Ludwigsstadt
Natur

Schallersbruch in Ludwigsstadt ist Repräsentant für das Gestein des Jahres

Das Schiefer-Geotop Schallersbruch in Ludwigsstadt hat eine hohe Auszeichnung erhalten.
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Blick von oben auf den Schallersbruch mit Aussichtsplattform  Foto: Siegfried Scheidig
Blick von oben auf den Schallersbruch mit Aussichtsplattform Foto: Siegfried Scheidig

Bayerns Repräsentant für das Gestein des Jahres 2019 ist der Schallersbruch in Ludwigsstadt. Dies gab Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes am Bayerischen Landesamt für Umwelt, am Dienstag bei der Prämierung bekannt. "Die Ludwigsstädter haben es geschafft, dass ihr Blaues Gold, wie der Schiefer genannt wird, auch heute noch Groß und Klein in seinen Bann zieht", begründet Eichhorn die Jury-Entscheidung.

Zahlreiche ehrenamtliche Naturfreunde haben gemeinsam mit der Stadt Ludwigsstadt und dem Naturpark Frankenwald/Geopark Schieferland einen geologischen Lehrpfad rund um den Eisenberg angelegt. Am Bruchrand des Schallersbruchs wurde eine spektakuläre Aussichtsplattform errichtet.

Kein Gestein hat den Frankenwald so geprägt wie der Schiefer. Hier sind in vielen Dörfern die blau-schwarzen Schieferdächer und -fassaden charakteristisch. Rund um den Eisenberg gibt es zahlreiche Spuren eines einst regen Schieferabbaus. Der 1889 vom Bäckermeister Heinrich Schaller gegründete Schallersbruch imponiert mit seiner mehr als 40 Meter in die Tiefe ragenden Abbauwand. Bis zu 20 Arbeiter bauten dort jährlich 400 Tonnen Schiefer ab, weshalb dieser gewaltige Abbruch in nur 23 Jahren entstanden ist. Das Areal der Dachschieferbrüche am Eisenberg war zeitweise das größte Schieferbergbaurevier Bayerns.

Ludwigsstadt war noch bis weit nach dem Ende des Schieferabbaus im Jahr 1960 eines der Zentren der Schultafel-Herstellung in Deutschland. Heute werden die Schieferbrüche langsam von der Natur zurückerobert.

Zur Schiefer-Entstehung:

Wo sich heute die Hügel des Frankenwaldes erstrecken, lag vor rund 340 Millionen Jahren ein tropisches Meer. Feiner Ton wurde immer wieder in dieses Ur-Meer geschwemmt und lagerte sich am Boden ab. Während der Variszischen Gebirgsbildung - lange bevor die Alpen entstanden - wurden diese Ablagerungen nach unten gedrückt und tief im Erdinnern hohem Druck und Temperaturen ausgesetzt. Die winzigen Tonplättchen regelten sich senkrecht zur Druckrichtung ein und bildeten so eine Schieferungsfläche: Aus Ton wurde Schiefer!

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