Teuschnitz
Stadtrat

Schandfleck in Wickendorf weicht Stellplätzen

Bei der Sitzung des Stadtrates von Teuschnitz stellte Architekt Oliver See seine Pläne für die Neugestaltung des Projekts Dorfplatz 7 in Wickendorf vor.
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Das marode Wohnhaus wird abgerissen und das Anwesen Dorfplatz 7 in Wickendorf als Parkplatz neu gestaltet. Es entstehen sieben Stellflächen.Heike Schülein
Das marode Wohnhaus wird abgerissen und das Anwesen Dorfplatz 7 in Wickendorf als Parkplatz neu gestaltet. Es entstehen sieben Stellflächen.Heike Schülein

Bereits in der Juni-Sitzung hatte der Stadtrat von Teuschnitz die Anmeldung des Projekts Dorfplatz 7 in Wickendorf für das Programm FONOB beim Amt für ländliche Entwicklung (ALE) Bamberg beschlossen. Das marode Wohnhaus wird abgerissen und das günstig von der Stadt zu erwerbende Anwesen als Parkplatz neu gestaltet. Der mit der Planung beauftragte Architekt Oliver See stellte bei der Stadtrat-Sitzung dem Gremium drei Varianten der Platzneugestaltung vor. Einstimmig grünes Licht gab es schließlich für die Variante mit der höchstmöglichen Anzahl an Stellplätzen.

"Wir sind sehr froh, diesen Schandfleck endlich beseitigen und neugestalten zu können", zeigte sich Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) voller Vorfreude auf die Aufwertung im Dorfkern, in direkter Nachbarschaft zur alten Schule. Wie diese ausführte, hatte die Stadt bereits vor rund einem Jahr Kontakt mit der Eigentümerfamilie des nicht mehr bewohnten Hauses aufgenommen. Nachdem sich der Verkauf zeitlich in die Länge gezogen habe, sei man sich schließlich doch einig geworden. Es gibt bereits einen Notartermin. Auch die Zusage des ALE zu einer Förderung von 90 Prozent liegt schon vor.

Sanierung nicht sinnvoll

"Wie es im Haus aussieht, das haut einen um", fand See deutliche Worte. Ähnlich verhalte es sich mit dem äußeren Erscheinungsbild mit verbauten Flächen, diversen Anbauten sowie Wildwuchs. Eine Sanierung mache keinen Sinn; ein Abriss sei alternativlos. Die Neugestaltung als Parkplatz biete sich sowohl für die benachbarte Feuerwehr als auch für Veranstaltungsbesucher in der ebenfalls neu zu gestaltenden alten Schule an.

Unter den drei Varianten bevorzugte das Gremium diejenige mit den meisten Stellplätzen, sieben an der Zahl. "Der Parkplatz soll keine glatt zubetonierte Fläche werden", betonte See, dass dieser begrünt und optisch an das Ortsbild angepasst werde. Auch zwei Sitzbänke sollen aufgestellt werden. Die Zufahrt erfolgt von Richtung Milchhäuschen. Links entstehen vier; rechts drei Stellplätze á 2,5 Meter. Der Höhenunterschied des mit rund 80 Zentimeter abfallenden Grundstücks soll angeglichen werden. Hinsichtlich der Entwässerung strebt man eine Ableitung in den Bach und nicht in die Kanalisation an. Als Pflaster könne er sich Fugen- oder Rasengitter-Pflaster vorstellen. Hier werde aber sicherlich das ALE bestimmte Vorstellungen haben.

Die Gesamtkosten - inklusive Grunderwerb, Abriss, Platzgestaltung und Planungskosten - belaufen sich auf 87 500 Euro brutto. Die Förderung von 90 Prozent bezieht sich nahezu auf die Gesamtsumme. Lediglich beim Hausankauf wird der vorhandene Grundstückswert abgezogen, 200 qm á 20 Euro. Durch das Entfernen des unansehnlichen Gebäudes und der ordentlichen Nachnutzung erfahre, so Weber, der Ort zum einen eine "Superaufwertung"; zum anderen werde das Parkplatzproblem gelöst.

Thema Datenschutz

Ebenfalls einstimmig genehmigte der Stadtrat eine interkommunale Zweckvereinbarung mit dem Landkreis Kronach für mehr Datenschutz und Informationssicherheit. Im Zuge der gemeinsamen Aufgabenerfüllung stellt der Landkreis einen Datenschutz- sowie einen Informationssicherheitsbeauftragten ein. Die Ausschreibung für zwei EDV-Fachleute läuft. Die Funktion des Datenschutzbeauftragten für die Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz hat Geschäftsleiter Thomas Weber inne; später Sven Schuster. Informationssicherheitsbeauftragte ist Kämmerin Sabine Suffa.

Die Kosten für die Zweckvereinbarung werden verteilt. 50 Prozent der Kosten entfallen auf den Landkreis; die anderen 50 Prozent auf die Gemeinden im Landkreis, entsprechend ihrer Einwohnerzahl.

Die Bürgermeisterin gab eine dringliche Entscheidung bekannt. Im Zuge der Sanierung der Gemeindeverbindungstraße Wickendorf war eine zusätzliche Verfestigung notwendig, da der Baugrund nicht ausreichend tragfähig war. Die Entscheidung war vor Ort fällig gewesen, da bis zum Abwarten des Stadtrat-Beschlusses die Firma einen Baustopp von einer Woche hätte einlegen müssen. Der Auftrag über knapp 14 700 Euro war von ihr laut vorliegendem Angebot erteilt worden. Die Asphaltierung fand bereits statt.

Zu einer Verzögerung kommt es bei der Fertigstellung der Reichenbacher Straße. Entgegen der bisherigen Ankündigung, wurde die Vollsperrung nicht zum 19. August aufgehoben. Laut Weber habe man ihr erst am Tage der Sitzung mitgeteilt, dass diese noch eine weitere Woche aufrecht erhalten werden müsse. Im Internet sei sogar eine Sperrung bis 2. September vermerkt. Sie werde umgehend nachfragen. "Ich bin heilfroh, wenn die Maßnahme endlich fertig ist", bat sie noch einmal um Verständnis der Bevölkerung. Da es sich dabei um eine Landkreis-Maßnahme handelt, habe die Stadt kaum Einfluss.

Michael Hebentanz (FW) regte für die Bürger die Möglichkeit eines Downloads von VG-Nachrichten über die Stadt-Homepage an. Laut Weber sei dies aufgrund verschärfter Datenschutz-Bestimmungen im Netz im Vergleich zur schriftlichen Form mit geringerem Verbreitungsgebiet nicht möglich.

Aus dem Stadtrat

Wegebau Die Bürgermeisterin informierte über ein Treffen mit Vertretern der Jagdgenossenschaft, da es hinsichtlich des Zuständigkeitsbereichs zu Abstimmungsproblemen gekommen war. Man sei überein gekommen, dass die Jagdgenossenschaft pro Jahr 5000 Euro für die Wege-Maßnahmen zur Verfügung stellt - etwa die gleiche Summe wie auch die Stadt. Von nun an soll Anfang jedes Jahres ein gemeinsames Treffen stattfinden, um anstehende Maßnahmen zu besprechen.

Wasserversorgung Eine Besprechung fand auch mit der FWO (Fernwasserversorgung Oberfranken) statt, wobei es um die Verbesserung der Wasserversorgung von Teuschnitz ging. Zum von Tschirn aus über einen Hochbehälter erfolgenden Wasser-Bezug tue sich wahrscheinlich eine Alternative auf. Diese wird von einem Büro geprüft und danach in einer Sitzung des Stadtrates vorgestellt.

Schwarzes Kreuz In den vergangenen vier Tagen habe man sich, so die Bürgermeisterin, für die Ausstattung der Zimmer und Gastwirtschaft des "Schwarzen Kreuzes" 20 Hotels angeschaut. Auch dies wird man im Gremium vorstellen.

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