßennähe", so Beiergrößlein. Noch in der Diskussion ist die Atemschutzanlage. Platz genug jedenfalls wäre auf dem Areal vorhanden. Zudem würde die Atemschutzanlage für Kostenersparnisse beim Bau sorgen. "Aber das ist eine politische Entscheidung", sagt Kommandant Martin Panzer und hält sich aus der Diskussion heraus.
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